• Sie sehen aus wie Mopeds, fahren bis zu 25 km/h schnell und sind vor allem bei Lieferdiensten beliebt: Bisher wurden viele dieser E-Mopeds rechtlich wie Fahrräder behandelt. Ab 1. Oktober 2026 ist damit Schluss: Dann gelten Zulassungs-, Versicherungs- und Helmpflicht – und auch der Radweg ist tabu. E-Scooter bleiben hingegen weiter ein Graubereich.

👉 www.linza.at/e-mopeds/
Donnerstag, September 3, 2026
LINZA!
  • Home
  • Linz
  • Land
  • Politik
  • Sport
  • Freizeit
  • Meinung
  • Unterwegs
  • Events
  • Galerie
  • ePaper
  • Umfrage der Woche
No Result
View All Result
  • Home
  • Linz
  • Land
  • Politik
  • Sport
  • Freizeit
  • Meinung
  • Unterwegs
  • Events
  • Galerie
  • ePaper
  • Umfrage der Woche
No Result
View All Result
LINZA!
No Result
View All Result

Drei Tote nach Legionellen-Ausbruch: Wie teuer könnte es für den oder die Verursacher werden?

Ähnliche Fälle im In- und Ausland zeigen die Dimensionen auf

3. September 2026
in Meinung
Screenshot

Screenshot

0
SHARES
60
VIEWS
Share on Facebook

32 Erkrankte, drei Todesfälle und eine weiterhin nicht abschließend geklärte Infektionsquelle: Der Legionellen-Ausbruch im Großraum Linz könnte weit über die medizinischen Folgen hinausreichen. Sollte sich bestätigen, dass eine Kühlanlage der LINZ AG eine Infektionsquelle war und dabei Sorgfalts-, Wartungs- oder Kontrollpflichten verletzt wurden, drohen nicht nur Schadenersatzforderungen, sondern möglicherweise auch strafrechtliche Konsequenzen und empfindliche Gefängnisstrafen. Ein Vergleich mit einem aktuellen Vorfall in Vorarlberg und internationalen Legionellen-Katastrophen zeigt: Bei nachgewiesenen Versäumnissen können solche Fälle für Unternehmen ausgesprochen teuer werden. Dazu kommt ein Faktor, der sich kaum in Geld  berechnen lässt: der Vertrauensverlust. Ebenfalls problematisch die Doppelrolle der Linzer Stadtpolitik als Aufsichtsratsmitglieder und verantwortliche Politiker.

Mittlerweile werden dem Linzer Ausbruch 32 Erkrankungen zugerechnet, drei Menschen sind verstorben. Ende August befanden sich noch fünf Betroffene im Krankenhaus. Rund 200 Umweltproben wurden gezogen. In einer Verdunstungskühlanlage der LINZ STROM GAS WÄRME GmbH an der Wiener Straße wurden Legionellen festgestellt. Ein eindeutiger genetischer Nachweis, dass die LINZ-AG-Anlage tatsächlich die Quelle der Erkrankungen war, soll bislang nicht vorliegen. Zudem wurden Legionellen inzwischen auch in einer weiteren Kühlanlage eines Gewerbebetriebes im Raum Linz-Leonding gefunden.

Vorarlberg zeigt, welche juristische Dimension drohen kann
Wie ernst die Sache werden kann, zeigt der bisher größte bekannte Legionellen-Ausbruch Österreichs im Raum Bregenz. Dort erkrankten 43 Menschen, 42 mussten ins Krankenhaus, zehn sogar auf die Intensivstation. Anders als in Linz gab es jedoch keine dem Cluster zugerechneten Todesfälle. Der Fall beschäftigt inzwischen das Landesgericht Feldkirch. Drei Männer – zwei Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens und ein Mitarbeiter eines Wartungsunternehmens – müssen sich unter anderem wegen fahrlässiger Gemeingefährdung verantworten. Laut Staatsanwaltschaft war die Desinfektionsanlage eines Kühlturms wiederholt außer Betrieb genommen worden. Zusätzlich wurde die Verhängung einer Verbandsgeldbuße gegen das Unternehmen beantragt.

Gerade dieser Vergleich macht die Dimension des Linzer Falls noch deutlicher: In Linz sind drei Menschen gestorben. Sollte ein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen und ein ursächlicher Zusammenhang hergestellt werden können, bewegt man sich damit rechtlich in einer noch wesentlich ernsteren Kategorie.

Strafrechtlich könnten die Todesfälle entscheidend sein
Bei nachgewiesenen Versäumnissen wären – abhängig von den Ermittlungsergebnissen – verschiedene strafrechtliche Tatbestände denkbar. Neben fahrlässiger Körperverletzung kommt bei Todesfällen insbesondere fahrlässige Tötung in Betracht. Bei einer Gefährdung einer größeren Zahl von Menschen könnte zudem fahrlässige Gemeingefährdung relevant werden. Der Vorarlberger Fall zeigt, dass dabei nicht nur das Unternehmen als Organisation ins Visier geraten kann. Ermittlungen können sich auch gegen jene Personen richten, die für Betrieb, Wartung, Kontrolle oder Sicherheit einer Anlage verantwortlich waren.

Entscheidend sind die Fragen: Wie wurde die Anlage gewartet? Wie häufig wurde auf Legionellen kontrolliert? Welche Messergebnisse lagen vor? Gab es Auffälligkeiten? Wer wusste wann davon? Und wurden alle technisch gebotenen Maßnahmen rechtzeitig getroffen? Aber auch: Was wurde möglicherweise vertuscht – trotz möglicher Gefahr im Verzug?

Schadenersatz: Drei Todesfälle verändern die Rechnung
Neben dem Strafrecht steht die zivilrechtliche Haftung. Erkrankte könnten – sofern Verursachung und Verschulden nachgewiesen werden – unter anderem Ansprüche wegen Schmerzensgeld, Verdienstentgang, Pflege- und Behandlungskosten sowie dauerhafter gesundheitlicher Beeinträchtigungen geltend machen. Bei den drei Todesopfern kommen mögliche Ansprüche der Hinterbliebenen hinzu. Dazu können etwa Unterhaltsansprüche, Begräbniskosten oder – unter entsprechenden Voraussetzungen – Trauerschmerzengeld beziehungsweise Schadenersatz wegen psychischer Beeinträchtigungen gehören.

Eine seriöse Gesamtsumme lässt sich seriöserweise nicht nennen. Die möglichen Kosten hängen stark von Alter, Einkommen, Krankheitsverlauf, Dauerfolgen und familiärer Situation der einzelnen Opfer ab. Fest steht aber: Bei 32 Erkrankten und drei Todesfällen kann sich das finanzielle Risiko bei bestätigter Haftung rasch auf erhebliche Beträge summieren. Dazu kämen Rechts-, Gutachter- und Verfahrenskosten, technische Sanierungskosten und möglicherweise eine Verbandsgeldbuße. Und noch schwerer zu beziffern wäre der – möglicherweise beträchtliche – Image- und Vertrauenssschaden für einen kommunalen Versorger.

Internationale Fälle zeigen MillionenrisikenDass Legionellen-Ausbrüche für Betreiber sehr teuer werden können, zeigen internationale Beispiele:

  • Beim großen Legionellen-Ausbruch rund um das Melbourne Aquarium im Jahr 2000 erkrankten mehr als 170 Menschen, vier starben unmittelbar an der Erkrankung. 144 Betroffene klagten den Eigentümer des Aquariums sowie Bau- und Technikunternehmen. Kurz vor einem geplanten zehnwöchigen Prozess wurde schließlich ein Vergleich über Entschädigungszahlungen geschlossen; die einzelnen Summen wurden nicht veröffentlicht.
  • Ein weiterer Fall betraf den britischen Automobilzulieferer Faltec. Nach Legionellen-Ausbrüchen im Zusammenhang mit einer Kühlanlage erkrankten mehrere Menschen. Das Unternehmen wurde im Rahmen mehrerer Arbeitsschutzverstöße ursprünglich zu insgesamt 1,6 Millionen Pfund Geldstrafe verurteilt.
  • Wie dramatisch solche Ausbrüche werden können, zeigte auch New York 2015: Beim großen Ausbruch in der South Bronx erkrankten 138 Menschen, 16 starben. Die Quelle wurde auf Kühltürme zurückgeführt.
  • Beim Harlem-Ausbruch 2025 wurden 114 Erkrankungen und sieben Todesfälle registriert. Die Erreger konnten mit Kühltürmen eines städtischen Krankenhauses und eines städtischen Laborprojekts in Verbindung gebracht werden. Inzwischen laufen Schadenersatzklagen. Gerade weil städtische Einrichtungen betroffen waren, wurde dort auch eine unabhängige Untersuchung wegen möglicher Interessenkonflikte gefordert. Das erinnert durchaus an die Situation in Linz.

Heikle Doppelrolle: Wie intensiv kontrollieren Politiker ein Unternehmen, das sie gleichzeitig beaufsichtigen?
Denn beim Linzer Fall stellt sich neben den medizinischen und juristischen Fragen zunehmend auch eine politische. Die LINZ AG gehört zum Einflussbereich der Stadt – und mehrere führende Stadtpolitiker sitzen gleichzeitig in ihrem Aufsichtsrat. Vorsitzender ist Bürgermeister Dietmar Prammer. Auch Gesundheitsstadtrat Michael Raml und Klimastadträtin Eva Schobesberger gehören dem Aufsichtsrat an. Das ist gerade bei diesem Legionellen-Ausbruch brisant.

Raml ist politisch für das Gesundheitswesen der Stadt Linz verantwortlich. Schobesbergers Ressort umfasst unter anderem Natur- und Umweltschutz sowie Angelegenheiten gewerblicher Betriebsanlagen. Beide müssen als Eigentümervertreter im Aufsichtsrat einerseits Schaden vom Unternehmen LINZ AG abwenden. In ihrer politischen Funktion muss von beiden, aber von Bürgermeister Prammer, jedoch eine möglichst schonungslose Aufklärung eines dermaßen einschneidenden Gesundheitsereignisses mit mehreren Toten erwartet werden. Zwei Interessen, die sich konterkarieren – und die sich die erwähnten Politiker auch nicht ausgesucht haben.

Dabei geht es nicht darum, Raml oder Schobesberger persönlich ein Fehlverhalten zu unterstellen. Die Angelegenheit wirft aber eine grundsätzliche Frage auf: Wie unabhängig kann politische Kontrolle wirken, wenn jene Politiker, die gegenüber der Bevölkerung Aufklärung einfordern und gewährleisten sollen, gleichzeitig im Aufsichtsrat jenes Unternehmens sitzen, dessen Tochtergesellschaft als mögliche Infektionsquelle untersucht wird? Gerade bei drei Todesfällen reicht es nicht, lediglich darauf hinzuweisen, dass Untersuchungen laufen, sonst aber kaum Informationen fließen. Es zeigt einmal mehr, dass Politiker in Aufsichtsräten nicht gut aufgehoben sind.

Die Geheimniskrämerei macht die Sache nicht besser
Kritisch zu hinterfragen ist auch die Informationspolitik. Bereits Anfang August informierten die Behörden über eine ungewöhnliche Häufung von Legionellenerkrankungen. Am 14. August wurde mitgeteilt, dass eine mögliche Quelle identifiziert worden sei. Zunächst war öffentlich lediglich von den Kühltürmen eines „Unternehmens an der Wiener Straße“ die Rede. Erst später wurde öffentlich klar kommuniziert, dass es sich um eine Anlage der LINZ STROM GAS WÄRME GmbH handeln soll. Und erst zehn Tage später wurde die betroffene Anlage auf Trockenbetrieb umgestellt – warum so spät? Gerade bei einem kommunalen Unternehmen ist diese Zurückhaltung zumindest hinterfragenswürdig, wenn nicht problematisch. Die LINZ AG gehört der Stadt und damit den Linzern. Bei einem Ausbruch einer potenziell tödlichen Krankheit sollte deshalb maximale Transparenz gelten – und nicht der Eindruck entstehen, Unternehmensinteressen könnten die Informationspolitik beeinflussen.

Die LINZ AG verweist ihrerseits zwar darauf, dass sie die Untersuchungen unterstützt, umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt und die betroffene Anlage schließlich auf Trockenbetrieb umgestellt habe. Seit 26. August gibt es außerdem eine eigene Informationshotline. Aber: Warum kam eine solche Transparenzoffensive erst Wochen nach Beginn des Ausbruchs und nachdem bereits drei Menschen gestorben waren?

 

Previous Post

Vom Bahnhof bis ins Wohnviertel: Linz muss sauberer werden

  • Meistgelesen
  • Comments
  • Neueste

Champions League in Linz: Jetzt startet der Run auf die Tickets

1. September 2026

Hajek-Umfrage zur Gemeinderatswahl 2027: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen FPÖ und SPÖ?

31. August 2026

Gastro-Frauenpower in der Hauptstraße Urfahr

28. August 2026

Drei Hände in mir

20. Juli 2026
Screenshot

Drei Tote nach Legionellen-Ausbruch: Wie teuer könnte es für den oder die Verursacher werden?

Haimbuchner warnt vor Deindustrialisierung Oberösterreichs

Vom Bahnhof bis ins Wohnviertel: Linz muss sauberer werden

E-Mopeds geht’s an den Kragen: Ab Oktober gelten strenge Regeln

Screenshot

Drei Tote nach Legionellen-Ausbruch: Wie teuer könnte es für den oder die Verursacher werden?

3. September 2026

Vom Bahnhof bis ins Wohnviertel: Linz muss sauberer werden

3. September 2026

E-Mopeds geht’s an den Kragen: Ab Oktober gelten strenge Regeln

2. September 2026

„2027 wird knackig“

2. September 2026

LINZA auf Facebook

Loading...

Schlagwörter

altstadt baier bim blauweiss blauweiss linz blau weiss linz blue danube airport donau donau linz donauparkstadion ebelsberg eisenbahnbrücke flughafen flughafen linz Flüchtlinge forsterleitner fpö franz zeiger gemeinderat grüne Gugl haimbuchner höhenrausch kunesch Landstraße lask LINZ linz ag linz linien luger NEOS posthof potocnik pöstlingberg pühringer rathaus remembar schobesberger spö stadion straßenbahn tabakfabrik wimmer zeiger övp

Kontakt

Am Alten Feldweg 4
4040 Linz
Österreich
holzleitner(at)linza.at

Das LINZA stadtmagazin erscheint online täglich frisch auf www.linza.at und etwa alle zwei Monate als Print- und pdf-Magazin. Wir sind LINZA!

Neueste Beiträge

  • Drei Tote nach Legionellen-Ausbruch: Wie teuer könnte es für den oder die Verursacher werden?
  • Vom Bahnhof bis ins Wohnviertel: Linz muss sauberer werden
  • E-Mopeds geht’s an den Kragen: Ab Oktober gelten strenge Regeln

Nach Kategorie durchsuchen

  • Allgemein
  • Events
  • Freizeit
  • Galerie
  • Klima
  • Kultur
  • Land
  • Linz
  • LINZAgschichten
  • Meinung
  • Politik
  • Sport
  • Umfrage
  • Unterwegs
  • verQUERt I Satire
  • Wels
  • Downloadbereich
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt

© 2025 wilson holz I Wilhelm

No Result
View All Result
  • Home
  • Linz
  • Land
  • Politik
  • Sport
  • Freizeit
  • Meinung
  • Unterwegs
  • Events
  • Galerie
  • ePaper
  • Umfrage der Woche

© 2025 wilson holz I Wilhelm