Laut einem heute gefällten Beschluss im Stadtsenat ist vorgesehen, im Tabakfabrikviertel 250 neue Parkplätze – 190 davon in einem eigenen Parkhaus und 60 Oberflächenstellplätze – um circa 4,7 Millionen Euro zu errichten. Die Immobilien Linz GmbH erhält dafür einen bisher nicht vorgesehenen Zuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro. „Es kann doch nicht sein, dass in vielen Bereichen der finanzielle Gürtel enger geschnallt werden muss, Geld aber wieder einmal keine Rolle spielt, wenn es um knapp fünf Millionen Euro für neue Parkplätze auf Kosten der Lebensqualität im Stadtteil geht. Das Tabakfabrikviertel darf nicht der Parkplatz der Stadt werden“, sagt Umweltstadträtin Eva Schobesberger.
Obwohl die neue Tiefgarage beim Quadrill bereits 700 Parkplätze aufweist, ist an der Kreuzung Lederergasse/Petzoldstraße ein weiteres Parkhaus mit 190 Stellplätzen vorgesehen. Kostenpunkt alleine dafür: Rund 3,8 Millionen Euro. Zusätzlich sind um weitere rund 900.000 Euro ca. 60 zusätzliche Oberflächenparkplätze nördlich der Unteren Donaulände – konkret zwischen dem „Medicent“ bzw. der daran anschließenden Tankstelle und der nördlich davon gelegenen Kleingartenanlage – angedacht.
„Die neue Garage der Tabakfabrik im Kaplanhofviertel ist de facto eine Pendlergarage mitten in der Stadt.“
Wird das Vorhaben in die Tat umgesetzt, bedeutet das, dass inklusive der Quadrill-Tiefgarage insgesamt 950 Parkplätze rund um die Tabakfabrik realisiert werden. „Mehr Verkehr, steigende Abgase, schlechtere Luft: Diese Parkplatzpläne stellen eine weitere Zusatzbelastung für die Menschen dar, die in dem Viertel zu Hause sind“, so die Linzer Umweltstadträtin Schobesberger.
Kritik kommt auch von LinzPLUS: „Meine schlimmsten Befürchtungen werden wahr“, so Anrainerin und Gemeinderätin Brita Piovesan, „Die Tabakfabrik plant eine 5-stöckige Garage ins Kaplanhofviertel und fährt dabei über die Anrainer einfach drüber. So kann man nicht mit der Nachbarschaft umgehen. Diese Garage ist einer der Schäden aus den städtischen Fehlplanungen rund um die Quadrill.“ Die neue Garage der Tabakfabrik im Kaplanhofviertel (Ecke Ledergasse/ Petzoldstraße) sei „de facto eine Pendlergarage mitten in der Stadt“, so Piovesan.
„Wir brauchen endlich echte Push-Maßnahmen für die Verkehrswende. Das beste Öffi-Angebot hilft nichts, wenn die Autonutzung nicht zumindest ein Stück weit unattraktiver gemacht wird.“
KPÖ Linz-Verkehrsprecher Michael Roth-Schmida sagt: „Wir brauchen endlich echte Push-Maßnahmen für die Verkehrswende. Das beste Öffi-Angebot hilft nichts, wenn die Autonutzung nicht zumindest ein Stück weit unattraktiver gemacht wird.“ Der KPÖ-Gemeinderat fordert entsprechende politische Maßnahmen – gerade im Linzer Osten – und ein umfassendes Mobilitätskonzept, das auch die dort ansässigen Betriebe in die Pflicht nimmt. Im Industriegebiet-Hafen leben nur etwas über 100 Personen, gleichzeitig gibt es zehntausende Stellplätze für Beschäftigte. Insgesamt arbeiten rund 30.000 Menschen im Stadtteil. „Wir brauchen wirksame Lenkungsmaßnahmen, damit die zusätzlichen Öffi-Angebote auch tatsächlich angenommen werden“, so Roth-Schmida
Titelfoto: LinzPLUS



























