• Wer seinen Hund oder seine Katze verliert, verliert für viele weit mehr als „nur“ ein Haustier. Die Linzer FPÖ-Tierschutzsprecherin Ute Klitsch fordert deshalb einen eigenen Tierfriedhof samt Tierkrematorium für Linz. Unterstützung kommt vom bekannten Linzer „Tierpfarrer“ Franz Zeiger. Der hat allerdings wenig Hoffnung auf eine rasche Umsetzung und deshalb bereits selbst eine Alternative geschaffen.
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Eigener Tierfriedhof für Linz? FPÖ will LINZ AG ins Boot holen

20. Oktober 2026
in Freizeit, Linz, Politik
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Wer seinen Hund oder seine Katze verliert, verliert für viele weit mehr als „nur“ ein Haustier. Die Linzer FPÖ-Tierschutzsprecherin Ute Klitsch fordert deshalb einen eigenen Tierfriedhof samt Tierkrematorium für Linz – unter Einbindung der LINZ AG. Unterstützung kommt vom bekannten Linzer „Tierpfarrer“ Franz Zeiger. Der hat allerdings wenig Hoffnung auf eine rasche Umsetzung und deshalb bereits selbst eine Alternative geschaffen.

Hund, Katze oder anderes Haustier: Für viele Menschen gehören ihre vierbeinigen Begleiter über zehn, 15 oder noch mehr Jahre zur Familie. Entsprechend groß ist oft die Trauer, wenn das Tier stirbt. Während es für Menschen zahlreiche Friedhöfe, Feuerbestattungen und Verabschiedungsräume gibt, sind die Möglichkeiten für verstorbene Haustiere in Linz bislang überschaubar. Das möchte FP-Gemeinderätin und Tierschutzsprecherin Ute Klitsch ändern. Sie fordert, dass die LINZ AG die Errichtung eines eigenen Tierfriedhofs und eines Tierkrematoriums prüft. Dabei soll die Anlage ausdrücklich auch für größere Hunde ausgelegt sein.

„Tiere schenken uns bedingungslose Liebe, Vertrauen und unzählige schöne Erinnerungen. Deshalb sollten wir ihnen auch einen würdevollen letzten Weg ermöglichen.“

Nicht nur einFriedhof, sondern (auch) ein Ort zum Abschiednehmen
Klitschs Idee geht über einige Grabstellen für Haustiere hinaus. Neben der Möglichkeit einer Beisetzung soll es auch ein Tierkrematorium sowie eigene Räumlichkeiten geben, in denen sich Besitzer persönlich von ihrem Tier verabschieden oder eine kleine Zeremonie abhalten können.

Als möglicher Betreiber bzw. Partner liegt für Klitsch die LINZ AG nahe. Das städtische Unternehmen verfügt mit seinen Friedhöfen und Bestattungseinrichtungen bereits über Infrastruktur und Erfahrung. Ob und wo sich bestehende Strukturen tatsächlich für einen Tierfriedhof oder ein Tierkrematorium nutzen ließen, müsste allerdings erst geprüft werden.

„Als gelernter Linzer weiß man, dass das dauern kann“
Unterstützung für die Initiative kommt von einem, der sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Tier und Mensch beschäftigt: dem Linzer Pfarrer und oft als „Tierpfarrer“ beziehungsweise „Tierpapst“ bezeichneten Franz Zeiger. „Ein Tierfriedhof in Linz ist ein seit Langem immer wieder vorgebrachter Wunsch vieler Linzer Tierfreundinnen und Tierfreunde. Da ist die Initiative von GR Ute Klitsch nur zu begrüßen“, sagt Zeiger.

Gleichzeitig dämpft er die Erwartungen an eine schnelle Realisierung: „Bis es tatsächlich zu einer Umsetzung kommt, werden erfahrungsgemäß aber noch viele Jahre vergehen, wie man als gelernter Linzer weiß.“ Zeiger und sein Team wollten deshalb nicht länger auf eine städtische Lösung warten und haben selbst die Initiative ergriffen.

Pfarrer Franz Zeigers „Garten der Erinnerung“ am Spallerhof (Pfarre Linz-St. Peter) ist seit Anfang Oktober geöffnet. (Foto: Redaktion)

Garten der Erinnerung seit Oktober geöffnet
Am 4. Oktober 2026 wurde in St. Peter ein eigener Garten der Erinnerung feierlich eröffnet. „Zum Gedenken an jene, die unser Herz auf leisen Pfoten berührt haben“, steht auf dem Schild am Eingang. Das Konzept ist bewusst einfach und leistbar gehalten: Tierbesitzer können ein Foto ihres verstorbenen Lieblings zur Verfügung stellen. Gegen eine Spende zur Erhaltung des Erinnerungsgartens wird daraus eine persönliche Gedenktafel mit Bild, Namen des Tieres und persönlichen Worten angefertigt und anschließend im Garten montiert.

Auch wer mit der Trauer um sein Haustier nicht allein bleiben möchte, findet dort Unterstützung. Zeiger bietet seelsorgliche Begleitung für trauernde Tierfreunde an. Auf Wunsch ist auch eine liturgische Feier direkt im Gedenkgarten möglich. Eine tatsächliche Bestattung oder Einäscherung von Tieren gibt es dort allerdings nicht. Genau diese Lücke würde der von Klitsch vorgeschlagene Tierfriedhof schließen.

Pasching hat seit Jahrzehnten einen Tierfriedhof
Ganz neu wäre ein solches Angebot im Linzer Zentralraum nicht. Im nahen Pasching gibt es bereits seit fast vier Jahrzehnten einen Tierfriedhof samt Krematorium. Dort können Tierbesitzer ihre verstorbenen Lieblinge einäschern und anschließend in Urnengräbern beisetzen lassen. Auch persönliche Abschiedsmöglichkeiten werden angeboten. Bei größeren Tieren stößt das Angebot allerdings an Grenzen: Tiere mit mehr als 30 Kilogramm werden zur Einäscherung an einen Partnerbetrieb in der Steiermark übergeben. Klitsch möchte deshalb, dass ein Linzer Tierkrematorium ausdrücklich auch für größere Hunde geeignet ist.

„Wer über viele Jahre sein Leben mit einem geliebten Tier geteilt hat, soll auch die Möglichkeit bekommen, sich in Würde zu verabschieden.“

Wien als Vorbild für Linz
Als Vorbild nennt Klitsch die Bundeshauptstadt. In Wien gibt es seit Jahren einen eigenen Tierfriedhof, der überwiegend unter städtischer Beteiligung betrieben wird. Angeboten werden unterschiedliche Möglichkeiten, verstorbene Haustiere beizusetzen und einen dauerhaften Erinnerungsort zu schaffen.

Klitsch sieht auch für Linz Potenzial für ein vergleichbares Modell. Durch die Nutzung vorhandener Strukturen der LINZ AG und eine kostendeckende Preisgestaltung könnte daraus ihrer Ansicht nach eine dauerhaft tragfähige Dienstleistung werden.

„Unser Ziel ist nicht, mit der Trauer von Tierbesitzern Geld zu verdienen, sondern ein würdevolles und zugleich leistbares Angebot zu schaffen“, sagt Klitsch. Ein liebevoll gestalteter Tierfriedhof könne ein Ort der Erinnerung werden: „Wer über viele Jahre sein Leben mit einem geliebten Tier geteilt hat, soll auch die Möglichkeit bekommen, sich in Würde zu verabschieden.“

 

 

Titelfoto: FPÖ, KI-generiert

 

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