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Rot-Blau einigen sich: Jetzt rückt der Ordnungsdienst auch in Zivil aus

17. Juli 2017
in Linz
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„Das Geschäftsmodell der organisierten Bettelei in Linz hat sich geändert“, begründet Bürgermeister Klaus Luger das Ja der SPÖ zu zivilen Kontrollen des Ordnungsdienstes. Er schwenkt damit auf die Linie der FPÖ ein, die diese Maßnahme seit längerem fordert. Auch die Polizei begrüßt den Entschluss zu Zivilkontrollen, die eigentlich nichts Neues sind: Sowohl der städtische Erhebungsdienst als auch die Kontrollore der Linz Linien sind seit Jahren bereits in Zivil unterwegs.

Es gibt kein stilles Betteln mehr, Passanten werden gezielt angesprochen, Rosen, Magazine und ortsfremde Zeitungen (wie etwa das Wiener Obdachlosenmagazin Augustin) zum Verkauf angeboten, es wird sogar mit Babys am Arm gebettelt – jetzt ist Schluss damit: „Niemanden fällt ein Zacken aus der Krone, wenn sich aufgrund spezieller Entwicklungen auch Standpunkte ändern“, erklärt Luger den Stimmungsschwenk zum JA für zivile Ordnungsdienst-Kontrollen. Luger sagt aber auch, dass Linz nach wie vor sehr sicher ist – und erhält von Landespolizeidirektor-Stv. Erwin Fuchs Unterstützung: „Obwohl sich die Anzeigen wegen Bettelns wesentlich verringert haben, sind Zivilkontrollen notwendig, um noch effektiver gegen die organisierte Bettelei vorgehen zu können.“ Viele Bettler würden sich bei Auftauchen eines Uniformierten sofort aus dem Staub machen und wären somit nicht greifbar, weiß Bezirksverwaltungsdirektor und Ordnungsdienst-Chef Robert Huber.

Zivilkontrollen beschlossen: Bürgermeister Klaus Luger und sein Vize Detlef Wimmer
Zivilkontrollen beschlossen: Bürgermeister Klaus Luger (l.) und sein Vize Detlef Wimmer

Vizebürgermeister Wimmer will „Effizienz steigern“
„Der Beginn des Ordnungsdienstes vor sieben Jahren war nicht leicht, es gab keinerlei Vorschusslorbeeren“, erinnert sich Ordnungsdienst-Initiator und Vizebürgermeister Detlef Wimmer an die Anfänge. Das Blatt hat sich mittlerweile gewendet, der Ordnungsdienst ist von weiten Teilen der Bevölkerung anerkannt. „Verbrechen bleiben aber auch weiterhin Sache der Exekutive“, sagt Wimmer, während der Ordnungsdienst die Polizei in gewissen Bereichen entlasten soll – etwa bei der Ahndung von illegalen Müllablagerungen, Kurzparkzonenüberwachung, der Hundeleinenverordnung oder eben dem Bettelverbot. „Es ist nur logisch, die Effizienz des Ordnungsdienstes mit einer Kompetenzerweiterung zu steigern“, sagt Wimmer zu den beschlossenen Zivilkontrollen.

Personelle Aufstockung des Ordnungsdienstes geplant
Die 30 „Ordnungsdienstler“ durchlaufen im August eine ganztägige Schulung im Bildungszentrum der Sicherheitsakademie und werden dort auf ihre neue Aufgaben vorbereitet. Auch an eine personelle und finanzielle Aufwertung des Ordnungsdienstes ist aufgrund des gewachsenen Aufgabenbereichs ebenfalls gedacht, genaue Details werden bei der nächsten Sitzung des Ordnungsausschusses am 18. September besprochen, so Wimmer.

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