Es ist ein kleiner Nebensatz in der langen offiziellen Aussendung zum Umgestaltungsprojekt am Urfahraner Jahrmarktgelände, wo ab Herbst Beton-Sitzstufen am Wasser gebaut werden: „Der bestehende Blocksteinwurf am Ufer bleibt unverändert“, heißt es da. Bedeutet: Das grobe Gestein am Ufer bildet auch weiterhin eine unüberwindbare Hürde zum Wasser hin. Jede Menge „Beton“ über das Projekt gibt’s auch in den sozialen Netzwerken.
Am offiziellen Projekt-Rendering sind die Blocksteine unterhalb der Sitzstufen kaum zu sehen und von schäumendem Donauwasser verdeckt. In der Realität bilden diese aber eine Barriere zum Wasser hin, man wird wohl nicht einmal die Füße ins Wasser halten können. An Baden ist in diesem Bereich sowieso nicht zu denken: Rund um die Schiffsanlegestellen herrscht aufgrund der Wasserstraßen-Verkehrsordnung strenges Badeverbot. Anders wäre es bei der ursprünglich angedachten Donaubucht gewesen: Hier wären zumindest theoretisch Plantschen, Abkühlen und Pritscheln erlaubt gewesen.

„Mit der neuen Uferkante am Urfahraner Donauufer schaffen wir zusätzliche Aufenthaltsbereiche mit Sitzstufen, Aussichtsplattform und Ruhebereich“, schreibt Bürgermeister Dietmar Prammer zum umstrittenen Projekt, bei dem statt der seit bald zehn Jahren versprochenen Entsiegelung nun noch mehr Beton an die Donau rückt. Neben den erwähnten Sitzstufen wird auch eine „Aussichtsplattform“ auf demselben Niveau wie der Treppelweg geschaffen. Mit Aussicht ist allerdings aufgrund der fehlenden Höhe nicht viel los.
„Ja, gibt’s denn das? Ausgerechnet an den heißesten Tagen des Jahres werden ein paar Betonstuferl als großer Wurf präsentiert. Seit 2017 ist auf dem großen Areal das Parken verboten – seit fast einem Jahrzehnt knallt hier die Sonne ungebremst auf den Asphalt. Hier braucht es endlich Entsiegelung und Gestaltung.“
Adelheid P. / Facebook
Jede Menge „Beton“ gibt es für Bürgermeister Prammer auch in den sozialen Netzwerken:
- „Bitte nicht noch mehr Beton!“, schreibt etwa Userin Cornelia P. unter Prammers Posting auf Facebook.
- Ein Josef B. meint: „Herr Bürgermeister, das als großen Wurf zu bezeichnen, ist mehr als lächerlich. Keine Entsiegelung, nur noch mehr Beton. Ein paar Treppen zum Wasser mit einer sinnlosen ‚Aussichtsplattform‘ als Erfolg den Bürgern zu verkaufen, zeigt, wie weit Sie von den Bürgern und den tatsächlichen Problemen entfernt sind.“
- Und Johanna M. schreibt: „Wo Enten brüten, Vögel Schutz finden, brauchen wir jetzt Betonstufen. Wie bescheuert muss man sein. Aha, ein weiterer Prozess wurde auf den Weg gebracht. Lasst das Grün an der Uferkante.“














