Nach der erfolgreichen Premiere der KulturEXPO im Bruckner-Jahr 2024 mit rund 660.000 Besuchern bei 626 Veranstaltungen zündet Oberösterreich die nächste Kultur-Offensive. Landeshauptmann Thomas Stelzer macht 2027 das UNESCO-Welterbe und das kulturelle Erbe des Landes zum großen Thema. Unter dem Motto „Kultur. Natur. Erbe.“ verwandelt sich Oberösterreich neun Monate lang in eine riesige Bühne für seine einzigartigen Kultur- und Naturschätze.
Nach dem großen Erfolg der Bruckner-KulturEXPO schlägt Landeshauptmann und Kulturreferent Thomas Stelzer den nächsten kulturpolitischen Pflock ein. Mit der OÖ KulturEXPO 2027 wird sich Oberösterreich von April bis Dezember 2027 neun Monate lang ganz dem UNESCO-Welterbe und dem Immateriellen Kulturerbe widmen. Unter dem Motto „Schau drauf“ soll das gesamte Bundesland zu einer riesigen Erlebnis- und Entdeckungsregion werden – mit Ausstellungen, Kulturprojekten, Mitmachaktionen und Veranstaltungen für Jung und Alt.
„Oberösterreich ist reich an Orten, Landschaften, Traditionen und Geschichten, die weit über unser Bundesland hinaus Bedeutung haben. Die KulturEXPO macht dieses einzigartige Erbe sichtbar und erlebbar“
Das Projekt soll aber nicht nur den Blick zurück richten, sondern auch zeigen, welche Bedeutung das kulturelle Erbe für die Zukunft hat. „Wer seine Wurzeln kennt, kann Veränderungen mit Selbstvertrauen gestalten“, so Stelzer.
2027 bietet dafür den idealen Anlass. Gleich mehrere bedeutende UNESCO-Jubiläen fallen in dieses Jahr: 55 Jahre UNESCO-Welterbekonvention, 35 Jahre Ratifizierung durch Österreich, 30 Jahre Welterbe Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut, 30 Jahre Nationalpark Kalkalpen sowie 10 Jahre UNESCO-Welterbe der Alten Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen. Diese Jubiläen bilden den roten Faden der landesweiten Kulturinitiative.
„Wer seine Wurzeln kennt, kann Veränderungen mit Selbstvertrauen gestalten. Genau dazu lädt die OÖ KulturEXPO 2027 ein: unsere Heimat neu zu entdecken, ihre kulturelle Vielfalt bewusst wahrzunehmen und ihren Wert für morgen sichtbar zu machen.“
Im Mittelpunkt stehen Oberösterreichs vier UNESCO-Welterbestätten: die weltberühmte Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut, die prähistorischen Pfahlbauten an Attersee und Mondsee, der Donaulimes mit seinen römischen Fundstätten von Oberranna bis Enns sowie die Alten Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen. Ergänzt wird das Programm durch das Immaterielle Kulturerbe mit 71 anerkannten Traditionen allein in Oberösterreich – vom Mühlviertler Blaudruck über den Innviertler Landler bis zum Lichtbratlmontag in Bad Ischl. Österreichweit umfasst das UNESCO-Verzeichnis mittlerweile rund 180 lebendige Kulturpraktiken.
Die KulturEXPO soll Geschichte dabei nicht im Museum einschließen, sondern mitten ins Leben holen. Geplant sind zahlreiche Ausstellungen, Kunstprojekte, Vorträge, Entdeckertage, Schulprogramme, Sammelaktionen und Vermittlungsangebote im ganzen Bundesland. Ziel ist es, möglichst viele Menschen – von Familien über Schulklassen bis hin zu Kulturinteressierten und Touristen – für Oberösterreichs außergewöhnliches Kultur- und Naturerbe zu begeistern.
Bereits die erste OÖ KulturEXPO im Bruckner-Jahr 2024 sorgte mit hunderten Veranstaltungen landesweit für große Aufmerksamkeit. Daran will Landeshauptmann Stelzer nun anknüpfen. Sein Ziel: Oberösterreich nicht nur als starkes Wirtschaftsland, sondern auch als eines der bedeutendsten Kultur- und Welterbe-Länder Europas noch stärker ins internationale Rampenlicht zu rücken.
Termine und Informationen demnächst unter www.kulturexpo.at
Oberösterreichs vier UNESCO-Welterbestätten
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
Seit 2011 gehören die prähistorischen Pfahlbauten zum UNESCO-Welterbe. Vier der insgesamt 111 Fundstätten liegen in Oberösterreich – drei im Attersee und eine im Mondsee. Die versunkenen Siedlungen aus der Jungstein- und Bronzezeit zählen zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen Europas und geben einzigartige Einblicke in das Leben vor mehr als 5.000 Jahren.
Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut
Die Welterberegion rund um Hallstatt, Dachstein und Gosau zählt seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Der jahrtausendealte Salzabbau machte die Region weltberühmt und prägte eine ganze Epoche – die Hallstattzeit. Heute begeistert das rund 300 Quadratkilometer große Gebiet mit seiner einzigartigen Verbindung aus Kulturgeschichte und spektakulärer Naturlandschaft.
Donaulimes – Grenzen des Römischen Reiches
Seit 2021 ist auch der Donaulimes UNESCO-Welterbe. Entlang der Donau erinnern Legionslager, Kastelle und Wachtürme an die einstige Nordgrenze des Römischen Reiches. Oberösterreich ist unter anderem mit Fundstätten in Linz, Enns, Schlögen, Wilhering und Oberranna Teil dieses internationalen Welterbes.
Alte Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen
Die uralten Buchenwälder des Nationalparks Kalkalpen zählen seit 2017 zum UNESCO-Welterbe. Auf mehr als 5.200 Hektar befinden sich einige der letzten ursprünglichen Buchenwälder Europas – darunter die ältesten datierten Buchen Mitteleuropas. Das Gebiet gilt als bedeutender Forschungsraum für Klima-, Natur- und Artenvielfalt.
Der Begriff UNESCO-Welterbe in Kürze
UNESCO-Welterbe ist ein gewichtiger Begriff, der vom Schutz herausragender Kultur- und Naturgüter erzählt. Seit 1972 verzeichnet die UNESCO auf Basis eines Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt besonders schützenswerte Stätten. Aktuell sind darin mehr als 1200 Stätten in 168 Staaten gelistet. Die Aufnahme ist Anerkennung und Verpflichtung zugleich, das Erbe für zukünftige Generationen zu erhalten und es zu erforschen. Österreich ist mit 12 Welterbestätten vertreten, vier davon befinden sich zu Teilen in Oberösterreich. Seit 2003 gibt es zudem das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes. Dieses umfasst überlieferte Traditionen, darstellende Künste, gesellschaftliche Rituale und Feste sowie Wissen um Natur oder Handwerkskünste. Allein für Österreich sind aktuell rund 180 Kulturpraktiken angeführt.
Foto: Peter Mayr / Land OÖ















