Keine Frage: Die Zahlen in der vom deutschen SLC Management verfassten Studie zur Umwegrentabilität und den ökonomischen Effekten der 2023 eröffneten, 90 Millionen Euro teuren Raiffeisen Arena des LASK beeindrucken. Auch wenn da viel Wahres und Nachvollziehbares drinsteht, sollte man nicht alles – im wahrsten Sinn des Wortes – für bare Münze nehmen. Unter dem Strich stimmt die Rechnung für den LASK, für Linz und das Land Oberösterreich aber auf jeden Fall. Wie es bei derlei Studien jedoch oft so ist, geht es in eine Richtung, die dem (zahlenden) Auftraggeber das Goderl kratzt. Nona.
128,8 Millionen Euro an regionalökonomischen Effekten werden demnach rund um die neue Arena jährlich erzielt. Damit bewege sich der LASK auf Augenhöhe mit dem deutschen Traditionsklub Fortuna Düsseldorf (130,1 Mio. Euro), dem Zwölftplatzierten der zweiten Deutschen Bundesliga, sagt die Studie – und das, obwohl die Rheinländer über einen Heimschnitt von über 42.000 Fans verfügen – und damit um 3,5-mal mehr als der LASK. Einen Vergleich mit Klubs der obersten deutschen Spielklasse bleibt die Studie schuldig.
Das neue Stadion auf der Gugl hat ebenso wie das im selben Jahr eröffnete neue Donauparkstadion nicht nur die beiden (Noch-) Bundesligaklubs Blau-Weiß Linz und LASK in ein neues Zeitalter katapultiert, sondern auch die Sportstadt Linz und das Sportland OÖ.
Für die Studie wurden 5.677 Stadionbesucher befragt – nach ihren Ausgaben und Verhaltensweisen rund um ein LASK-Heimspiel. So gab ein Viertel der Befragten an, vor oder nach dem Match in die Stadt zu gehen und dort zusätzlichen Umsatz zu generieren. Fast zwei Drittel der Gästefans sollen vor oder nach der Begegnung auf der Gugl die Linzer Hotellerie zum Nächtigen nutzen; so würden über 78.000 zusätzliche Nächtigungen generiert, was sieben Prozent aller Nächtigungen in Linz ausmache. Eine beachtliche Zahl, die aber wohl etwas hinkt. In der Realität nächtigt kaum ein Gästefan aus Wien, Graz, Ried oder Salzburg (ausgenommen die paar wenigen Europacup-Spiele mit Supportern von weiter weg) nach einem Bundesligaspiel in Linz; so gut wie jeder kommt, schaut das Spiel an und rauscht wieder heim ab.
1.600 Arbeitsplätze werden laut Studie durch die neue Arena geschaffen. Tatsächlich sind es (trotzdem beachtliche) 186 direkte Arbeitsplätze, die durch den Spielbetrieb selbst entstehen. Der Rest? Ein Graubereich, den man der Arena zuordnen kann – oder auch nicht.
„Die Raiffeisen Arena ist ein Leuchtturm für die gesamte Region“, sagt LASK-CEO Siegmund Gruber. Diese Aussage kann man dennoch zu hundert Prozent unterstreichen. Das neue Stadion auf der Gugl hat ebenso wie das im selben Jahr eröffnete neue Donauparkstadion nicht nur die beiden (Noch-)Bundesligaklubs Blau-Weiß Linz und LASK in ein neues Zeitalter katapultiert, sondern auch die Sportstadt Linz und das Sportland OÖ.
Dass es auch anders – nämlich weit schlechter – geht, zeigt derzeit das gerne mit Linz verglichene Graz: In der Murmetropole eiert man seit Jahren herum, wie man das dortige Stadionproblem mit Sturm und dem GAK unter einen oder zwei Hüte bringt.
Das beweist auch der Return on Invest: Jenes Steuergeld, das Landeshauptmann Stelzer und die Landesregierung 2023 für den Bau des LASK-Stadions lockermachten, ist bald wieder herinnen. An Steuereffekten werden rund um das Stadion 3,7 Millionen Euro pro Jahr schlagend, die direkt zurückfließen. Heißt: Alleine dadurch ist die 30-Millionen-Euro-Förderung des Landes OÖ zum Stadionbau in etwa acht Jahren zurückgespielt.
Dass es auch anders – nämlich weit schlechter – geht, zeigt derzeit das gerne mit Linz verglichene Graz: In der Murmetropole eiert man seit Jahren herum, wie man das dortige Stadionproblem mit Sturm und dem GAK unter einen oder zwei Hüte bringt. Nicht nur die geplante Lösung mit beiden Klubs in einem Stadion bereitet Kopfzerbrechen, die Arena in Liebenau ist mittlerweile auch nicht mehr Champions-League-fähig. Die KPÖ-geführte Stadt Graz und das „blaue“ Land Steiermark befetzen sich dort und schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe, warum nix weitergeht (in Wirklichkeit haben weder Stadt noch Land das Geld).
Tu felix Oberösterreich hingegen hat gemeinsam mit Linz gehandelt und gezeigt, was geht, wenn man an einem Strang zieht. Und auch der oft gescholtene LASK-Präsident Siegmund Gruber hat hier seine Stärken als Macher voll ausgespielt. Die damaligen Kritiker am Stadionprojekt sind sehr, sehr leise geworden.



























