Mit dem „Detox Masculinity Institute“ von Christoph May sollen traditionelle Männerbilder, männliche Netzwerke, Privilegien und Machtverhältnisse kritisch hinterfragt werden. Die Stadt widmet dem Thema eine ausführliche Aussendung und stellt darin die These auf, dass „männlich dominierte Gewalt-, Schweige- und Blockadekulturen“ Fortschritte bei Klimaschutz, Diversität, Feminismus und sozialem Engagement verhindern würden. Auch die provokante Frage, ob anstelle von Frauenquoten künftig besser „Männerlimits“ diskutiert werden sollten, findet sich darin.
Schobesberger warnt vor „patriarchalen Männlichkeitsbildern“
Frauenstadträtin Eva Schobesberger sieht vor allem in sozialen Medien problematische Entwicklungen. Jungen und Männern würden dort wieder Rollenbilder vermittelt, die mit „Dominanz, Kontrolle und emotionaler Unterdrückung“ verbunden seien. Solche patriarchalen Männlichkeitsbilder führten laut Schobesberger zu Gewalt gegen Frauen und schadeten gleichzeitig Männern selbst. Deshalb brauche es mehr „Kritische Männerarbeit“.
„Was einmal mehr unausgesprochen bleibt: Die angeprangerten Punkte betreffen ganz besonders (zugewanderte) Männer aus dem arabischen/muslimisch geprägten Raum.“
Vom Männerbund bis zum eigenen Musikgeschmack
Weit reicht der Bereich, der dabei hinterfragt werden soll. Das Konzept beschäftigt sich nicht nur mit Gewalt und Sexismus, sondern auch mit Männernetzwerken in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien sowie mit Filmen, Musik, Gaming und sozialen Medien. Männer sollen sich unter anderem fragen, wie „männlich“ ihr Job, ihre Beziehungen, ihr Sex und ihr Medienkonsum seien.
So wird die Debatte heikel: Gewalt gegen Frauen und problematische Rollenbilder sind zweifellos ernst zu nehmende Themen. Wenn aber Männernetzwerke, Musikgeschmack, Filme, Freundschaften und gesellschaftliche Missstände unter dem großen Etikett „toxische Männlichkeit“ zusammengeführt werden, stellt sich die Frage, ob eine derart breite Zuschreibung tatsächlich zur notwendigen Präventionsarbeit beiträgt – oder Männer eher pauschal unter Rechtfertigungsdruck setzt.
Was einmal mehr unausgesprochen bleibt: Die angeprangerten Punkte betreffen ganz besonders (zugewanderte) Männer aus dem arabischen/muslimisch geprägten Raum. Dadurch, dass man das Problem quasi auf alle Männer umgeframed wird, rückt das wahre Problem de ungezügelten Zuwanderung und der Unwilligkeit der Integration aus dem Fokus….














