Der Untreue-Prozess gegen den früheren Linzer Bürgermeister Franz Luger flammt neu auf – mit schweren Vorwürfen. Während die ÖVP Linz massiv Druck macht, zögert Luger-Nachfolger und SPÖ-Bürgermeister Dietmar Prammer seit Monaten, einen einstimmig beschlossenen Antrag zu behandeln: Die Stadt soll Schadensersatzansprüche gegen Luger prüfen und sich als Privatbeteiligte dem Verfahren anschließen. Konkret geht es um 725.000 Euro.
Im April 2025 überwies die Stadt der LIVA eine Abgangsdeckung von 1,8 Millionen Euro. Davon entfallen allein 425.000 Euro auf „außerplanmäßige Beratungskosten“ des Jahres 2024 und weitere 300.000 Euro auf Anwaltskosten, die 2025 fällig werden. Diese Beträge sind direkt der Causa Luger zuzurechnen.
Michael Obrovsky, Geschäftsführer der VP Linz, spricht von „Machenschaften Lugers“. In einer Stellungnahme sagte er: „Wie lange will Prammer Luger noch decken und schützend vor ihn stellen? Wir fordern Bürgermeister Prammer auf, den Antrag endlich zu behandeln und Schadensersatzanspruch zu prüfen. Linz muss sich als Privatbeteiligter im Untreue-Prozess gegen Luger anschließen.“
Obrovsky wirft Prammer vor, sich hinter juristischen Spitzfindigkeiten zu verstecken. In der Gemeinderatssitzung vom 10. Dezember 2025 hatte Prammer noch erklärt, weder LIVA noch Stadt hätten „einen potenziellen Schaden zu verorten“.
Die VP Linz hält diese Haltung für unverantwortlich gegenüber den Linzer Steuerzahlern. Sie fordert nicht nur die Prüfung der konkreten 725.000 Euro, sondern eine vollständige Aufklärung aller Kosten, die durch Lugers Amtszeit entstanden sind. Obrovsky: „Es braucht endlich volle Aufklärung, wer was beauftragt hat. Es wäre nicht verwunderlich, wenn aufgrund einer stadtinternen Aufklärung die Staatsanwaltschaft die Anklage noch ausdehnen müsste.“
Vier Monate Verzögerung bei einem einstimmigen Stadtsenats-Antrag – das wirft Fragen nach politischem Schutz auf. Während Luger sich vor Gericht verantworten muss, bleibt die Frage offen, ob die Stadt Linz endlich die Konsequenzen zieht oder weiterhin die Augen verschließt. Die Linzerinnen und Linzer hätten ein Recht darauf, dass ihr Geld nicht länger für die Folgen alter Seilschaften bezahlt wird, so Obrovsky.
Das zögerliche Verhalten von Dietmar Prammer könnte jedoch spätestens 2027 zur Bombe werden, wenn die ganze Sache zum Wahlkampf-Thema wird…


















