Das letzte Urfahraner Würstelstand „DaToni“ bei der Linken Brückenstraße soll nun doch weitergeführt und nicht zum Asia-Imbiss werden, das bestätigt Eigentmümer Philipp Kaufmann laut Medienberichten. Die Zukunft des Standes ist aber dennoch ungewiss, denn laut den aktuellen Plänen der Schiene OÖ GmbH soll der Kiosk irgendwann ab 2028 wegrissen werden, weil er direkt auf der Trasse der neuen Stadtbahn Richtung Auhof/Gallneukirchen liegt. Es ist nicht der einzige radikale Einschnitt beim Bau der Trasse und des angrenzenden Bahnhofs Urfahr Ost, in dem u.a. ein großer unteridrischer Supermarkt entstehen soll.
Aber der Reihe nach: Der beliebte Parkplatz zwischen dem (derzeit geschlossenen) Gasthaus Lindbauer und dem Freizeitbereich an der Donaulände wird komplett umgestaltet. Das Würstelstandl, ein Trafohaus und die erst vor zwei Jahren eröffnete WC-Anlage werden geschliffen, weil hier künftig die beiden Gleise der Stadtbahn verlaufen. Wo der neue Standort sein wird, ist noch offen.
Beim geplanten 15-Minuten-Takt wird hier, direkt vor dem Gastgarten des Gasthauses Lindbauer, alle 7,5 Minuten eine Zuggarnitur Richtung Auhof oder zum Bahnhof Urfahr Ost rollen. 25 Parkplätze fallen weg, dafür wird der Nelkenweg, der jetzt ein Schottererwegerl mit Fahrverbot ist, zur vollertigen Straße verbreitert und mit 20 Parkplätzen ausgestattet. Für die Abstellflächen müssen jedoch vier Schrebergärten planiert werden. 100 Metern weitere östlich fallen mindesten acht weitere Schrebergärten der Bahntrasse zum Opfer.
Nahverkehrsknoten Urfahr Ost mit Supermarkt, Gastro, zwei Trafiken und zwei Bäckereien
Zum zentralen Element wird der neue „Nahverkehrsknoten Urfahr Ost“, der auf der Grünfläche zwischen Linker Brückenstraße und Berufsschule 1 auf zwei Ebenen (eine davon unterirdisch) errichtet wird. Die hier kreuzende Straßenbahn verläuft unter der Erde, die S-Bahn fährt ebenerdig. Neben Gastronomie, jeweils zwei Bäckereien und Trafiken sowie einer großen öffentlichen WC-Anlage soll im Tiefgeschoß ein etwa 600 Quadratmeter großer Supermarkt einziehen. Anwohner-Befürchtungen, dass ein Bahnhof mit Gastronomie und Supermarkt (mit den entsprechenden Öffnungszeiten) nicht unbedingt das beste Publikum anziehen wird, diese Befürchtungen scheinen nicht ganz unberechtigt.

Auch beim Verkehrsfluss wird die in Urfahr durchwegs oberirdische S-Bahn-Trasse für Problem sorgen: Sowohl die Hauptstraße Urfahr als auch die Wildbergstraße und die Linke Brückenstraße sind Hauptverkehrsachsen und werden durch die neue S-Bahn alle 7,5 Minuten mit einer mindestens 60-sekündigen Rotphase (zusätzlich zu den bestehenden Rotphasen der Straßenampeln) unterbrochen.

20.000 Fahrgäste pro Tag erwartet
Der Baustart für den Nahverkehrsknoten Urfahr Ost soll 2028 erfolgen, die Bauzeit ist mit vier Jahren veranschlagt. Nah Fertigstellung werden hier täglich bis zu 20.000 umsteigende Fahrgäste erwartet – eine sehr ambitionierte Zahl (am Hauptbahnhof Linz sind es im Schnitt aktuell 48.000 Bahnreisende pro Tag). Als Sieger des Architekturwettbewerbs für den Bahnhof ging das Linzer Architekturbüro „Die Archinauten“ hervor, das bereits für das Musiktheater und das Welios in Wels verantwortlich zeichnet. Ein weiterer Knotenpunkt entsteht am anderen Donauufer bei der Hafenstraße direkt vor dem Donauparkstadion, dort wird der Bahnhof allerdings in Hochlage errichtet. Geplante Gesamtkosten auf Linzer Stadtgebiet: 939 Millionen Euro.

Betriebliches Wendekonzept am Nahverkehrsknoten Urfahr-Ost
Die TramTrain-Fahrzeuge der S7 Richtung Auhof werden am Nahverkehrsknoten Urfahr-Ost „gestürzt”, d.h. gewendet. Das bedeutet, dass während des Fahrgastwechsels die Triebfahrzeuglenker das Fahrzeug wechseln und in entgegengesetzter Richtung weiterfahren. Dadurch wird ein größerer Eingriff in bestehende Gebäudestrukturen vor Ort vermieden.















