Zwei Städte, zwei Strategien: Während Wels seinen frisch sanierten Volksgarten nachts konsequent schützt und von 22 bis 6 Uhr im zentralen Bereich schließt, bleibt der Linzer Volksgarten trotz anhaltender Probleme rund um Sicherheit und Vandalismus 24 Stunden offen. Dabei gab es im Linzer Volksgarten bis 1950 ebenfalls einen Zaun und nächtliche Schließzeiten – eine Maßnahme, die in vielen anderen großen Städten übrigens Standard ist.
Der Welser Volksgarten wurde um viele Millionen Euro umfassend neu gestaltet. Neue Wege, Spiel- und Aufenthaltsbereiche, viel Grün und eine moderne Parkanlage sollen die Lebensqualität erhöhen. Gleichzeitig zieht die Stadt aber auch Konsequenzen: Der im zentralen Bereich eingezäunte Park wird täglich von 22 bis 6 Uhr geschlossen. Damit sollen Vandalismus, Vermüllung und andere negative Begleiterscheinungen in den Nachtstunden konsequent unterbunden werden. Linz ist so eine Lösung kein Thema, obwohl der Problembereich Volksgarten Bis 1950 ebenfalls Eingezäunt und in der Nacht geschlossen war.

Dabei ist eine nächtliche Schließung von Parks alles andere als ungewöhnlich. Viele große Städte in Europa und weltweit sperren ihre Parkanlagen in der Nacht ab – nicht aus Willkür, sondern aus ganz praktischen Gründen: Schutz der Anlagen, weniger Kriminalität, mehr Sicherheit und eine spürbar höhere Aufenthaltsqualität am Tag.
In Linz hingegen gilt der Volksgarten seit Jahren als eine der größten Problemzonen der Stadt. Polizeieinsätze, Drogenkriminalität, Gewaltvorfälle, Sachbeschädigungen und Vermüllung sind keine Ausnahme, sondern wiederkehrende Realität. Viele Linzer meiden den Park vor allem in den Abend- und Nachtstunden – und das längst nicht mehr nur „gefühlt“, sondern aus nachvollziehbarer Vorsicht. Wirklich restriktive Maßnahmen Oder eine konsequente Überwachung gibt es nach wie vor nicht. Was dabei oft untergeht: Auch der Linzer Volksgarten war früher eingezäunt und wurde nachts abgesperrt. Erst 1950 wurde der Zaun entfernt – mit Folgen, die man heute nicht mehr wegdiskutieren kann.

Nachts geschlossene Parks sind international längst Standard
Die nächtliche Schließung von Parkanlagen ist keineswegs eine außergewöhnliche Maßnahme. Im Gegenteil: Zahlreiche Städte in Europa und weltweit sperren ihre Parks außerhalb der Öffnungszeiten, um Vandalismus, Vermüllung, Drogenkriminalität, Lärmbelästigung und Beschädigungen an Grünanlagen einzudämmen sowie die Sicherheit zu erhöhen.
So werden in Wien unter anderem der Volksgarten, Burggarten und Augarten nachts versperrt. Auch in Paris gehören nächtliche Schließungen von Parkanlagen wie dem Jardin du Luxembourg oder den Tuilerien seit Jahrzehnten zum Alltag. Madrid sperrt den berühmten Retiro-Park ebenso wie weitere Grünanlagen in den Nachtstunden. In London werden zahlreiche kommunale Parks und historische Gartenanlagen über Nacht geschlossen, und auch in New York gelten für viele Stadtparks feste Öffnungszeiten – ebenso wie in Tokio und vielen anderen asiatischen Städten. Das alles nicht ohne Grund. Die Parks sind dort allesamt echte Juwele und blitzsaubere Naherholungszonen.
Kommentar
Wels investiert Millionen in seinen Volksgarten – und schützt diese Investition konsequent, auch im Sinne der Sicherheit für seine Bürger. Linz scheut aber aus falsch verstandener Toleranz die notwendigen Maßnahmen gegen die seit Jahren bekannten Probleme.
Eine Schließung des Parks zwischen 22 und 6 Uhr würde weder an der Lebensqualität der Bürger rütteln noch sonst irgendwelche Einschränkungen für die Linzer haben, diese Maßnahme wäre aber ein großer Wurf für die Sicherheit und Lebensqualität nicht nur der Anwohner. Auf lange Sicht wäre es sogar die günstigste Lösung von allen, weniger Überwachung, weniger Vandalismus, weniger Reinigungsaufwand und weniger Polizeieinsätze.














