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Bodenversiegelung als städtischer Klimatreiber: Mehr Schatten in Citys gefordert

3. August 2018
in Linz
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Eine der größten Hitzeinseln des Landes ist das versiegelte Jahrmarktgelände. Bis sich dort was tut, werden wohl noch weitere 4-5 Jahre vergehen. Eine Zwischennutzung mit mobiler Begrünung oder anderen Elementen ist aber dennoch kein Thema. Untersuchungen des Verkehrs Club Österreich zeigen, dass sich innerstädtische Böden auf über 50 Grad aufheizen und so zu noch höheren Temperaturen beitragen.

Bis 82 Grad Celsius haben Forscher  auf Dächern in New York City gemessen. Im Sommer heizen sich insbesondere dunkle städtische Flächen extrem auf. Asphaltierte Straßen tragen ebenso wie fehlende Vegetation dazu bei, dass in Städten insgesamt höhere Temperaturen gemessen werden als im Umland. Bei einer Messung des VCÖ in Wien ergaben sich Bodentemperaturen von 51 Grad – bei 28 Grad Lufttemperatur. Bei der aktuellen Hitzewelle sind es wohl noch einige Grad mehr, die unsere Böden aufheizen.

Eine Vorzeige-Hitzeinsel im allerschlechtesten Sinn: das Jahrmarktgelände.
Eine Vorzeige-Hitzeinsel im allerschlechtesten Sinn: das Jahrmarktgelände.

Bodenversiegelung ist auch in Oberösterreich ein zunehmendes Problem und verschärft die Hitze-Belastung. Laut Daten des Umweltbundesamts sind bereits 423 Quadratkilometer des Landes durch Bau- und Verkehrsflächen versiegelt, das entspricht der viereinhalbfachen Fläche von Linz. In den Städten und Gemeinden braucht es mehr Grünflächen und Bäume entlang der Straßen, so der VCÖ.

Täglich wird in OÖ ein Fußballfeld versiegelt
Allein im Vorjahr nahm die versiegelte Bau- und Verkehrsfläche in OÖ laut Umweltbundesamt auf 423 Quadratkilometer zu. Im Schnitt wurde damit täglich eine Fläche im Ausmaß eines Fußballfeldes versiegelt. Allein der Verkehr ist mit 201 Quadratkilometer für fast die Hälfte der versiegelten Flächen verantwortlich. „Versiegelte Flächen sind deutlich wärmer als Grünland, weil die kühlende Wirkung der Verdunstung fehlt. Dadurch wird die Hitze-Belastung zusätzlich verstärkt. Wer an einem heißen Tag in einer Straße ohne Schattenspender geht, weiß, warum man von Asphaltwüste spricht“, sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Verdorrte Böden.
Ein trauriges Bild: verdörrte Böden, trostlose, aufgeheizte Flächen statt innovativer Zwischennutzung.

Begrünungen von Geh- und Radwegen gefordert
In Städten und Gemeinden seien verstärkte Maßnahmen nötig, um die Hitze-Belastung zu reduzieren. Im Ortsgebiet braucht es entlang der Straßen sowie der Geh- und Radwege mehr Bäume. Bäume sind Schattenspender und wirken wie eine natürliche Klimaanlage. Durch mehr Grünflächen und Fassadenbegrünungen kann das Mikroklima weiter verbessert werden. Auch der Kfz-Verkehr verstärkt in den Städten die Hitze. Die Motoren strahlen Wärme ab, parkende Autos heizen sich in der Sonne auf bis 70 Grad auf. Der Verkehr ist rascher auf Klimakurs zu bringen, vor allem in den Städten.

Häuslbauer und Zersiedeln stoppen
Wesentlich ist auch, die Zersiedelung zu stoppen. Jede neue Siedlung bedeutet die Versiegelung durch Häuser und Zufahrtsstraßen, jeder zusätzliche Fachmarkt oder Supermarkt auf der Grünen Wiese bedeutet mehr Bodenversiegelung durch das Geschäft und die Parkplätze. „Derzeit bereitet uns die Hitze große Probleme. Die Bodenversiegelung führt aber auch dazu, dass Böden kein Wasser mehr aufnehmen können und damit Starkregen schneller Überschwemmungen verursachen kann“, so Gansterer.

 

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