Mit dem offiziellen Spatenstich hat am Freitag der Bau des zweiten Abschnitts der A26 Linzer Autobahn begonnen. Kernstück ist der rund drei Kilometer lange Freinbergtunnel, der bis 2032 die Donautalbrücke mit der A7 verbinden soll. Während Politik und ASFINAG das Projekt als Meilenstein für Verkehr und Wirtschaft feiern, bleibt der Westring wegen seiner enormen Kosten und des fehlenden Nordteils weiterhin umstritten.
Mit dem Startschuss für den zweiten Bauabschnitt der A26 geht eines der größten Infrastrukturprojekte Oberösterreichs in die nächste Phase. Mobilitätsminister Peter Hanke, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrat Günther Steinkellner setzten den symbolischen ersten Spatenstich.
Herzstück des Bauabschnitts ist der rund drei Kilometer lange Freinbergtunnel. Gemeinsam mit der rund 600 Meter langen Unterflurtrasse Waldeggstraße soll er künftig die Ende 2024 eröffnete Donautalbrücke mit der A7 Mühlkreis Autobahn verbinden. Rund 85 Prozent der Strecke verlaufen unterirdisch. Die Verkehrsfreigabe ist für das Jahr 2032 vorgesehen.
Die Bauarbeiten gelten als technisch äußerst anspruchsvoll. Der Tunnel wird bergmännisch durch Fest- und Lockergestein vorgetrieben. Rund 500.000 Kubikmeter Ausbruchsmaterial sollen überwiegend per Schiff über die Donau transportiert werden. Laut ASFINAG können dadurch etwa 75.000 Lkw-Fahrten durch das Linzer Stadtgebiet vermieden werden.
Die Kosten des zweiten Bauabschnitts belaufen sich mittlerweile auf rund 1,2 Milliarden Euro. Das Land Oberösterreich übernimmt zehn Prozent der Finanzierung, die Stadt Linz fünf Prozent, den Großteil trägt die ASFINAG. Damit zählt der Abschnitt zu den teuersten Straßenbauprojekten Österreichs. Rechnet man den bereits errichteten ersten Abschnitt hinzu, steigen die Gesamtkosten des Westrings noch deutlich weiter an.
Politik und ASFINAG sprechen von einer nachhaltigen Investition in den Wirtschafts- und Lebensstandort Linz. Durch die Verlagerung des Verkehrs in den Tunnel sollen Innenstadt, Waldeggstraße und zahlreiche Wohngebiete entlastet sowie Fahrzeiten deutlich verkürzt werden.
Kritik am Projekt reißt allerdings nicht ab. Gegner bemängeln vor allem die enormen Baukosten und bezweifeln den verkehrlichen Nutzen. Besonders umstritten ist, dass der ursprünglich geplante Nordteil der A26 weiterhin fehlt. Gerade dieser Abschnitt hätte eine vollständige Umfahrung von Linz ermöglicht und den Verkehr in Richtung Mühlviertel direkt aufgenommen. Ohne diese Verbindung endet der Westring künftig an der A7, wodurch nach Ansicht vieler Verkehrsexperten und Projektkritiker ein Teil des erwarteten Entlastungseffekts verloren geht.
















