
„Am Teich“ heißt die beschauliche Straße am Auberg (die namensgebenden Fischteiche gibt es bis auf ein kleines Biotop schon lange nicht mehr), wo das neue Wohnprojekt hingebaut werden soll. Auf dem derzeit mit Garagen bebauten, nur 1.200 m² großen Grundstück muss zuvor eine Umwidmung für das geplante dreistöckige Wohnhaus (ursprüngliche Planungen sollen sogar von fünf Stockwerken ausgegangen sein) mit Tiefgarage beantragt werden. Die Größe des Projekts und der vorhandene Platz auf einem schmalen Streifen sind stadtplanerisch als problematisch einzustufen.
Wels zeigt gangbaren Weg vor
Statt die Fläche zu verbauen, könnte man auch den umgekehrten Weg gehen – und ein Vorzeigepropjekt schaffen: Trotz großer Worte gibt es in Linz keinerlei Entsiegelungsprojekte, hier wäre das möglich – und die ehemalige Teichlandschaft könnte hier, in urbaner Randzone – wieder zurückkehren. Wels etwa riss eine alte Messehalle am Traunufer ab und entsiegelte das Gelände, mittlerweile entstand im Rahmen des größten österreichweiten Entsiegelungsprojekts ein mehr als 10 Hektar großen Park für die Bevölkerung.
„Am Teich“
„Am Teich“ ist eine etwa 240 Meter lange Straße im Linzer Stadtteil Urfahr am Auberg. Die 1941 gewählte Bezeichnung der Straße hat eine sehr konkrete historische Begründung: Hier lag tatsächlich lange Zeit ein (bzw. mehrere) Teich(e).
Bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erstreckte sich auf diesem Gelände eine Ziegelei. Der intensive Lehmabbau hinterließ einen bis zu 12 Meter hohen, steilen Abhang und große Gruben. Nach der Stilllegung der Ziegelei (Anfang der 1920er Jahre) nutzte man die entstandenen Mulden und schuf daraus Fischteiche bzw. einen größeren Aubergteich. Diese Gewässer waren lange Zeit präsent und prägten die Gegend.

Umgestaltung in der NS-Zeit
Beim Bau der Nibelungenbrücke (1938–1940) und der umfassenden Umgestaltung der Brückenköpfe fielen große Mengen Bauschutt an – unter anderem von abgerissenen Häusern im Zuge der „Neugestaltung“ Linz’ in der NS-Zeit. Dieser Schutt wurde gezielt hierher transportiert, um das Ziegeleigelände großflächig aufzuschütten und zu planieren. Dadurch verschwanden die meisten Teiche oder wurden stark verkleinert. Das so gewonnene Bauland wurde in der Folge verbaut – insbesondere entstanden hier in den 1940er-Jahren Teile der sogenannten Aubergsiedlung (eine NS-Zeit-Wohnsiedlung, u. a. Am Teich 2–30). Noch bis in die 1960er-Jahre gab es zumindest einen verbliebenen Teich, der im Winter als Schlittschuhteich genutzt wurde.
Der heutige Modellteich
Der letzte erhaltene Teich existiert bis heute – wenn auch stark verändert. 1984 hat die Naturkundliche Station der Stadt Linz diesen kleinen, etwa vier Meter breiten Tümpel (in einer Gemeinschaftsaktion u. a. mit dem ORF) zu einem Modellteich für ökologisch wertvolle Kleingewässer umgestaltet. Er dient seither als Anschauungsobjekt und Demonstrationsfläche für naturnahe Gewässergestaltung, Amphibienschutz, natürliche Uferzonen und biologische Vielfalt in der Stadt. Der Teich liegt charakteristisch genau in der Kurve der Straße „Am Teich“, direkt angrenzend an das geplante neue Bauprojekt.



























