Während Linz in seinem intakten Grüngürtel ein ums andere Mal großflächige Umwidmungen in Bauland zulässt oder besser gesagt sogar forciert, steckt man gleichzeitig Millionenbeträge in Baumpflanzungen und Umgestaltungen in der Innenstadt. Auch der Martin-Luther-Platz vor der Evangelischen Kirche wird ab 7. April durch diverse Maßnahmen begrünt und so mehr Aufenthaltsqualität erhalten. Ein Aufreger sind die schon jetzt ausufernden Kosten: Im August 2024 ging man noch 759.000 Euro aus, aktuell steht man bei 995.400 Euro – ein Plus von 31 Prozent. Obwohl der Platz, der großteils ein Kirchenvorplatz ist, zum überwiegenden Teil der Evangelischen Kirche gehört, trägt die Stadt Linz mit knapp 700.000 Euro den Löwenanteil der Umgestaltungskosten.
Im April 2024 wurde ein Architektur- und Landschaftsplanungswettbewerb ausgeschrieben, der noch im selben Jahr entschieden wurde. Unter zehn Einreichungen wurde der Entwurf der Planer von „3:0 Landschaftsarchitektur“ als Siegerprojekt auserkoren. Das Konzept konnte mit seiner Idee eines „Salons unter Bäumen“ und einer „grünen Loge“, überzeugen. Geplanter Kostenpunkt damals: 759.000 Euro.

Jetzt, wenige Tage vor Baubeginn (7. April) kommen die tatsächlichen Kosten auf den Tisch: Wie die OÖN berichten, rechnet man nun 995.400 Euro. Der Grund seien „neben allgemeinen Kostensteigerungen vor allem zusätzliche, bisher nicht berücksichtigte Leistungen“. Heute soll der Linzer Gemeinderat den unter „D1“ aufgelisteten Tagesordnungspunkt durchwinken. Ende Oktober soll die Umgestaltung abgeschlossen sein.
Das Siegerprojekt zeichnet sich laut Urteil der Jury durch ein klares und gut durchdachtes Konzept aus. Es handle sich um ein „im positiven Sinne einfaches Konzept, das sehr verantwortungsvoll mit dem Bestand und dem zur Verfügung stehenden Budget umgeht.“

Zentrales Element der künftigen Platzgestaltung ist ein „Salon unter Bäumen“, der als Schauplatz für das Stadtgeschehen dient. Von einer grünen „Loge“ entlang der nördlichen Fassaden lässt sich dieser überblicken. Die Johann-Konrad-Vogel-Straße wird weiter verkehrsberuhigt, der Asphalt weicht, Pflastersteine kommen.
Mehrere Pflanzbeete und eine Schotterfläche sollen entstehen, dazu Neupflanzungen von Klimabäumen (Ulmen, und Lederhülsenbäume), ein Trinkbrunnen und Sitzmöbel, zusätzlich sind 90 Radabstellplätze vorgesehen.



























