• Dürre-Wüste statt grünem Band: Das etwa 23.000m2 oder etwa drei Fußballfelder  große Dach des Autobahntunnels zwischen Neuromed Campus und dem Wankmüllerhofviertel hat es diesen Sommer ganz besonders erwischt. Das nur etwa 50cm dicke, schattenlose  Erdreich auf der 560 Meter langen Einhausung wurde so richtig durchgegrillt.
In der Vergangenheit gab es bekanntlich immer wieder Vorstöße, die Fläche zu öffnen und urban nutzbar zu machen – als Fläche zum Garteln oder als Sport- und Spielplatz mit Sonnensegeln. Passiert ist bis dato nichts. Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik  brachte die Idee bereits 2020 erstmals in den Gemeinderat, blitzte bei den anderen Parteien aber ab. Es wäre das größte derartige Projekt in Europa gewesen. Linz pflanzte lieber in der Innenstadt einzelne Bäume um einen mittlerweile siebenstelligen Betrag. 

Die Einhausung Niedernhart wurde 2005 verwirklicht. Anders als beim angrenzenden Bindermichl-Tunnel wurde damals aber – wohl aus Kostengründen – auf die Möglichkeit einer Begehung, Querung und eine Nutzbarmachung verzichtet, obwohl das Dach mit einer Wiesenfläche bewachsen ist. „Schade, denn in vielen anderen Städten werden genau solche Flächen jetzt urban nutzbar gemacht. Genau an solchen Stellen könnte mit vergleichsweise wenig Aufwand viel für die „Klimahauptstadt“ herausgeholt werden“, so Linzplus-Propeller Lorenz Potocnik .

Fotos: zVG
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(Total)Absturz // Die Woche in Linz #07

Immer hier: Der wichtigste Kommentar über die aktuelle Woche in Linz

5. Juni 2026
in Meinung
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Heute ist es genau 35 Jahre, als wenige Minuten nach dem Start in Bangkok eine Boeing 767-300 der Lauda-Air vom Nachthimmel stürzte und 223 Menschen in den Tod riss. Ich war damals im ersten Flugbegleiter-Ausbildungskurs wenige Wochen nach dem Unglück und bekam die Nachwirkungen hautnah mit. Zum 30. Jahrestag wollte ich bereits 2021 die Absturzstelle im Dschungel besuchen, um so die bis heute wummernden Gedanken an diese Geschichten besser zu verarbeiten. Aufgrund  der Corona-Zeit konnte ich dieses Vorhaben erst ein paar Jahre später realisieren. Im unwegsamen Dschungel fernab jeglicher Zivilisation liegen heute noch unzählige Trümmerteile herum. Es war eine unglaubliche Reise zu einem ganz besonderen Ort. HIER gibt’s die Reportage dazu.

Abzustürzen droht– wenn auch nicht ganz so letal – auch der Demokratiegedanke in Oberösterreich. Der oö. Landtag will und wird mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und SPÖ eine Wahlrechtsreform beschließen. Danach wird u.a. im Linzer Gemeinderat keine Partei, Gruppierung oder Bürgerliste mehr die Chance auf einen Einzug haben, weil eine 4-Prozent-Hürde aufgebaut wird.

Argumentiert wird u.a. damit, dass man keine „italienischen Verhältnisse“ (SPÖ) – also quasi eine Unregierbarkeit – herbeigewählt haben wolle. Kennt man ja in Linz: Durch KPÖ, LinzPlus, MFG und NEOS (je zwei Mandate) und WANDEL (ein Mandat) herrscht in Linz seit 2021 durchwegs Chaos, Kabul, Mafia und Camorra. Die FPÖ sieht das ähnlich, sie brabbelt von „stabilen Verhältnissen“, die durch die 4-Prozent-Hürde einkehren würden.

In Wirklichkeit geht’s eher darum, eine in Folge möglicherweise wachsende Konkurrenz fernzuhalten und die entsprechenden Mandate (und das damit verbundene Geld in Form von Mandatarförderungen usw.) untereinander aufzuteilen, in Linz geht’s immerhin um deren neun. Mit „mehr Demokratie“, wie vor allem gerne von der FPÖ gefordert, hat das nix bis überhaupt nix zu tun. Ein Lichtblick ist, dass die Grünen den Plänen nicht zustimmen – verständlich, denn als gebranntes Kind scheiterte man bei der vorletzten Nationalratswahl 2017 an der 4-Prozent-Hürde.

Apropos Geld und Grüne: Ist das schon Wahlkampf? Gewählt wird in Linz und Oberösterreich zwar erst in 16 Monaten, aber schon jetzt fährt der grüne Landesrat Stefan Kaineder eine enorme Kampagne mit unzähligen Plakaten in Bestlage, Leuchtboxen und großflächigen Inseraten. Experten schätzen die Kosten der Werbekation, die wohl nicht nur in Linz ausgerollt wurde, auf 250.000 Euro oder mehr. Der Erfolg scheint überschaubar: Laut Medienberichten melden sich etwa 20 Personen pro Tag, die Kaineders Aufruf folgen und mit dem grünen Landesrat persönlich reden wollen… 

 

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