Die Bürger haben die Ideen, die Stadt stellt das Geld bereit: München lässt seine Bevölkerung darüber entscheiden, welche Projekte mit einer Million Euro umgesetzt werden. Linz hat mit zwar ebenfalls eine Bürgerplattform – doch die ist im Vergleich ein zahnloses Pseudo-Instrument.
Beim „MünchenBudget“ stellt die bayerische Landeshauptstadt eine Million Euro für Ideen aus der Bevölkerung bereit. Mehr als 1.000 Vorschläge wurden 2026 eingereicht. Nach einer Vorauswahl prüft die Stadt die beliebtesten Projekte auf Machbarkeit und Kosten, anschließend bis 1.November stimmen die Münchner darüber ab, welche davon tatsächlich finanziert werden. Ein einzelnes Projekt darf bis zu 100.000 Euro kosten.
-> Was ist das MünchenBudget? Mit dem MünchenBudget stellt die Landeshauptstadt München in 2026 1 Million Euro für Ihre Ideen zur Verfügung! So werden Vorschläge der Münchner*innen zur Gestaltung der Stadt gesammelt, abgestimmt und von der Verwaltung umgesetzt.
Linzer Plattform: viel Anspruch, überschaubare Wirkung
Auch Linz verfügt seit 2019 mit dem Innovationshauptplatz über eine digitale Ideenplattform. Auf dem Papier klingt das gut: Bürger können Vorschläge einreichen, diskutieren und unterstützen. Wer innerhalb von 60 Tagen zumindest 50 Zustimmungen erreicht, wird mit den zuständigen Experten der Stadt vernetzt.
Doch die eigenen Zahlen der Stadt zeigen, wie überschaubar die Resonanz zumindest bis 2023 war: In den ersten vier Jahren wurden lediglich rund 150 Ideen eingereicht, insgesamt 1.400 Likes und 500 Kommentare verzeichnet. Nur 31 Vorschläge schafften die Schwelle von 50 Stimmen, zwölf wurden laut damaligem Kennzahlenbericht umgesetzt.
Das eigentliche Problem: Die Bürger entscheiden dort nicht über ein fixes Budget. Selbst 50 Unterstützer bedeuten zunächst einmal nur ein Gespräch mit Experten. Daraus geworden ist bis dato nichts.
Warum nicht ein echtes „LinzBudget“?
Dass Interesse an echter Mitgestaltung vorhanden wäre, zeigte ausgerechnet die große Linzer Bürgerbefragung 2026: Knapp sechs von zehn Teilnehmern können sich vorstellen, aktiv an der Zukunft der Stadt mitzuwirken. Besonders gefragt sind Umfragen und Bürgerbeteiligungsplattformen.
Warum also nicht nach Münchner Vorbild jährlich eine Million Euro reservieren? Die Linzer reichen Projekte ein, die Stadt prüft Kosten und Machbarkeit – und anschließend entscheiden die Bürger, welche Ideen mit dem bereitgestellten Geld umgesetzt werden. Dann wäre Bürgerbeteiligung mehr als Likes sammeln und auf ein Gespräch im Magistrat hoffen.
















