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    Radikalisierung im Netz als schleichende Gefahr

    Schwerpunkt der Integrationskonferenz 2026

    13. Mai 2026
    in Land, Linz, Politik
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    Auf Einladung von Integrations-Landesrat Christian Dörfel sowie der Integrationsstelle des Landes Oberösterreich kamen heuer wieder rund 150 Fachleute aus den Bereichen Integration, Migration und Asyl zur mittlerweile 18. Integrationskonferenz in Linz zusammen. Die Konferenz stand unter dem Leitthema „Orientierung geben. Klarheit schaffen“ und widmete sich schwerpunktmäßig dem Phänomen der Radikalisierung im digitalen Raum.

    Im Fokus stand dabei insbesondere die zunehmende Bedeutung von sozialen Netzwerken als Plattformen für extremistische Einflussnahme und Rekrutierung. Als Hauptreferent konnte mit Stefan Kaltenbrunner ein ausgewiesener Medienexperte gewonnen werden. Der ehemalige Chefredakteur von PULS24, kurier.at und dem Monatsmagazin DATUM beleuchtete in seinem Vortrag die Mechanismen von Online-Radikalisierung und ging speziell auf die Rolle islamistischer und extremistischer Strömungen ein. Kaltenbrunner hat sich in seinem aktuellen Buch „Allahs mächtige Influencer – Wie TikTok-Islamisten unsere Jugend radikalisieren“, das er gemeinsam mit Clemens Neuhold veröffentlicht hat, intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie islamistische Influencer soziale Medien gezielt nutzen, um junge Menschen anzusprechen, zu beeinflussen und schrittweise für radikale Ideologien zu gewinnen. Seine Analysen zeigen, wie professionell und strategisch diese digitalen Kommunikationsräume mittlerweile für Rekrutierungszwecke eingesetzt werden.

    Integrationslandesrat Christian Dörfel, Bundesministerin für Integration Claudia Bauer mit Journalist und Extremismus-Experte Stefan Kaltenbrunner.

    Islamistischer Extremismus im Vormarsch
    Laut dem Verfassungsschutzbericht 2025, der kürzlich durch das Innenministerium veröffentlicht wurde, bleibt der islamistische Extremismus die größte Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung. Die Gefährdungslage wird weiterhin als hoch eingeschätzt, eine Entspannung ist auch 2026 nicht in Sicht. Auffällig ist, dass die Tatverdächtigen jünger werden und Radikalisierung verstärkt im digitalen Raum stattfindet. Mehr als die Hälfte der 306 registrierten Tathandlungen wurde online verübt, rund ein Drittel der Tatverdächtigen ist minderjährig. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine Zunahme von 42 Prozent zu verzeichnen. Der zunehmende islamistische Extremismus wirkt zugleich als Nährboden für andere radikale Strömungen – insbesondere für den Rechtsradikalismus – eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    OÖ Hausordnung als Grundlage für das Zusammenleben
    Als klares Gegenmodell zu extremistischer Rhetorik wurde die OÖ Hausordnung als Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben geschaffen. Sie versteht sich als „kleines 1×1 des Zusammenlebens“ und soll Orientierung geben für alle Menschen in Oberösterreich leben – unabhängig davon, ob sie hier geboren oder zugewandert sind. Zugleich macht die Hausordnung deutlich, dass es in Oberösterreich keine Toleranz gegenüber Integrationsverweigerung, demokratiefeindlichen Einstellungen oder Hass und Gewalt geben kann. Diese Hausordnung wurde Ende Jänner mit einer Drei-Viertel-Mehrheit im oberösterreichischen Landtag beschlossen.


    LR Christian Dörfel: „Politischer Islam erschwert die Integration“
    „Wir begrüßen das Integrationspflichten-Gesetz, weil es unsere bisherige Linie bestätigt und uns hilft, dem Integrationsgedanken eine echte Chance zu geben. Denn: Oberösterreich wird auch künftig auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein. Voraussetzung für die Akzeptanz in der Bevölkerung für diesen qualifizierten Zuzug ist ein strenger, konsequenter Asylkurs, eine klare Erwartungshaltung an Zugewanderte und die OÖ Hausordnung als gemeinsames Wertefundament, die eine Unterscheidung von Leistungsträgern und Integrationsverweigerern ermöglicht. Der politische Islam und die zunehmende Radikalisierung im Internet erschweren die Integration. Sie sind Gift für unsere Gesellschaft und werfen ein falsches Licht auf jene, die sich ehrlich bemühen und einen Beitrag leisten wollen. Um hier entgegenzusteuern haben wir in Oberösterreich die OÖ Hausordnung erarbeitet un ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, wobei wir künftig Islamvereine verstärkt in die Pflicht nehmen wollen. Mit einer Weiterentwicklung beschäftigen wir uns im Rahmen der heutigen Integrationskonferenz unter dem Titel „Orientierung geben. Klarheit schaffen.“

     

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