Für diese Story ist es höchste Zeit: Wir präsentieren die Top Ten in Linz, über die fast jeder schimpft und jammert – die aber trotzdem jeder gerne besucht oder nutzt. Oder die uns ziemlich abgehen würden, wenn sie plötzlich nicht mehr da wären. Denn vielleicht gehört das Sudern über Linz genauso zu Linz wie die Donau. Auf geht’s!
- Der Urfahraner Jahrmarkt
Zu teuer, zu laut, zu viel Verkehr, die Maß kostet ein Vermögen und fürs Klo muss man auch noch zahlen: Zweimal im Jahr wird zuverlässig über den Urfix geschimpft – und zweimal im Jahr pilgert halb Oberösterreich hin. Denn ganz ehrlich: Ein Linz ohne Urfahranermarkt wäre ungefähr so aufregend wie ein Tagada ohne Drehung. - Die Linzer Straßenbahnen und Busse
Zu spät, zu voll, unpünktlich, fahre viel zu wenig oft, zu langsam – und natürlich fährt die Bim grundsätzlich genau dann vor der Nase weg, wenn man es eilig hat. Trotzdem transportieren die LINZ AG LINIEN täglich Zehntausende Menschen durch die Stadt – und das mit einer der modernsten Fahrzeugflotten Europas! - Die Raiffeisen Arena
Zu teuer, zu groß, viel zu viel Steuergeld investiert,, Größenwahn, zu wenig Parkplätze – und über den LASK lässt sich in Linz sowieso hervorragend streiten. Trotzdem steht am Froschberg heute ein Stadion, das sich international sehen lassen kann. Und wenn dort 19.000 Leute Fußball inklusive Champions League feiern, darf Linz ruhig ein bisserl stolz darauf sein. - Das Hofmann Personal Stadion
Ebenfalls viel zu teuer, zu klein, die Außengestaltung zu wenig grün – und Parkplätze wachsen rund um die Donau bekanntlich auch nicht auf den Bäumen. Trotzdem hat Blau-Weiß dort etwas bekommen, was dem Klub jahrzehntelang gefehlt hat: eine echte Heimat. Direkt an der Donau, mitten in Linz – viel linzerischer kann ein Fußballstadion kaum stehen. - Die Klangwolke
Zu laut, zu abstrakt, zu abgehoben – und mindestens einer sagt danach garantiert: „Früher war die Klangwolke besser.“ Trotzdem strömen jedes Jahr Zehntausende in den Donaupark. Wenn Donau, Musik, Licht, Feuer und eine Prise gepflegter Größenwahn zusammenkommen, kann das eben nur Linz sein. Die Klangwolke ist und bleibt eines der größten Highlights im Linzer Kulturkalender, das bis über die Grenzen hinaus strahlt. - Der Linz Marathon
„Wie soll ich da mit dem Auto durchkommen?“ Einmal im Jahr werden Straßen gesperrt, Umleitungen eingerichtet und Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Gleichzeitig verwandeln Tausende Läufer und noch viel mehr Zuschauer die Stadt in eine riesige Sportarena. Und wenn die Läufer nah dem Massenstart über die Voestbrücke schwatteln, sieht Linz plötzlich verdammt weltstädtisch aus. - Das Krone-Fest
Zu laut, zu viele Leute, zu viel Gedränge – und natürlich findet irgendwer das Musikprogramm grundsätzlich fürchterlich. Trotzdem gehört das Fest seit Jahren zu den großen Publikumsmagneten. Gratis Konzerte, eine volle Stadt und Tausende, die gemeinsam feiern: Es gibt wirklich Schlimmeres, worüber man sich aufregen könnte. - Die Linzer Weihnachtsmärkte
Der Punsch ist zu teuer, die Bratwürstl sowieso, die Innenstadt zu voll und spätestens beim dritten Stand gibt es ohnehin wieder dieselben Socken, Kerzen und Holzengerl. Und trotzdem stehen wir jedes Jahr wieder dort – meistens sogar mit einem Punsch in der Hand. Denn ohne Weihnachtsmärkte wäre der Linzer Dezember vor allem eines: kalt, dunkel und ziemlich fad. - Die Linzer Hochhäuser
Zu hoch! Zu hässlich! Verschandeln die Skyline! Sobald in Linz ein neues Hochhaus geplant wird, beginnt zuverlässig die Debatte. Dabei könnte man die Sache auch einmal umdrehen: Die Hochhäuser sind längst ein USP von Linz. Keine andere österreichische Landeshauptstadt außerhalb Wiens hat eine derart urbane Skyline. Donau, Industrie und Hochhäuser geben Linz genau jenes Großstadtprofil, das die Stadt von Graz, Salzburg oder Innsbruck unterscheidet. Vielleicht sollten wir nicht jedes zusätzliche Stockwerk beweinen, sondern gelegentlich nach oben schauen und uns darüber freuen. - Die Linzer Innenstadt
Zu wenig Geschäfte, zu viele Baustellen, zu wenig Parkplätze, zu viel Verkehr, zu wenig Leben – je nachdem, wen man fragt, ist die Innenstadt gleichzeitig zu voll und völlig ausgestorben. Trotzdem treffen wir uns dort, gehen essen, einkaufen, auf einen Kaffee oder einfach durch die Landstraße. Linz trifft sich nach wie vor hier – zum Plaudern, Shoppen, Flanieren – und natürlich auch zum Sudern 😉
















