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    Es geht wieder aufwärts im Linzer Schi-Mekka Kirchschlag

    18. November 2017
    in Freizeit
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    Kirchschlag bei Linz trotzt der Gigantomanie anderer Schigebiete und geht seinen eigenen Weg: Mit vier Schleppliften und dem Schwerpunkt auf Kinderkurse freut man sich nur zehn Kilometer von der letzten Linzer Ortstafel entfernt über steigende Schifahrerzahlen. Der Linzer Rainer Wimmer ist einer jener Köpfe, die für einen Aufschwung sorgten. Vor elf Jahren rettete er den legendären „Kaiserlift“ mit Investitionen und der Gründung der Schischule „Kinderleicht“ vor dem endgültigen Aus.

    Man muss im eigenen Bekanntenkreis schon lange suchen, um jemanden zu finden, der keine Kindheitserinnerungen ans Schifahren in Kirchschlag bei Linz hat. Fast jeder Linzer machte dort seine ersten Erfahrungen mit den Brettln. Vor einigen Jahren stellten wegen der immer wärmeren Winter einige Schlepper – u.a. 2009 der legendäre „Wildberglift“ – den Betrieb ein. Auch der Schlepplift in der Koglerau, nur drei Kilometer hinter der Linzer Stadtgrenze, wurde 2015 abgebaut.

    Wimmer-Kirchschlag-770-IMG_1171Als es schließlich dem 480 Meter langen Kaiserlift (Baujahr 1967) an den Kragen gehen sollte, engagierte sich der Linzer Rainer Wimmer und übernahm den Lift. Nach der Kaprun-Katastrophe im Jahr 2000 wurden die gesetzlichen Auflagen verschärft, Wimmer musste zur Fortführung des Betriebes 30.000 Euro investieren, auch das Land OÖ stand mit einer Investition zur Seite: „Jede große Überprüfung schlägt sich mit weiteren 2.000 Euro zu Buche, das ist für jeden kleinen Liftbetreiber eine enorme Belastung.“

    Bei Volksschulkindern bereits die Nummer 4 in Oberösterreich
    Wimmer war klar, dass es nur mit einer klaren Positionierung gehen würde. Wimmer setzt neben privaten Kinder-Schikursen auf Volksschulschikurse, die während der Unterrichtszeit in drei Tagen absolviert werden. Wimmer: „Das Land Oberösterreich hat die Zeichen der Zeit erkannt und unterstützt diese ,OÖ Wintersporttage‘ genannte Aktion, indem die Kosten für Schikarten übernommen werden.“ Mittlerweile kommt die Aktion so gut an, dass Wimmer mit seiner „Schischule Kinderleicht“ OÖ-weit bereits die Nummer 4 ist, im letzten Winter nutzten  2.877 Volksschüler die Aktion. Wimmer: „Wir ‚produzieren‘ für die großen Schigebiete Hinterstoder und Dachstein West die Kunden von morgen, daran muss man auch denken.“

    Keine Sorgen: Rainer Wimmer sorgte für einen Aufschwung in Kirchschlag
    Keine Sorgen: Rainer Wimmer sorgte für einen Aufschwung in Kirchschlag

    Medaille für jeden Teilnehmer
    Interessanterweise kommen die Volksschulkurse gerade bei den vielen Kindern mit Migrationshintergrund sehr gut an: „Die sind mit großer Begeisterung und Freude mit dabei.“ Für die Eltern kommen die dreitägigen Volksschulschikurse auf nur 80 Euro, hier sind der Kurs, die Fahrt von der Volksschule nach Kirchschlag und die Liftkarte inkludiert. Am Ende des Kurses gibt es immer einen Wettbewerb, bei dem der Spaß im Vordergrund steht: Bei uns bekommt jedes Kind eine Medaille und eine Urkunde“, so Wimmer. Mit der VKB-Bank konnte heuer ein neuer Partner und Sponsor gefunden werden, auch die OÖ Versicherung ist mit dabei und gibt dem Ganzen mit dem Begriff „Keine Sorgen Schiarena“ auch gleich einen Namen.

    Ohne Schneekanonen geht’s (fast) nicht
    Der letzte Winter war mit 54 Betriebstagen ein ausgesprochen guter, es gab aber auch schon andere Zeiten mit weniger als die Hälfte. Auch in Kirchlag geht man mit der Zeit: Der Schiliftberteiber Pilsl gleich nebenan hat bei seinen drei Liften etwa 15 Schneekanonen und Schneelanzen im Einsatz. Wimmer hat zwar erst eine („Nächstes Jahr kommen noch drei weitere dazu“), mit dieser kann er für seinen Lift pro Stunde aber beachtliche drei Kubikmeter Schnee produzieren. Ganz ohne Naturschnee geht’s aber dennoch nicht. Wimmer: „Besonders die Weihnachtsferien und die Semesterferien sind für uns wichtig, wenn da kein Schnee liegt, ist es immer eine Zitterpartie.“ Übrigens: Auch Erwachsene können bei Rainer Wimmer und seinen 15 Schilehrern das Runterbretteln erlernen: Eine Privatstunde für zwei Personen kommt auf smarte 55 Euro.

    Schifahren zu Preisen wie vor 30 Jahren
    Und das Liftfahren ist in Zeiten von 55 Euro-Tageskarten hier am „Dach von Linz“ eine echte Option: Die 10-Punkte-Karte (am Kaiserlift wird noch ganz auf Old School mit der Zange gezwickt) kostet nur acht Euro. Nebenan bei den etwas längeren und steileren Pilsl-Liften zahlt man für die Tageskarte smarte 16 Euro, es gibt sogar eine Flutlichtpiste. In einer guten Saison verzeichnet man im gesamten Schigebiet hoch über Linz bis zu 30.000 Skifahrer.

    www.keinesorgenarena.at
    www.schischule-kinderleicht.at

     

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