2018 waren es erst 48 Gastrobetriebe in der PlusCity, vor zwei Jahren 54, während aktuell bereits 59 Shops mit gastronomischen Angeboten gelistet sind: OÖs größter Einkaufstempel wird immer mehr zur „Gastro City“ – und kannibalisiert sich mit diesem Überangebot wohl selbst. Die Besucher werden nicht mehr, das gastronomische Angebot wächst dennoch stetig weiter, während die klassische Gastronomie zunehmend von schneller und günstiger Systemgastronomie verdrängt wird – ein Teufelskreis, der das Angebot immer austauschbarer und auch weniger qualitativ macht. Mit „Tante Frieda“ hörte kürzlich ein weiterer klassischer Gastrobetrieb auf.
Etwa 200 Geschäfte sind in der PlusCity mit ihren 70.000 Quadratmetern Verkaufsfläche angesiedelt, über ein Viertel davon sind bereits Gastronomiebetriebe. Dieses XL-Angebot sorgt aber nun auch dafür, dass der Kampf um die Gäste immer intensiver wird. Zuletzt musste „Tante Frieda“, das noch als klassisches Restaurant mit österreichischer Küche geführt wurde, seine Pforten schließen.

Reißleine bei Tante Frieda, 2Raum undStarbucks
2023 war für das „2Raum“, an dem das bekannte Remembar-Duo Zeller/Pointner mit 50 Prozent beteiligt war, Schluss. Auch damals wurde hinter vorgehaltener Hand von einem „massiven Überangebot an Gastronomie“ als einer der Gründe für das Aus gesprochen. Für die Filiale der renommierten Starbucks-Kette war Ende 2025 in der PlusCity Schluss. Grund: hohe Unternehmensverluste.
„Immer mehr kommen gefühlt nur zum Schauen in die PlusCity, viele Jugendgruppen lediglich zum Herumlungern.“
„Lachs billiger als Extrawurscht“
Das Angebot an asiatischer Küche steigt hingegen immer weiter – laut Branchenkennern auch deshalb, weil dort der Waren- und Personaleinsatz weit günstiger möglich ist: „In einem China-Restaurant arbeitet oft die gesamtes Familie mit, den allseits beliebten Sushi-Lachs bekommst du im Großhandel schon um zehn bis zwölf Euro das Kilo, billiger als eine Extrawurscht.“
Asien weiter im Vormarsch
Aktuell gibt es bereits 12 Betriebe mit Asia-Küche, neuester Zugang direkt am Markusplatz: TAMAKI – das Konzept wurde dabei annähernd ident vom nahen „ebi“ übernommen: Man bestellt per beigestelltem iPad nach einem All-you-can-eat-Konzept.

Das Problem in der Gastroszene in der PlusCity seien – wie wir immer wieder hören – vor allem die Wochentage, von Montag bis Freitag herrsche oftmals tote Hose, auch der Sonntag laufe speziell im Sommer „extrem zach“, war hinter vorgehaltener Hand zu hören: „Mit einem umsatzstarken Samstag alleine ist es schwer, zu überleben. Die Frequenz wurde in den letzten Jahren nicht besser, im Gegenteil: „Immer mehr kommen gefühlt nur zum Schauen, viele Jugendgruppen lediglich zum Herumlungern“, erzählt uns ein leitender Mitarbeiter eines Systemgastro-Betriebs.
Demgegenüber steht eine PlusCity, die mit beinharten und bestens dotierten Mietverträgen jedes Risiko auf die Mieter abwälzen soll – und auch einen vorzeitigen Ausstieg oder temporäre Mietminderungen bei schlechten Umsatzzahlen stets kategorisch ausschließen soll.
















