Als Sauerei empfinden viele Kunden das bei Skigebietsbetreibern immer beliebtere „dynamische“ Preismodell. Einen fixen Höchstpreis für die Tageskarte gibt es dabei nicht: Wer später bucht, wird richtig zur Kassa gebeten. Nur: Wie soll man einen Tagesausflug schon Wochen oder Monate vorher buchen, wenn man gar nicht weiß, wie die Schnee- und Wettersituation sein wird? Die AK OÖ kritisierte das Modell bereits 2025 scharf: „Vor allem die Skigebiete profitieren von den dynamischen Preisen, während die Konsumenten das gesamte Risiko tragen.“ Heuer winken bei diesem dynamischen Modell sogar Preise, die in Richtung 80 Euro für eine Tageskarte gehen.
Wie viel verlangt wird, hängt unter anderem von Buchungszeitpunkt, Nachfrage und sogar der Wetterprognose ab. Bereits im ersten Winter mit Dynamic Pricing (2024/25) kostete eine Tageskarte in Hinterstoder kurzfristig 69,50 Euro. Auch Hochficht und Wurzeralm setzen mittlerweile auf dieses System. In Schladming lag der höchste Preis im Vorjahr bei 78,50 Euro, heuer sind es bereits 81,50 Euro. Am vergleichsweise kleinen Skigebiet Hochficht kletterte der Preis bereits 2024/25 auf 68 Euro, auf der Wurzeralm auf 64,50 Euro. Bei den üblichen jährlichen Preiserhöhungen liegt die Vermutung nahe, dass es heuer auch in Oberösterreich deutlich über 70 Euro gehen könnte.
Besonders pikant: Die Betreiber von Hinterstoder und Wurzeralm erklärten zum möglichen Höchstpreis selbst: „Einen maximalen Kartenpreis in diesem Sinne gibt es nicht.“ Es gebe zwar eine interne „Bremse“ – wo diese liegt, bleibt für Skifahrer und Öffentlichkeit aber im Dunkeln.
Das Prinzip ist simpel: Wer früh bucht, bekommt die Chance auf einen günstigeren Preis. Wer spontan bei Traumwetter auf die Piste will, muss mit höheren Preisen rechnen. Zumindest bei einer umfangreichen ORF-Auswertung ging es dabei nur in eine Richtung: Bei den beobachteten dynamischen Tickets wurde keine einzige Liftkarte im Laufe der Zeit billiger.
Wer auf kleine Skigebiete ausweicht, kommt auch nicht viel günstiger davon: Selbst am Sternstein (ein Sessellift, temporär auch ein Schlepplift) zahlt man mittlerweile fast 50 Euro für einen Tag Skifahren.
AK: „Höhere Preise durch die Hintertür“
Deutliche Kritik kam bereits 2025 von der Arbeiterkammer OÖ. Konsumentenschützerin Ulrike Weiß sah schon damals keinen Grund für Dynamic Pricing, weil die Skigebiete nicht an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen würden. Ihr Fazit: „So kommen höhere Preise durch die Hintertür.“ Die AK stellte bei Hochsaisontickets gegenüber der Vorsaison Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent fest.
Das Risiko liegt dabei weitgehend beim Kunden: Wer Wochen vorher günstig kauft, muss sich auch Wochen vorher festlegen. Eine Rückgabe ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Sind die Pistenbedingungen am gebuchten Tag schlecht, fehlt der Schnee oder herrscht schlicht Sauwetter, hat man Pech gehabt.














