• 😂 „Niemand sagt URFIX!“
Monty Python hätte seine Freude gehabt: In ‚Das Leben des Brian‘ durfte man ‚Jehova’ nicht sagen – in Linz war es eine Zeit lang offenbar „Urfix“. Wie das?

Eine Privatperson hatte sich den Begriff als Wortmarke gesichert. Vizebürgermeister Martin Hajart machte dem Spuk ein Ende: Die Stadt meldete ‚Urfix’ selbst als Marke an und bekam nun vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) Recht.

🪨 Also liebe Linza: Ihr dürft wieder „URFIX“ sagen! Und wer es dreimal hintereinander ruft, wird nicht gesteinigt – sondern bekommt höchstens Durst auf ein Bier. 🍺😂

👉 www.linza.at/jetzt-darf-wieder-jeder-urfix-sagen/
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Der „Post-Turm“ hat ein Ablaufdatum

Nach der Nutzung als Kunstfläche kommt die Abrissbirne

20. August 2026
in Linz
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Über das stetige Niederreißen von geschichts- und erinnerungsträchtigen Linzer Bauten könnte man mittlerweile Buchregale füllen. Im Zuge der Neubebauung des Postareals beim Bahnhof verschwindet mit dem markanten „Uhrturm“ des Hauptpostamts in Kürze auch die letzte Landmark aus dem vorigen Jahrtausend. Grund: Mit der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes (2000) entfiel auch der Schutz für Postgebäude. Bevor die Abrissbirne kommt, wird die Fläche rund um den Post-Turm noch zum temporären Kunstobjekt.

Ab 24. August wird es bei der Linzer Post City bunt: Vier internationale Künstler gestalten gemeinsam mit dem Urban-Art-Kollektiv Calle Libre die Fassade des ehemaligen Post-Logistikzentrums beim Hauptbahnhof. Auf 2.235 Quadratmetern, einer Länge von fast 150 Metern und einer Höhe von bis zu 15 Metern soll unter dem Motto „Addressing Tomorrow“ Österreichs größtes Street-Art-Ensemble entstehen. Die Arbeiten dauern knapp vier Wochen, am 18. September soll das fertige Kunstwerk präsentiert werden. Gleichzeitig öffnet sich die Post City Linz am 18. und 19. September im Rahmen des Calle Libre Festivals für Besucher. Bei freiem Eintritt wartet ein Programm rund um urbane Kunst, Musik, Führungen und Workshops.

Rückblick: Zur Nazizeit war geplant, den neuen Hauptbahnhof zwischen Bulgariplatz und Wagner-Jauregg Krankenhaus anzusiedeln, nach den Kriegswirren beließ man es aber beim heutigen Standort. 1949 wurde das bis 2002 bestehende Gebäude errichtet. Mit der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs und des Landesdienstleistungszentrums (2004) sowie einer fast schon jährlich wachsenden Zahl an Hochhäusern hat sich das Bahnhofsviertel in den letzten 15 Jahren völlig neu erfunden.

So gut wie nichts ist seitdem mehr da von der alten Eisenbahnromantik, den dunkel-stickigen, drückenden Hallen und den wuchtigen Bauten im romantischen Stil, wogegen grundsätzlich ja nichts einzuwenden ist. Gerade im öffentlichen Nahverkehr braucht Neues seinen Platz. Lediglich die zwei Löwen (1941) vor der neuen Bahnhofshalle haben alle Zeiten überstanden – auch wenn sie heute nicht mehr als der „Treff ma uns bei die Löwen“-Meeting Point herhalten. Zu unscheinbar wirken sie angesichts des wuchtigen Hallen-Flügeldachs direkt dahinter.

Charakterbau mit Ablaufdatum: das Hauptpostamt mit seinem markanten Turm – beides wird bis 2028 geschliffen.
Charakterbau mit Ablaufdatum: das Hauptpostamt mit seinem markanten Turm – beides wird in den nächsten Jahren geschliffen.

Wie ein letztes Ausrufezeichen des vorigen Jahrtausends steht aber noch das Bahnhofspostamt samt seinem „Uhrturm“ da – ein typisches Beispiel für die Architektur der 1950er-Jahre. Vor allem ältere Generationen erinnern sich noch an die mit Marmor verkleidete Schalterhalle und die damals vielgenutzten Fernsprechzellen.

In Linz mit seinem Umgang mit alten Gebäuden verwundert es fast nicht, dass auch dieser markante Bau aus dem Stadtbild verschwinden wird. Er soll den vor einiger Zeit präsentierten „Postcity“-Plänen mit elf neuen Hochhäusern weichen. Zumindest den Turm mit seiner markanten Optik und der weithin sichtbaren Uhr (damals als bewusst prägnantes Symbol für die Pünktlichkeit der Post gewählt) hätte man erhalten können, wenn man denn wollte. Aber wie gesagt: Wir sind in Linz, wo das Abreißen fast schon mehr Tradition als die Linzer Torte hat.

Kommentar
Denkmalschutz in Linz: Taucht irgendwo ein Investor auf, spielt die historische Bedeutung eines Gebäudes keine Rolle mehr. Ein Grund, ein Objekt aus dem Denkmalschutz zu entlassen oder gar nicht mehr aufzunehmen, findet sich in Linz traditionell blitzschnell. In absehbarer Zeit ist Linz eine sterile Stadt mit überraschungsfreien, neu gebauten Stadtvierteln, Hochhäusern, Anlegerwohnungen und schönen Autobahnen – ohne altem Mief, aber auch hochgradig verwechsel- und austauschbar...

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