Fast fünf Millionen Euro öffentliche Basisfinanzierung für Lentos und Nordico – bei gerade einmal 75.000 Besuchen im Vorjahr: Angesichts der Linzer Finanzmisere fordert Stadtrat Michael Raml einmal mehr, das Lentos zu verkaufen, allerdings mit einer Bestandsgarantie als Museum.
Die Zahlen liefern jedenfalls Stoff für Diskussionen: Lentos und Nordico verfügen 2026 gemeinsam über ein Budget von 5,8 Millionen Euro. 4,9 Millionen Euro kommen aus dem städtischen Bereich, sprich aus Steuergeldern – vier Millionen von der LINZ AG und 900.000 Euro direkt von der Stadt.
65 Euro Steuergeld-Zuschuss pro verkauftem Ticket
Dem standen 2025 rund 75.000 Museumsbesuche gegenüber, davon etwa 64.000 im Lentos. Rein rechnerisch wäre damit jedes verkaufte Ticket 65 Euro pro Besuch. Der reguläre entos-Eintritt beträgt 12 Euro, ins Nordico zahlt man neun Euro. Umgerechnet heißt das: Um kostendeckend und ohne Zuschüsse von Steuergeld zu arbeiten, müsste man für das Lentos unfassbare 77 Euro Eintritt verlangen und für das Nordico 74 Euro.
Eigenerlöse über Plan – Millionenbedarf bleibt
Positiv: Die Museen selbst betonen, dass ihre Eigenerlöse 2025 rund zehn Prozent über Plan lagen und sie mit einem ausgeglichenen Ergebnis beziehungsweise einem kleinen Überschuss rechneten. Allerdings gilt auch hier: Dieses Ergebnis wird nur nach einer öffentlichen Basisfinanzierung von 4,9 Millionen Euro erreicht, das Ganze al „Überschuss“ zu bezeichnen, grenzt schon an Frechheit.
Privater statt Stadt als Eigentümer?
Raml schlägt nun vor, das Lentos-Gebäude an einen privaten Kunstförderer oder eine Stiftung zu verkaufen. Bedingung wäre, dass das Haus langfristig als Kunstmuseum erhalten bleibt. „Das Lentos soll aber in bessere Hände kommen“, so Raml.
Ein Verkauf könnte der mit rund einer Milliarde Euro verschuldeten Stadt einmalig Geld bringen und möglicherweise die laufenden Belastungen reduzieren. Wie viel das Lentos tatsächlich wert wäre und wie viel sich Linz dadurch langfristig ersparen könnte, ist allerdings offen. Eine belastbare Rechnung dazu liegt bislang nicht vor. Die Idee soll bei der Budgetklausur am 1. Oktober diskutiert werden. Damit könnte ausgerechnet einer der markantesten Linzer Kulturbauten zum Symbol für die immer schwierigere Finanzlage der Stadt werden.















