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Ottensheimer Donaufähre: Zukunft gesichert

Seit 155 Jahren verbindet die Rollfähren Wilhering und Ottensheim

17. März 2026
in Freizeit, Land
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Die Donaufähre Ottensheim ist ein echtes historisches Highlight – seit 1871 – oder unglaublichen 155 Jahren – verbindet sie Ottensheim und Wilhering. Zuletzt gab es durch die Eröffnung der Westringbrücke einen geschäftsmäßigen Einbruch, ein Weiterbestand schien gefährdet. Jetzt haben die Betreiber des Donaubus-Katamarans, Peter Luger und Ute Böker aus Ottensheim, den Betrieb übernommen, die Zukunft der Rollfähre ist gesichert.

Die Drahtseilbrücke Ottensheim zählt zu den traditionsreichsten Querungen der Donau in Oberösterreich. Ihre Geschichte reicht weit zurück: Bereits seit dem 12. Jahrhundert ist ein ständiger Fährverkehr zwischen Ottensheim am rechten und Wilhering am linken Donauufer urkundlich belegt. Das Nutzungsrecht lag lange beim nahegelegenen Zisterzienserstift Wilhering.

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Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Ottensheim die einzige Möglichkeit zwischen Aschach und Linz, die Donau vom Mühlviertel in den Süden zu überqueren. Ein markanter Felsen – der „Schröckenstein“ – versperrte am linken Ufer den direkten Weg nach Linz. Alle Waren aus dem Mühlviertel und Böhmen mussten daher per Schiff übergesetzt werden. Die alte Gierfähre – eine einfache, mit der Strömung arbeitende Bootfähre – stieß jedoch bald an ihre Grenzen: Das wachsende Verkehrsaufkommen machte eine leistungsfähigere Lösung notwendig.

Am 12. Dezember 1870 erteilte die k.k. Statthalterei des Erzherzogtums Österreich ob der Enns die Genehmigung zur Errichtung einer modernen Drahtseilbrücke. Diese Technik – ein fest gespanntes Stahlseil quer über den Fluss, an dem das Fährschiff hängt und mit Motor und Strömung gesteuert wird – ermöglichte deutlich höhere Kapazitäten und Sicherheit.

Screenshot

Am 2. Juli 1871 wurde schließlich eine moderne „fliegende Überfuhr“ eingerichtet: die Drahtseilfähre Ottensheim–Wilhering. Sie wurde von der „Ottensheimer Drahtseilbrücke Sigl & Compagnie“ betrieben und stellte eine technische Verbesserung dar, da das Schiff an einem Seil geführt wurde und so sicherer und effizienter verkehren konnte. Die Fähre entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Verbindung für Personen, Fahrzeuge und Güter. Trotz Rückschlägen – etwa der Zerstörung der Landebrücke durch ein Hochwasser im Jahr 1882 – blieb der Betrieb erhalten und wurde kontinuierlich weitergeführt.

Die Drahtseilbrücke Ottensheim war damit eine der frühen Exemplare dieser Bauart in Österreich und ersetzte die veraltete Bootfähre endgültig. Das ursprüngliche Fährschiff von 1871 diente jahrzehntelang treu seinen Dienst, bis es 1964 durch das bis heute eingesetzte moderne Rollfährschiff ersetzt wurde – ein Schiff, das bis zu 80 Personen, Radfahrer und PKW transportieren kann.

Heute, mehr als 150 Jahre nach der Eröffnung, bleibt die Donaufähre ein lebendiges Relikt vergangener Zeiten: Sie verbindet nicht nur zwei Ufer, sondern ist fester Bestandteil des Donauradwegs R1, ein beliebtes Ausflugsziel und ein Symbol für nachhaltigen Regionalverkehr. Trotz moderner Brücken in der Nähe (wie beim Kraftwerk Ottensheim) hat sie ihren Charme und ihre Bedeutung behalten – ein Stück Geschichte, das sich täglich über die Donau hin und her bewegt.

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