Die Pläne, mehrere Polizeidienststellen in Linz während der Nachtstunden zu schließen, sorgen für Diskussionen. Offiziell wird die Maßnahme mit Personalmangel und einer effizienteren Bündelung der Kräfte begründet. Doch gerade in Zeiten steigender Sicherheitsbedenken bleibt die Frage, ob das der richtige Weg ist. Polizeiinspektionen sind nicht nur Stützpunkte für Einsätze, sondern wichtige Anlaufstellen für die Bevölkerung – sie sind der „Sicherheits-Nahversorger“ in Städten.
Für die Linzer Bevölkerung wird der direkte Weg zur Polizei gerade in den sicherheitstechnisch fordernden Nachtstunden künftig eingeschränkt und erschwert: Die Landespolizeidirektion bündelt den Parteienverkehr ab September auf zwei zentrale Dienststellen. Während die Inspektionen Landhaus und Nietzschestraße weiterhin rund um die Uhr geöffnet bleiben, schließen zahlreiche andere Wachzimmer nachts.
Betroffen sind mehrere Standorte im gesamten Stadtgebiet. Wer zwischen 22 Uhr und 6 Uhr eine Anzeige erstatten, einen Fundgegenstand abgeben oder ein Sicherheits-Anliegen Hatz, muss künftig eine der beiden zentralen Dienststellen aufsuchen. Auch die Polizeiinspektion am Hauptbahnhof wird ihre bisherige Erreichbarkeit einschränken. Die Polizei begründet die Änderungen mit organisatorischen Anpassungen.
„Die nächtliche Schließung von sieben Polizeidienststellen ist ein Rückzug der Exekutive und der sichtbaren Präsenz vor Ort – das lässt sich weder schönreden noch mit einer irgendwo in der Stadt herumfahrenden Polizeistreife weder schönreden noch kompensieren.“.
Kommentar
Was komplett ausgeklammert wird: Polizeiinspektionen sind für viele Bürger die erste und oft wichtigste Anlaufstelle in Sicherheitsfragen. Wer Opfer eines Diebstahls oder eines tätlichen Angriffs wird, einen Vorfall melden möchte oder sich in einer Notsituation befindet, sucht häufig den direkten Kontakt zu einer nahegelegenen Dienststelle. Ein geschlossenes Wachzimmer vermittelt dagegen das Gefühl, mit seinen Anliegen allein gelassen zu werden.
„Ja aber, man kann ja eh den Notruf wählen!“ Theoretisch ja, aber: Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass ein Streifenwagen spät oder gleich gar nicht kommt, wenn das Anliegen nicht wichtig genug erscheint. Gerade nachts spielt die sichtbare Präsenz der Polizei eine entscheidende Rolle. Drogendealer oder Kriminelle werden durch dunkle Wachzimmer und geschlossene Polizeiinspektionen wohl kaum abgeschreckt.
„Ja, die nächtliche Schließung von sieben Polizeidienststellen ist ein Rückzug der sichtbaren Präsenz vor Ort – das lässt sich auch nicht mit einer irgendwo in der Stadt herumfahrenden zusätzlichen Polizeistreife schönreden oder kompensieren.“
Eine besetzte Polizeiinspektion vermittelt Sicherheit, schafft Vertrauen und signalisiert, dass der Staat vor Ort präsent ist. Für die Bevölkerung entsteht der Eindruck eines Rückzugs der Exekutive aus den Stadtteilen. Ja, die nächtliche Schließung von sieben Polizeidienststellen ist ein Rückzug der sichtbaren Präsenz vor Ort – das lässt sich auch nicht mit einer irgendwo in der Stadt herumfahrenden zusätzlichen Polizeistreife schönreden oder kompensieren.
Und ernsthaft zu argumentieren, es würde sich bei der Verfügbarkeit von Polizisten und der „Versorgung“ mit Sicherheit nix ändern, gleicht einer Beleidigung für jeden Bürger mit Verstand: Schließen und Zusperren (selbst wenn es es nur zeitlich begrenzt ist) bedeutet unter dem Strich IMMER Einsparen von Vorort-Präsenz und damit von Infrastruktur und Personal. Man kann die Schließung von Wachzimmern auch nicht mit der Einführung von Selbstbedienungskassen beim Supermarkt oder dem Selbertanken (das beides bekanntlich fast ganz ohne Personal funktioniert) vergleichen, wie es ein lokales Medium getan hat. Wer das ernstlich macht, ist ein bestenfalls sicherheitspolitischer Dummkopf – oder einfach nur ein linker Träumer.















