Erinnern Sie sich? 2024 wurde noch heiß diskutiert, weil in der Linzer Gastronomie die Halbe Bier in einigen Lokalen die 5-Euro-Grenze übersprang. Jetzt, nur zwei Jahre später, wird wieder über dieselbe Grenze diskutiert, allerdings beim Seidl Bier: Satte 5 Euro und mehr kostet das „kleine“ Bier mancherorts bereits. Bleibt die Frage: Ist das noch vertretbar oder teilweise schon völlig überzogen?
Fünf Euro für die Halbe – vor zwei Jahren noch ein „Skandälchen“, mittlerweile eine Okkasion: Bei der Halben Bier marschiert die Linzer Gastronomie mittlerweile durchweg in Richtung sechs Euro – oder liegt schon drüber. Das macht teilweise eine Preissteigerung von satten 20 Prozent in den letzten zwei Jahren.

Noch heftiger sind die Preise beim „kleinen“ Bier: Fünf Euro für das Seidl Bier – das verlangt etwa ein bekanntes Partystadl in der Hauptstraße Urfahr für 0,33 l Bier. Für die Lage und das Umfeld ein ziemlich „mutiger“ Preis. Ein (allerdings gehobenes) Innenstadtlokal nimmt sogar 5,40 Euro – umgerechnet auf den Literpreis wären das 16,36 Euro, mehr als zehnmal so teuer wie Milch. Um dieses Geld bekommt man im Handel oft eine ganze Kiste Bier. Auch der beliebte Spritzer geht vielerorts in Richtung fünf Euro – auch das ist für viele Gäste nur schwer verdaubar.
Kommentar
Keine Frage, die Teuerung trifft auch die Gastronomen und Wirte hart. Während man beim Essen durchaus bereit ist, einen angemessenen Preis zu bezahlen, wird es bei den Getränken problematisch. Für einen schnell heruntergelassenen Spritzer – in dem neben Sodawasser meist ein nicht allzu hochwertiger Allerwelts-Schankwein steckt – fast fünf Euro zu verlangen, ist schon heftig. Dasselbe gilt für ein Seidl Bier: Einmal Luft holen und weg isses. Wenn man um denselben Preis im Supermarkt ein Sechsertragerl Bier – oder fast zehn Seidl – bekommt, wird klar, warum so viele Betriebe leer bleiben.
Schade, dass gerade die Beisln, die nach wie vor oft inhabergeführt sind, am heftigsten an dieser Preisschraube mitdrehen, statt mit günstigeren Preisen für mehr Frequenz zu sorgen – und so das kleine Wirtshaus vor Ort wieder zum Kommunikationszentrum und Nachbarschaftstreff zu machen. Man kann jedenfalls keinem böse sein, der diesen Preiswahnsinn nicht mehr mitmacht und sich stattdessen mit Freunden und Kühltasche an der Donau oder zu Hause trifft …
















