An der Linzer Promenade entsteht eine dritte Theaterbühne: Mit der neuen „Studiobühne“ bekommen das Schauspielhaus des Landestheaters mit rund 500 Plätzen und die Kammerspiele mit 396 Plätzen bis 2027 einen weiteren Auftrittsort dazu. Bis zu 100 Zuschauer sollen dort Platz finden. Die neue, kleinere Bühne ist Teil der umfassenden Sanierung des gesamten Promenadengevierts. Auch die Arbeiten in den Redoutensälen, im Promenadenhof sowie an der Haus- und Bühnentechnik liegen laut Land im Zeitplan. Insgesamt werden knapp 60 Millionen Euro investiert.
Begonnen wurde das Großprojekt im Mai 2025. Es umfasst den gesamten historischen Gebäudekomplex mit Schauspielhaus, Kammerspielen, Redoutensälen und Promenadenhof. Ziel ist es, das denkmalgeschützte Ensemble zu erhalten und gleichzeitig technisch und energetisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Ein Teil der Arbeiten ist bereits geschafft: In den Redoutensälen wurden neue Festsäle samt Eingangsbereich, Garderobe, Gastronomie und Sanitäranlagen geschaffen. Der historische Redoutensaal und der Spiegelsaal werden in enger Abstimmung mit Denkmalschutz und Restauratoren saniert. Im Promenadenhof wurden große Teile der technischen Infrastruktur erneuert, zudem entstehen ein neuer Wintergarten und Gastgarten. Auch die Küche wird modernisiert.
Landeshauptmann Thomas Stelzer unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Mit der umfassenden Erneuerung des gesamten Gebäudekomplexes tragen wir der kulturhistorischen und städtebaulichen Bedeutung des Ensembles Rechnung.“ Gleichzeitig gehe es um zeitgemäße Standards und darum, mit der Investition „Verantwortung für den Standort Oberösterreich“ zu übernehmen.
Kräftig umgebaut wird hinter den Kulissen des Theaters. Die Bühnenbeleuchtung und Tonanlage der Kammerspiele wurden bereits modernisiert, derzeit folgt das Schauspielhaus. Bühnenböden, Probebühnen, Garderoben und Sanitärbereiche werden ebenfalls erneuert. Ein neuer Lastenlift erschließt künftig sämtliche Probebühnen und die neue Studiobühne. Der Innenhof an der Lessingstraße wurde bereits im Rohbau fertiggestellt und schafft unter anderem die Voraussetzungen für einen barrierefreien Zugang.
Auch bei der Energieversorgung setzt man auf eine ungewöhnliche Lösung: Eine Wärmepumpe soll künftig die Abwärme der Promenaden-Tiefgarage nutzen, um das Geviert zu beheizen. „Etwa die Hälfte der Investition bekommt man gar nicht zu Gesicht, weil diese in Bereichen wie Technik, Installation oder der Wärmepumpe stecken“, sagt TOG-Geschäftsführer Thomas Königstorfer.
Aktuell befindet sich das Projekt in Bauphase drei. Am 8. Oktober 2026 soll der reguläre Spielbetrieb im Schauspielhaus und in den Kammerspielen wieder aufgenommen werden. Im Sommer 2027 folgt nochmals eine mehrmonatige Baupause für die letzten großen Arbeiten. Im Herbst 2027 soll das gesamte 60-Millionen-Projekt abgeschlossen sein – inklusive der neuen Studiobühne.
Titelfoto: Land OÖ / Peter Mayer















