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Jahrmarktgelände-Umgestaltung: Aus vier „fixen“ Millionen wurden 1,7

9. September 2026
in Freizeit, Klima, Linz
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Mehr Grün, ein Seitenarm der Donau, eine Badebucht, Sitzstufen und ein völlig neues Freizeitareal: Seit Jahren wird den Linzern eine umfassende Neugestaltung des riesigen Urfahraner Jahrmarktgeländes versprochen. 2020/21 schien der große Wurf zum Greifen nahe, vier Millionen wurden im „Pakt für Linz“ reserviert. Fünf Jahre später ist von der einstigen Vision allerdings nur noch ein Bruchteil übrig: Nach dem Herbstmarkt 2026 sollen die Arbeiten beginnen – für rund 1,7 Millionen Euro und auf gerade einmal rund 100 Metern des etwa einen Kilometer langen Ufers.

Das Urfahraner Jahrmarktgelände ist städtebaulich ein Sonderfall. Zweimal jährlich herrscht beim „Urfix“ Ausnahmezustand, dazwischen bleibt eine riesige, großteils asphaltierte Fläche in einer der attraktivsten Lagen der Stadt: unmittelbar an der Donau und nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Dass dieses Areal außerhalb der beiden Jahrmärkte wesentlich besser genutzt werden könnte, ist daher keine neue Erkenntnis.

Der Traum von der „Insel für Linz“
Besonders konkret wurden die Pläne rund um 2020/21. Unter dem Titel „Eine Insel für Linz“ entstand die Vision, das Jahrmarktgelände grundlegend neu zu denken. Herzstück war ursprünglich ein neuer Wasserarm bzw. Seitenarm der Donau, der eine Insel schaffen sollte. Das weitgehend versiegelte Areal sollte zugleich grüner und zu einem attraktiven Freizeit- und Erholungsraum werden.

Schon 2021 musste allerdings der erste wesentliche Teil der Vision aufgegeben werden: Der geplante Donauarm war angeblich aus wasserrechtlichen bzw. Hochwasserschutz-Gründen nicht realisierbar. Die Stadt ließ das Konzept daraufhin überarbeiten. Aus der Insel sollte nun eine Lösung ohne Insel, dafür mit Badebucht und deutlich mehr Grün werden.

Vier Millionen Euro standen im „Pakt für Linz“
Geld schien damals jedenfalls vorhanden zu sein. Im 65 Millionen Euro schweren „Pakt für Linz“ reservierte die Stadt 2020/21 insgesamt vier Millionen Euro für Klima- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Die Neugestaltung des Jahrmarktgeländes und die „Insel für Linz“ wurden dabei ausdrücklich als Schwerpunkt genannt. Damit war die Umgestaltung plötzlich mehr als eine unverbindliche Zukunftsvision. Es gab ein Konzept, einen politischen Beschluss und einen Millionenrahmen. 2021 wurde weiter geplant. Die Wasserbucht sollte zum neuen Herzstück werden und das Donauufer stärker für Freizeit und Erholung öffnen. Die Botschaft war klar: Aus der „Asphaltwüste“ sollte eine „grüne Oase“ werden.

2022 sollte eigentlich gebaut werden
Auch der Zeitplan klang ambitioniert. Noch Ende 2021 war vorgesehen, 2022 mit ersten Baumaßnahmen zu beginnen. Daraus wurde bekanntlich nichts. Es folgten – erneut –  weitere Planungen, Überarbeitungen und Diskussionen. Die große Lösung wurde Stück für Stück kleiner. Selbst spätere Planungsvarianten gingen noch davon aus, dass das Jahrmarktgelände ab 2025 umfassender umgestaltet werden könnte. Doch auch 2025 kam der große Umbau nicht.

2026: Übrig bleiben rund 100 Meter „frischer“ Beton
Jetzt, mehr als fünf Jahre nach den großen Ankündigungen, soll tatsächlich gebaut werden. Der Linzer Stadtsenat beschloss im August 2026 die Neugestaltung eines ersten Abschnitts der Uferkante. Die Dimension hat mit den ursprünglichen Visionen allerdings nur noch wenig gemeinsam. Geplant sind eine etwa 20 Meter lange Sitzstufe, eine rund 30 Meter lange Aussichtsplattform sowie ein ungefähr 40 Meter langer Bereich mit Sitzmöglichkeiten. Zusammengerechnet wird damit nicht einmal ein Zehntel der rund einen Kilometer langen Uferkante wesentlich verändert. Kostenpunkt: rund 1,7 Millionen Euro. Der bestehende Blocksteinwurf entlang der Donau bleibt weitgehend unangetastet. Auch die einst groß präsentierte Wasserbucht oder gar der Seitenarm mit „Insel“ sind verschwunden.

 

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