Seit gut einem Jahr bekleidet Vizebürgermeister Martin Hajart auch das Amt des Marktreferenten. Seitdem gab es spürbar eine Aufbruchstimmung beim Südbahnhof, den Linzer Weihnachtsmärkten und auch am Urfahraner Jahrmarkt. Wir haben nachgefragt.
Martin Hajart, der Urfahraner Frühjahrsmarkt steht vor der Tür. Und nach vielen Jahren tut sich spürbar was.
Lange gab es immer wieder die Diskussion auch in Linz am Vorabend des Eröffnungstages eine „Probebeleuchtung“ am Urfahraner Markt einzuführen. Nun wollen wir heuer mit dem Vergnügungspark und der Gastronomie starten. Mit dieser „Probebeleuchtung“ verlängern wir das wichtige erste Wochenende um einen für die Besucher besonders attraktiven und für die Betriebe besonders umsatzstarken Abend.
Auch bei den Fahrgeschäften gibt es eine spürbare Offensive. Was kommt heuer neu?
Ja – mit gleich vier neuen Fahrgeschäfte, die Linz noch nie gesehen hat. Wir lassen es so richtig krachen – mit Rio Rapidos, einer Wasserbahn mit Booten; Laserpix, einem interaktiven Fahrgeschäft, dem Lach+Freu-Haus mit Labyrinth, Hindernissen, Rutschen, etc.; und Kanurah, einem Jetfighter im Maya-Setting.
Das bedingt eine Erweiterung des Volksfestgeländes. Wie gelang das bei den beengten Platzverhältnissen?
Wir haben das gemeinsam gut gelöst. Die Messe Linz wurde weiter nach hinten verschoben in Richtung Campingplatz, dadurch wurde Platz in der Mitte geschaffen. Hier sollen die neuen Fahrgeschäfte stehen.
„Zu den Markenzeichen des Marktes zählt genau diese Balance zwischen Tradition und Neuheiten, mit der es gelingt, dass sich Menschen aller Altersgruppen wohlfühlen.“
Was ist beim unverzichtbaren Spagat zwischen Tradition und Neuerungen künftig noch möglich am Jahrmarkt?
Mit seinem breiten Mix aus Schaugeschäften, Kulinarik, Musik und Verkauf ist der Urfahranermarkt seit mehr als 200 Jahren nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein „Markt für Alle“. Zu den Markenzeichen des Marktes zählt genau diese Balance zwischen Tradition und Neuheiten, mit der es gelingt, dass sich Menschen aller Altersgruppen wohlfühlen.
Der Urfahraner Jahrmarkt mag eine Erfolgsgeschichte sein, die mehrfach versprochene sanfte Umgestaltung des Geländes ist es nicht. Auch heuer verstrich der bereits dritte versprochene Baustart. Wird das noch was?
Die Frage ist dem Planungsreferenten Prammer zu stellen ist. Für mich ist klar: Der Jahrmarkt bleibt weiter am derzeitigen Standort, er soll nicht verkleinert werden und hat zweimal jährlich stattzufinden. Gleichzeitig kann und soll man schon Attraktivierungen vornehmen, etwa bei der Uferkante. Und es sollten aus meiner Sicht zusätzlich neue, ganzjährige Nutzungsmöglichkeiten angedacht werden, etwa durch mobile Elemente im Sport- und Gastrobereich.
Vieles neu wird auch am Südbahnhofmarkt, vor allem, was die Öffnungszeiten betrifft. Was wurde alles geändert?
Im Zuge der großen Marktreform ermöglichen wir eine Flexibilisierung der Kernöffnungszeiten für Kojen. Künftig soll unter der Woche die tägliche Öffnungsdauer maßgeblich sein, nicht mehr starre Uhrzeiten. Damit können Betriebe ihre Öffnung besser an Lieferungen, Personalplanung und Nachfrage anpassen. Eine verstärkte Nutzung der Schanigärten und eine Verlängerung der Freiluft-Saison wollen wir durch einen neuen günstigen Jahrestarif erreichen.
Wo bzw. was kann man am „Südi“ noch feintunen?
Wir haben mit der Einleitung der aktuellen Marktreform diesen Feintuning-Prozess längst gestartet. Auch beim „Südi“ geht es letztlich darum, den Spagat zwischen Tradition und Moderne zu meistern. Wir wollen an diversen Schrauben drehen, um den Markt noch attraktiver zu machen – ohne das große Ganze zu verändern. Das nächste Projekt: Gestalterisch sollten die Grünbereiche verschönert werden.

In der Kritik steht immer wieder der Weihnachtsmarkt im Volksgarten. Trotz der jährlichen Versprechen einer schonenden Behandlung dauert es bis in den Juni hinein, bis alle Schäden wieder zugewachsen sind, ehe das Spiel Ende Oktober wieder von vorne beginnt.
Es wurden diesbezüglich klare Regeln geschaffen, die auch kontrolliert werden. Die Hütten müssen (je nach Größe) entweder auf stabilen Schwerlastböden oder Schalungstafeln platziert werden. Dadurch wird ein Abstand von zehn Zentimetern zur Rasenkante und damit eine ordentliche Durchlüftung gewährleistet. Zusätzlich müssen die Beschicker einen Betrag für die Renaturierung zahlen. Ich möchte aber eines dazu sagen: Es gibt Kräfte in dieser Stadt, denen ideologisch ein einzelner Grashalm wichtiger ist, als ein traditionsreicher Markt. Denen sage ich ganz klar: Ich will mir unsere Märkte – etwa den tollen Weihnachtsmarkt am Volksgarten – nicht jährlich schlechtreden lassen!
Eine Idee wäre, den Markt teils auf die neue Fußgängerzone zwischen Goethekreuzung und Musiktheater zu verlegen.
Das ist wegen der Verkehrssituation zu gefährlich, denken Sie an die durchfahrenden Straßenbahnen.
Immer wieder wird auch ins Spiel gebracht, das Jahrmarktgelände auch im Winter zu nutzen – als Weihnachtsmarkt oder als Eislaufplatz.
Was es nicht spielen wird, ist, dass wir einen unserer traditionellen Weihnachtsmärkte absiedeln und zum Urfahranermarktgelände verlegen. Aber eine stärkere Nutzung des dortigen Areals würde mir durchaus gefallen, bespielt durch private Veranstalter.
„Der Grünmarkt hat eine erfreuliche Entwicklung genommen.“
Ein Sorgenkind ist nach wie vor der Grünmarkt in Urfahr. Die wöchentlichen Markttage werden meist von nur 3 oder 4 Beschickern genutzt. Wird das noch was?
Der Grünmarkt hat eine erfreuliche Entwicklung genommen. Dieser findet nun wieder am Freitag und – wie gewohnt – am Samstag statt. Nachdem der Freitagsmarkt über längere Zeit kaum mehr existent war, ist es gelungen, diesen gemeinsam mit engagierten Standbetreibern wieder aufzubauen und neu zu beleben. Besonders die Initiative der umliegenden Betriebe – etwa der Apotheke – sowie unsere aktive Unterstützung haben wesentlich dazu beigetragen.
Zurück zum Urfahraner Frühjahrsmarkt: Ihre drei To-do-Empfehlungen?
1. Unbedingt die neuen Fahrgeschäfte testen.
2. Auf ein Hendl und Bier ins Festzelt gehen.
3. Unbedingt die Weißwurstparty der VP Linz am 5. Mai 2026 in der Donaualm besuchen.



























