Richtiggehend durch den Kakao gezogen wurde die Öffentlichkeit bezüglich des Abbaus des Taubenmarktbrunnens: Nach und nach wird klar, dass man den beliebten Brunnen einfach nur loswerden wollte. Als offizieller Grund wurde seitens der Stadt Linz im Vorjahr angeführt, dass sich dieser für einen Betrieb im Freien nicht eigne und daher nach 46 Jahren an die Sparkasse zurückgegeben werde. Doch das war offensichtlich eine glatte Unwahrheit, denn der Brunnen steht nun zwar woanders, aber wieder – tataaa – im Freien.
Was hat die Stadt Linz da für ein seltsames Spiel gespielt, um den Taubenmarktbrunnen elegant loszuwerden? „Der Brunnen wurde für den Innenbereich des Sparkassen-Gevierts konzipiert, ist im Freien wartungsintensiv und technisch nicht optimal betreibbar“, behauptete die Stadt Linz in einer Aussendung am 7. August 2025. Der Brunnen wurde daraufhin abgebaut und an die Sparkasse OÖ retourniert. Das Bankhaus stellte den Brunnen aber wieder im Freien auf, obwohl dieser angeblich „im Freien nicht optimal betreibbar“ sei – genauer gesagt in einem öffentlich zugänglichen Innenhof an der Promenade.

Am 27. Oktober 2025, als offensichtlich klar war, dass der Brunnen wieder im Freien stehen würde, ruderte die Stadt zurück und behauptete in einer Aussendung, dass der Sparkassenbrunnen lediglich „nicht für die Nutzung an öffentlichen Plätzen konzipiert“ sei. Von „im Freien“ war keine Rede mehr. Was die Sache nicht besser macht, denn auch der neue Standort ist ein de facto öffentlicher Platz.
Ob jemals wieder ein Brunnen am Taubenmarkt stehen wird, ist ungewiss – oder besser gesagt unwahrscheinlich, nachdem ein belangloses Bäumchen mit einer Rundbank installiert wurde. Die Stadt Linz schrieb Ende 2025: „Der Taubenmarkt ist ein zentraler Punkt in der Linzer Innenstadt, der viele Funktionen zu erfüllen hat und von unterschiedlichsten Nutzer*innen-Gruppen geprägt ist. Im Sinne einer nachhaltigen, innovativen Stadtplanung soll nun auch die Übergangszeit bis zur endgültigen Neugestaltung eine deutliche Aufwertung und Entspannung der beengten Platzsituation mit sich bringen“, erklärt Bürgermeister und Planungsreferent Dietmar Prammer.
Kommentar
Der Taubenmarkt ist das Herz der Linzer Innenstadt – ein Platz, an dem sich täglich Tausende Menschen begegnen, warten, reden oder einfach kurz durchschnaufen. Der frühere Brunnen war dabei seit 1979 (Eröffnung der Fußgängerzone) ein fixer Bestandteil des Stadtbildes und für viele Linzer weit mehr als nur Dekoration: Treffpunkt, Orientierungspunkt und gerade im Sommer ein wichtiger Ort zum Abkühlen.
Der ÖVP Linz schwebt für den Taubenmarkt ein Brunnen, ein Wasserspiel oder eine Mischform vor. Die aktuelle, angebliche „Eh-nur-Zwischenlösung“ mit einer kleinen Bauminsel, Bank und Mini-Trinkbrunnen wirkt provinziell und eher wie eine Notlösung als wie ein echter Stadtplatz. Es ist völlig unverständlich, warum aus einem Provisorium nun (aus Geldmangel?) offenbar ein Dauerzustand werden soll.
„Der Taubenmarkt war und ist prädestiniert für einen Brunnen. Es scheint schwer vorstellbar, dass sich für einen solchen Brunnen mit überschaubaren Betriebskosten keine privaten Sponsoren finden lassen – wenn die Stadt schon kein Geld hat.“
Gerade in Zeiten immer heißerer Sommer braucht eine Stadt wie Linz mehr Wasserflächen und kühlende Elemente im öffentlichen Raum – nicht weniger. Ein moderner Brunnen oder ein Wasserspiel mit Bodendüsen würde den Taubenmarkt nicht nur optisch massiv aufwerten, sondern auch für mehr Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und echtes Innenstadt-Flair sorgen.
Auch eine denkbare Lösung: ein beleuchtetes Wasserspiel mit Nebel zur Kühlung der Umgebung. „Ein zentraler Platz wie der Taubenmarkt braucht wieder ein echtes Herzstück – urban, lebendig und passend zu einer modernen Stadt“, sagt ÖVP-Gemeinderätin Helena Ziegler. Sie forderte bereits vor mehreren Monaten die für die Liegenschaftsangelegenheiten zuständige Vizebürgermeisterin Zukan auf, „in Zusammenarbeit mit dem Planungsressort und dem Grünressort zeitnah ein Gestaltungskonzept für die Neuerrichtung eines Brunnens oder Wasserspiels am Taubenmarkt zu erarbeiten und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen“. Fakt ist: Der Taubenmarkt war und ist prädestiniert für einen Brunnen. Es scheint schwer vorstellbar, dass sich für einen solchen Brunnen mit überschaubaren Betriebskosten keine privaten Sponsoren finden lassen – wenn die Stadt schon kein Geld hat.















