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    Tabakfabrik wird wieder zur „Tschickbude“

    12. Juni 2016
    in Linz
    Reinhard Leitner bringt die Zigarettenproduktion zurück in die Linzer Tabakfabrik

    Reinhard Leitner bringt die Zigarettenproduktion zurück in die Linzer Tabakfabrik

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    Da wächst zusammen, was zusammengehört: Fünf Jahre, nachdem die Tabakverarbeitung in Linz ausgedämpft wurde, könnte die Zigarettenfabrikation wieder aufflammen. Und zwar durch ein Startup, das brandneue Zigaretten kreiert hat, die so heißen, wie sie die österreichischen Raucher schon immer nennen: „Tschick“.

    Auch für den Erfinder dieser rot-weiß-roten Zigarettenmarke, den gebürtigen Linzer Reinhard Leitner, schließt sich mit der Ansiedelung seines Ein-Personen-Unternehmens „Tschickfabrik“ in der Tabakfabrik ein Kreis. Aufgewachsen in direkter Nachbarschaft zur Tschickbude, ist er seit seiner Jugend Feuer und Flamme für die Tabakindustrie. „Ich kann mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Hinter der Tabakfabrik gab es damals viel mehr Freiflächen. Dort habe ich oft gespielt. Viele Leute sagten, da stinkt es. Ich fand den Geruch schon als kleines Kind herrlich“, erinnert sich der heute 43-Jährige.

    Mit 16 Jahren startete Reinhard Leitner seine berufliche Laufbahn – wie konnte es anders kommen – mit einem Ferialjob in der Linzer Tabakfabrik. Über 20 Jahre lang war der studierte Kommunikationswissenschaftler und passionierte Raucher später in unterschiedlichen Positionen für die Austria Tabak GmbH in Wien tätig, zuletzt als Logistikleiter. Und registrierte traurig den Niedergang heimischer Sorten unter dem Druck globaler Marken.

    „Tschick“ seit 01. September auf dem Markt
    Als sich die Zigarettenproduktion in Österreich mit der Schließung der Tabakfabrik Linz (2009) und des Hainburger Werks (2011) buchstäblich in Rauch auflöste, begann Reinhard Leitner zu träumen. Davon, dass Raucher in der Trafik „ein Packerl Tschick“ ordern und niemand mehr fragt: „Welche Sorte?“ Er sicherte sich die Markenrechte für den Begriff „Tschick“ und gründete die „Tschickfabrik GmbH“. Seit dem 1. September 2014 sind seine neuen Zigaretten mit typisch österreichischem Flair in den heimischen Geschäften erhältlich. Ihre Verpackung ziert der lateinische Spruch „vita ardet sicut ignis“ (Das Leben brennt wie das Feuer).

    Vielleich bald made in Linz: die neue Zigarettenmarke "Tschick"
    Vielleich bald made in Linz: die neue österreichische Zigarettenmarke „Tschick“

    Derzeit noch Prduktion in Polen
    Und obwohl seine „Tschick“ in Ermangelung einer österreichischen Produktionsstätte derzeit noch in Polen produziert werden, brennt Reinhard Leitner für seinen Lebenstraum, die dreihundertjährige Tradition der Zigarettenproduktion hierzulande Zug um Zug wiederaufzunehmen. Nach vielen Rückschlägen fand er eine oö. Vertriebsfirma. Wie David gegen Goliath kämpft er seither gegen internationale Tabakkonzerne und für regionale Produktion. Durch die Ansiedelung in der Tabakfabrik Linz erscheint Reinhard Leitners Traum nun nicht mehr wie Schall und Rauch, sondern könnte in greifbare Nähe rücken.
    „Ich habe jetzt meinen Bürositz in die Tabakfabrik verlegt. Wenn der Verkauf in den nächsten drei Monaten gut läuft, möchte ich erste Maschinen anschaffen und in der ehemaligen ‚Tschickbude‘ eine Schaumanufaktur inklusive Verkostung einrichten. Mit dem langfristigen Ziel, die gesamte Zigarettenfabrikation von Polen hierher zu holen, jedoch ohne die aufwändige Aufbereitung des Tabaks, der fertig geliefert wird“, so Leitner.

    Tabakfabrik Linz: Back to the Roots
    Die zentrale Aufgabe der Tabakfabrik ist es, Kreativwirtschaft zu fördern. In diesem besonderen Fall geht es aber auch um eine Geste der Versöhnung mit der Geschichte des Areals. Beim Stammtisch der ehemaligen Austria Tabak Mitarbeitern in der Klub Kantine der Tabakfabrik Linz präsentierte Reinhard Leitner das Vorhaben seinen einstigen Kollegen. Ein schönes Zeichen zu einem schicksalhaften Datum: „Ist es doch genau fünf Jahre her, seit die „Tschickbude“ in Linz geschlossen wurde“, sagt Tabakfabrik-Direktor Chris Müller. Mit Reinhard Leitners „Tschick“ ist jedenfalls nicht nur aus einem Stück Österreich eine Marke geworden, durch die Ansiedelung der „Tschickfabrik“ erhält die Tabakfabrik Linz auch ein Stück weit ihre ursprüngliche Funktion zurück.
    Als ein Ort, an dem sich die Vergangenheit in der Gegenwart fortsetzt und in einen Dialog mit der Zukunft tritt. Denn während die Tabakfabrik einst nach ihrer Privatisierung vom internationalen Tabakkonzern Japan Tobacco geschlossen wurde, könnte sie auf lange Sicht mit starken Rauchzeichen aus Österreich globalen Zigarettenmarken wieder die Stirn bieten.

    http://tabakfabrik-linz.at
    www.tschickfabrik.at

     

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