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Gemeinsame Lösung statt doppelt gemoppelt: Digital Uni und JKU künftig an einem Standort unter einem Dach?

30. Oktober 2024
in Linz, Politik
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Warum hat da eigentlich nicht früher jemand dran gedacht? Auf dem bestehenden, großteils versiegelten Gelände der Johannes Kepler Universität bestünde genug Platz zur Verfügung, um die neue Digital Universität als eigene Fakultät unterzubringen. So könnten u.a. 40.000 m2 Fläche, die derzeit als Großparkplatz genutzt werden, verbaut werden. Das würde nicht nur Ressourcen, sondern auch Kosten im zweistelligen Millionenbereich sparen. Viele bereits bestehende Einrichtungen könnten von beiden Unis gemeinsam genutzt werden – von der Mensa über Forschungseinrichtungen, den Bibliotheken bis hin zu Sanitär-und Sportbereichen – ganz zu schweigen von sinnlosen künftigen Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung, im Marketing oder in der Gebäudeinstandhaltung. Lehrpersonal und Studenten könnten unter einem Dach ebenfalls in einen besseren Diskurs treten.

Es klingt wirklich wie ein schlechter Witz in Zeiten von Sparen, kostenbewusstem Haushalten und dringend nötiger Ressourcenschonung: Wozu zwei Bildungseinrichtungen, die zwar räumlich nahe wären, aber nebeneinander völlig eigenständig und getrennt voneinander agieren? Bis hin zum Reinigungspersonal müsste man zweigleisig fahren, wenn die neue Digital Universität als Stand Alone-Lösung (was auch beim geplanten Standort Grüngürtel der Fall wäre) verwirklicht wird. Sogar eine eigene unterirdische Stadtbahn-Haltestelle war beim Grüngürtel-Standort geplant – alleine diese würde mehrere Millionen verschlingen.

Rot umrandet: Das riesige als Parkplatz genutzte Areal der JKU, am rechten oberen Bildrand ist das 2023 zusätzlich errichtete Parkhaus zu sehen. (Foto: FB/Linz aus der Luft)

In der nun aufkommenden Standort-Diskussion wurde eine Lösung komplett außen vor gelassen: ein gemeinsamer Standort am bestehenden Campus der Kepler Uni. So gibt es etwa 40.000 Quadratmeter oberflächigen Parkplatz  am Gelände – ein völlig verrückter und ineffizienter Flächenverbrauch, wie man ihn nur noch von Groß-Supermärkten aus den 1980er-Jahren kennt. Viele innerstädtische Unis – etwa in Wien oder Graz – kommen mit weit weniger oder fast gar keinen Parkplätzen aus. Dazu gibt es weitere über 10.000m2 am Rande der JKU, die bereits als „Sonderwidmung Universität‘ gewidmet sind.

Für die neue Digital Universität war von einer benötigten Nettoraumfläche von 35.000m2 die Rede. Diese ließen sich bei einer mehrstöckigen Bebauung (die als „Digital Tower“ durchaus auch in die Höhe gehen kann) –  leicht am bestehenden JKU-Areal unterbringen, wenn man will.

Kommentar
Bereits jetzt spielt das Thema der Künstlichen Intelligenz in vielen Lehrbereichen der Johannes Kepler Universität eine tragende Rolle. Was liegt da näher, als beide Institutionen – JKU und Digital Uni – zusammenzufassen? Dazu ließen sich mit einer gemeinsamen Verwaltung und Nutzung der bestehenden Infrastruktur wie Mensa, der Kepler Hall, Forschungseinrichtungen und und und viele millionenschwere Synergien nutzen, statt alles nochmal und an einem andere Ort – möglicherweise nur ein paar hundert Meter weiter nördlich – in die Landschaft zu bauen. Zudem würde eine gemeinsame Lösung den Uni-Standort in Urfahr massiv stärken und pushen.

Ein mehrere Fußballfelder großer Parkplatz kann jedenfalls nicht der Grund sein, dass man Nein sagt und stattdessen um hunderte Millionen Euro eine neue Uni in die grüne Wiese stellt – oder um nicht viel weniger Geld in der PostCity einzieht. Im Sinne der effizienten Ressourcennutzung und des Kostenfaktors darf bei der (hoffentlich endlich professionell geführten) Standortsuche eine gemeinsame Lösung unter einem Dach kein Denkverbot sein.

Es ist ja legitim, dass sich der eine oder andere Politiker – und nach einem Meinungsschwenk nun auch Gründungs-Rektorin Lindstaedt – die großzügigste und intensivste Variante einer neuen Universität wünschen. Das kann aber in mehr als fordernden Zeiten wie diesen nicht der ausschlaggebende Grund für die Standortwahl sein. Alles wird so günstig und effizient wie möglich geplant und gebaut – das muss bei diesem Projekt auch gelten. Die Gelder sind zudem in der universitären Forschung besser aufgehoben als in einem Protzbau. 

 

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