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    Pendlerverkehr in OÖ: Nur 1,15 Insassen pro Auto

    13. März 2018
    in Linz
    In 75 Prozent aller Pendler-Autos sitzt lediglich der Fahrer – und sonst niemand.

    In 75 Prozent aller Pendler-Autos sitzt lediglich der Fahrer – und sonst niemand.

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    Vier von fünf Pendlern fahren in OÖ mit dem Auto zur Arbeit, die PKWs sind dabei im Schnitt von nur 1,15 Personen besetzt, berichtet der Verkehrs Club Österreich (VCÖ). Auch die Lust auf Fahrgemeinschaften ist gering: Nur etwa 16.000 Personen fahren OÖ-weit im Auto anderer mit. Was der öffentliche Verkehr leisten kann, beweisen einige Zahlen: Alleine die Straßenbahnlinie 1 ersetzt im Frühverkehr umgerechnet eine 15 Kilometer lange Autokolonne, eine S-Bahn-Garnitur holt bis zu 350 Autos von der Straße – oder 1,8 Kilometer Stau.

    An einem Werktag macht Oberösterreichs Bevölkerung 3,8 Millionen Wege und legt dabei rund 43 Millionen Kilometer zurück. Doch wir stehen in Sachen Verkehr vor einem großen Umbruch: „Mit selbstfahrenden Fahrzeugen und E-Mobilität stehen wir am Beginn einer Mobilitätsrevolution, die viele Vorteile für Klima, Umwelt und die Menschen bringen wird“, sagt dazu Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.

    Straßenbahnlinie 1 ersetzt 15 Kilometer Stau im Frühverkehr
    Erste Maßnahmen zur Verlagerung der Arbeitswege auf die Bahn wurden seit der Mobilitätserhebung des Verkehrsministeriums bereits umgesetzt. Seit Herbst 2016 verbindet die Straßenbahnlinie 4 Traun direkt mit Linz. Im Frühverkehr bringt die Straßenbahnlinie 1 an einem Werktag rund 11.900 Fahrgäste ans Ziel. Aneinandergereiht ergeben diese 10.300 Autos auf einer dreispurigen Fahrbahn eine rund 15 Kilometer lange Kolonne, zum Parken würden die Autos eine Fläche im Ausmaß von 31 Fußballfeldern benötigen.
    Mit der Einführung der S-Bahn Oberösterreich im Dezember 2016 wurde ein weiterer Schritt gesetzt, um den Pendelverkehr stärker auf Schiene zu bringen. Eine einzige S- Bahngarnitur kann im Frühverkehr mehr als 400 Personen transportieren und ersetzt damit mehr als 350 PKWs.

    Werner Baltram (ÖBB Infrastruktur AG), LR für Infrastruktur Günther Steinkellner und Willi Nowak (Geschäftsführer des VCÖ) bei der Pressekonferenz zum Auftakt des VCÖ-Mobilitätspreises OÖ 2018.
    Werner Baltram (ÖBB Infrastruktur AG), LR für Infrastruktur Günther Steinkellner und Willi Nowak (Geschäftsführer des VCÖ) bei der Pressekonferenz zum Auftakt des VCÖ-Mobilitätspreises OÖ 2018. (Foto: Land OÖ/Kauder)

    Digitalisierung als Chance gegen den Stau
    Mit der Digitalisierung ergeben sich neue Möglichkeiten für das Mobilitätsverhalten. Apps erleichtern die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, von der Routenplanung, Fahrplansuche bis zum Ticketing. Die Kombination verschiedener Verkehrsmittel wird damit ebenso wie die Nutzung von Car-Sharing oder Bike-Sharing erleichtert. Auch neue Angebote werden entstehen, etwa umfassende Mobilitätspakete. Darüber hinaus wird auch Homeoffice an Bedeutung gewinnen. Derzeit arbeiten in Österreich nur rund 10 Prozent der Beschäftigten zumindest einen Tag pro Woche von zu Hause, in der Schweiz sind es 17 Prozent und in Schweden bereits 25 Prozent. Ein Ausbau des Homeoffice- Anteils kann die Verkehrsbelastung zu Stoßzeiten entsprechend verringern.

    Der VCÖ schreibt auch heuer wieder seinen Mobilitätspreis aus, der der Verkehrslawine bewusstseinsbildend entgegenwirken soll. „Gesucht sind vorbildliche Projekte und innovative Konzepte, die schon heute zeigen, wie die Mobilität und der Gütertransport von morgen aussehen können“, so Willi Novak. Am VCÖ-Mobilitätspreis OÖ können Betriebe und Unternehmen, Gemeinden und Städte, Schulen, Fachhochschulen und Universitäten sowie Vereine und Initiativen teilnehmen. Auch Privatpersonen mit findigen Ideen können mitmachen. Eingereicht werden kann bis 10. Juni. Infos: www.vcoe.at

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