Immer mehr Wettlokale prägen das Bild auch in den zuvor guten Innenstadt-Lagen. Neueste Zugänge gibt es zwischen Goethekreuzung und Schillerpark sowie in der Hauptstraße Urfahr. Rechtlich hat die Stadt Linz wenig Handhabe. Vizebürgermeister Martin Hajart will diese Entwicklung nicht länger hinnehmen: Der Linzer VP-Chef fordert den zuständigen Landesrat Martin Winkler auf, dafür zu sorgen, dass das oö. Wettgesetz verschärft wird und den Städten endlich mehr Möglichkeiten zu geben, gegen eine übermäßige Konzentration von Wettbüros vorzugehen.
89 Wettbüros oder Standorte mit Wett-Terminals gibt es mittlerweile in Linz. Besonders auffällig ist die Entwicklung an wichtigen Einkaufsstraßen wie der Landstraße und der Urfahraner Hauptstraße. Wo sich Wettlokale häufen, droht ein schleichender Abwärtstrend: Die Attraktivität des Straßenbildes leidet, der Branchenmix wird schlechter und damit sinkt letztlich auch die Aufenthalts- und Wohnqualität.
Für Vizebürgermeister Martin Hajart gibt es nur eine Lösung: Die Stadt muss mehr Möglichkeiten bekommen, diese Entwicklung zu steuern. „Mit 89 Wettbüros ist die Dichte in Linz enorm. Der Wildwuchs neuer Wettlokale schadet der Attraktivität ganzer Straßenzüge. Landesrat Martin Winkler ist für das Wettgesetz verantwortlich und muss endlich handeln“, so Hajart.
„Die Stadt braucht endlich mehr Mitsprache bei der Ansiedlung von Wettlokalen. An exponierten Lagen wie der Landstraße und in der Hauptstraße haben Wettlokale nichts verloren.“
Stadt hat derzeit kaum Möglichkeiten
Das Problem: Der Stadt Linz sind weitgehend die Hände gebunden. Die entscheidenden gesetzlichen Rahmenbedingungen werden vom Land Oberösterreich vorgegeben. Darum die Forderung an den zuständigen Landesrat Winkler, seiner Verwaltung umgehend den Auftrag für eine Novelle des Oö. Wettgesetzes zu erteilen. Auf weitere Resolutionen oder Aufforderungen aus dem Linzer Gemeinderat müsse der Landesrat dabei nicht warten.
„Die Stadt braucht endlich mehr Mitsprache bei der Ansiedlung von Wettlokalen. An exponierten Lagen wie der Landstraße und in der Hauptstraße haben Wettlokale nichts verloren. Landesrat Winkler muss das Oö. Wettgesetz so überarbeiten, dass Städte endlich eine wirksame Handhabe gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Wettbüros haben“, sagt Hajart.
Hajart: „Auch eine soziale Frage“
Für Hajart geht es dabei aber nicht nur um Stadtentwicklung und attraktive Einkaufsstraßen. Hinter dem Thema steckt auch eine soziale Dimension. Spielsucht kann Familien in massive finanzielle Schwierigkeiten bringen und im schlimmsten Fall ganze Existenzen zerstören. Umso wichtiger sei es, nicht tatenlos zuzusehen, wenn sich Wettlokale in einzelnen Straßenzügen immer stärker konzentrieren: „Gerade deshalb darf die Politik nicht wegsehen. Ich fordere Martin Winkler auf, seine Verantwortung wahrzunehmen und das Oö. Wettgesetz rasch zu verschärfen.“















