Oberösterreichs Industrie steht unter Druck: Hohe Energie- und Lohnkosten, internationale Konkurrenz und die Transformation hin zur Klimaneutralität stellen besonders energieintensive Betriebe vor große Herausforderungen. Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) warnt nun eindringlich vor weiteren Belastungen und fordert eine Abkehr vom österreichischen Klimaziel 2040.
Für Oberösterreich steht dabei besonders viel auf dem Spiel. Rund 21.500 Menschen arbeiten laut FPÖ allein in den besonders energie- und emissionsintensiven Bereichen Metallerzeugung, Baustoff- und Papierindustrie. Landeshauptmann-Stellvertreter und FPÖ-Landeschef Manfred Haimbuchner sieht deren Arbeitsplätze durch die Klimapolitik zunehmend gefährdet.
„Eine bereits von der Vorgängerregierung in Auftrag gegebene WIFO-Studie kam 2025 zu dem Schluss, dass ganz erhebliche Risiken für energie- und emissionsintensive Branchen bestehen, und trotzdem klammert sich die Bundesregierung weiter an ihren Klimakurs“, kritisiert Haimbuchner. Für ihn ist insbesondere das österreichische Ziel, bereits 2040 Klimaneutralität zu erreichen, ein gefährlicher Sonderweg.
Tatsächlich untersuchte das WIFO 2025 die regionalen Chancen und Risiken der Dekarbonisierung und dabei ausdrücklich auch Szenarien für besonders emissionsintensive Branchen. Dabei handelt es sich allerdings um Szenarien und potenzielle Auswirkungen – nicht um Prognosen, wonach diese Arbeitsplatzverluste zwangsläufig eintreten werden.
Industrie denkt über Abwanderung nach
Dass der Druck auf den Industriestandort unabhängig davon real ist, zeigt der WKO-Industrieradar 2026. Ein Viertel der befragten österreichischen Industriebetriebe nennt die Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb als mögliche strategische Maßnahme innerhalb der kommenden 24 Monate. Auf Sicht von drei bis fünf Jahren halten 43 Prozent eine teilweise Verlagerung von Produktion und Fertigung für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich.
Als Gründe nennt die Wirtschaftskammer allerdings nicht nur Klimaauflagen. Hohe Energiepreise, Lohnstückkosten, Steuern und lange Genehmigungsverfahren treffen auf wachsenden internationalen Konkurrenzdruck – insbesondere aus China.
Haimbuchner sagt, zusätzliche klimapolitische Belastungen in dieser Situation wären der falsche Weg. Er bezeichnet die Klimaneutralität 2040 als „Brandbeschleuniger für die Deindustrialisierung“.
Haimbuchner fordert Kurswechsel
Unterstützung bekommt der FPÖ-Landeschef vom oö. Nationalratsabgeordneten Paul Hammerl. Er kritisiert nach parlamentarischen Anfragen, dass die Bundesregierung aus seiner Sicht keine ausreichende wirtschaftliche Folgenabschätzung ihrer Klimapolitik für Oberösterreich vorgelegt habe.
Die Freiheitlichen fordern daher einen grundsätzlichen Kurswechsel: Weg von starren Jahreszielen und einem österreichischen Alleingang, hin zu einer Klimapolitik, die stärker auf Wettbewerbsfähigkeit, Energiepreise und den Erhalt heimischer Industriearbeitsplätze Rücksicht nimmt.
„Während unsere Industrie Arbeitsplätze abbaut und Betriebe über Abwanderung nachdenken, will die Bundesregierung einen bis zu 178,7 Milliarden Euro teuren Sonderweg bis 2040 gesetzlich zementieren“, so Haimbuchner und Hammerl.

















