Trotz jahrelanger Aufklärung bleibt die Missachtung roter Ampeln eines der drängendsten Probleme der Verkehrssicherheit in Österreich. Allein in Oberösterreich führen Rotlichtverstöße jährlich zu rund 700 Unfällen mit Personenschaden und über 800 Verletzten – manche davon tödlich. Auf Initiative von Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner startet nun eine humorvolle Kampagne einen neuen Versuch, „Rotlichtfreunde“ zum Umdenken zu bewegen.
Rotlichtmissachtung zählt gemeinsam mit anderen Vorrangverletzungen zu den zweithäufigsten Unfallursachen in Österreich. Bei verletzten Personen steht sie an zweiter, bei tödlichen Unfällen an dritter Stelle. Etwa ein Viertel aller Verkehrsunfälle geht auf das Konto von Vorrangverletzungen inklusive Rotlichtmissachtung. „Jede Missachtung einer roten Ampel kann einen Unfall auslösen. Wer bei Rot fährt oder geht, entscheidet sich bewusst für ein unnötiges Risiko“, sagt Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.
Besorgniserregend ist die „Verbreitung“ von Rotlicht-Sündern: Rund 40 Prozent der Bevölkerung geben zu, in den letzten fünf Jahren zumindest einmal bei Rot gefahren oder gegangen zu sein. Beobachtungen an Kreuzungen zeigen, dass etwa sechs Prozent der Verkehrsteilnehmer Ampeln ignorieren. Besonders häufig betroffen sind Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Lenker. Während die Quote im Pkw-Verkehr niedriger liegt, sind die Folgen dort oft besonders schwer, da höhere Geschwindigkeiten im Spiel sind.
Ampeln dienen dazu, Verkehrsströme sicher zu trennen. Wird dieses System durchbrochen, entstehen vor allem seitliche Kollisionen mit hohem Gefahrenpotenzial für ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Häufige Ursachen sind Unachtsamkeit bei Autofahrern, bewusste Entscheidungen bei Fußgängern und Radfahrern sowie klassische Ausreden wie Zeitdruck, lange Rotphasen oder die Fehleinschätzung „es kommt eh niemand“.
„Mit der Kampagne ‚ROT HEISST STOP‘ gehen wir bewusst einen neuen Weg. Statt erhobenem Zeigefinger setzen wir auf Humor, um die Menschen zum Nachdenken zu bringen. Die Spots greifen Alltagssituationen auf und zeigen klar: Rotlichtmissachtung ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann schwerwiegende Folgen haben.“
Landesrat Günther Steinkellner
Genau hier setzt die neue landesweite Kampagne „ROT HEISST STOP“ an. Statt mit erhobenem Zeigefinger will das Land Oberösterreich die Menschen mit Humor und Augenzwinkern erreichen – ähnlich wie bei der erfolgreichen „Sei kein Ungustl“-Kampagne. Humorvolle Videos, Radiospots und prägnante Printmotive sollen typische Alltagssituationen und Ausreden aufgreifen und den Verkehrsteilnehmern spielerisch den Spiegel vorhalten.
Landesrat Günther Steinkellner zeigt sich überzeugt vom neuen Ansatz: „Mit der Kampagne ‚ROT HEISST STOP‘ gehen wir bewusst einen neuen Weg. Statt erhobenem Zeigefinger setzen wir auf Humor, um die Menschen zum Nachdenken zu bringen. Rotlichtmissachtung ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann schwerwiegende Folgen haben.“
Peter Aumayr, Leiter der Verkehrsabteilung des Landes Oberösterreich, sagtt: „Wer das Rotlicht einer Ampel missachtet, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern setzt auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. Sicher ans Ziel braucht Rücksicht und keine riskante Eile.“
Die Kampagne soll langfristig dazu beitragen, dass „Rot heißt Stop“ wieder als unverrückbare Regel im Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer verankert wird. Denn trotz aller technischen Fortschritte bleibt die größte Gefahr im Straßenverkehr nach wie vor der Mensch selbst.















