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    Erste Details zum Schillerpark NEU: Hochhaus und XL-Tiefgarage mit 1.030 Stellplätzen geplant

    21. April 2019
    in Linz
    Bis zu 130 Meter hoch hätte der geplante Neubau am Schillerpark werden sollen.

    Bis zu 130 Meter hoch hätte der geplante Neubau am Schillerpark werden sollen.

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    Lange wurde über einen möglichen Neubau des Schillerpark-Areals gemutmaßt, jetzt ist die Katze aus dem Sack: 29.000 Quadratmeter Nutzfläche sollen gebaut werden – das entspricht der dreifachen Nutzfläche des eben fertiggestellten Luxtowers (81 Meter). Möglich wäre das nur mit einem mindestens 100 Meter hohen Gebäude. Die dazugehörige Parkgarage soll laut Plan 1.030 Stellplätze umfassen, das wäre eine Kapazitäts-Versechsfachung der bestehenden Schillerpark-Garage. 

    Vor fünf Jahren kaufte PlusCity-Boss Ernst Kirchmayr den Komplex am Schillerpark, um dort einen Neubau zu errichten. Bis dato gab es nur Spekulationen und Insider-Hinweise, was hier genau gebaut werden soll. Zudem gab und gibt es Befürchtungen, dass der Schillerpark einer vergrößerten Tiefgarage geopfert werden könnte.
    Jetzt wurden durch eine offizielle Stellungnahme des Umweltanwalts (die aufgrund von eingereichten Projektunterlagen zustande kam) die Eckdaten des Mega-Projekts der ‚PlusCity Betriebsgesellschaft m.b.H.‘ bekannt. Und es kommt ziemlich dick, wie die Zahlen im vorliegenden Schreiben der OÖ Landesregierung (Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft) belegen:

    • In Summe soll der Neubau eine Nutzfläche von etwa 29.000 Quadratmetern aufweisen. Wegen der relativ kleinen Grundfläche wird der Bau wohl 100 oder mehr Meter nach oben wachsen. Zum Vergleich: Der 81 Meter hohe Luxtower am Bahnhof verfügt über eine Nutzfläche von etwa 10.000 Quadratmetern, das geplante Hochhaus am Bulgariplatz (66 Meter) wird mit 16.000 Quadratmetern Bürofläche gerade mal die Hälfte des ‚Schillerpark Neu‘ aufweisen.
    • Neben dem Casino soll auch wieder das Schillerpark Hotel einziehen, allerdings mit zukünftig 150 statt 111 Zimmern.
    • Statt der bisherigen Parkgarage mit 165 Stellplätzen sind zukünftig 1.030 Parkplätze vorgesehen – eine gigantische Zahl: Die Tiefgarage am Hauptplatz verfügt nur über 377 Stellplätze, jene unter der Promenade hat 488.
    • Auf 11.580 Quadratmetern sollen Wohnungen entstehen.
    • 3.000 Quadratmeter sind für Büroflächen vorgesehen.
    • Die Shopping Mall soll zwei große Geschäfte mit 6.480 Quadratmetern umfassen – plus einem Cafe.

    Bis zu 10.000 zusätzliche tägliche Autofahrten ins Zentrum befürchtet
    Das Mega-Projekt dürfte noch viel Staub aufwirbeln – und das im wahrsten Sinn des Wortes: Eine Tiefgarage mit 1.030 Stellplätzen würde etwa 8.000-10.000 zusätzliche Autofahrten pro Tag mitten ins Zentrum bedeuten. Die Hauptzufahrt würde wohl über die südliche Landstraße erfolgen, die erst vor wenigen Jahren um mehrere Millionen Euro in eine verkehrsberuhigte Begegnungszone mit Einbahnregelung umgewandelt wurde. Das Vorhaben liegt in einem Luft-Sanierungsgebiet gemäß IG-L, sowohl was PM10, also auch N02 angeht. Und ob ein Hochhaus mit +100 Metern nur 250 Meter Luftlinie vom Neuen Dom entfernt mit dem Stadtbild vereinbar ist, wird wohl ebenfalls für reichlich Diskussionsstoff sorgen.

    Unter dem Schillerpark soll eine Tiefgarage mit 1.030 Stellplätzen entstehen.
    Unter dem Schillerpark soll eine Tiefgarage mit 1.030 Stellplätzen entstehen.

    Markus Hein: „Tiefgarage mit 1.030 Stellplätzen nur schwer vorstellbar“
    Seitens der Stadtpolitik gibt man sich zugeknöpft. Bürgermeister Klaus Luger, der das Schillerpark-Projekt bei seinem Neujahrsempfang im Januar noch als großes Vorhaben und Chance für Linz ankündigte, sagt, dass es aus seiner Sicht derzeit überhaupt gar kein Projekt gibt.
    Auch Bernhard Baier von der ÖVP will vom Bauvorhaben nichts wissen: „Es liegen keine Infos dazu vor, daher will er das auch nicht bewerten“, so Baiers Pressesprecherin Claudia Prietzel.
    Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) wird als einziger ein bisschen genauer: „Eine Tiefgarage mit 1.030 Stellplätzen kann ich mir bei der guten Öffi-Anbindung nur schwer vorstellen. Aber dass es dort durchaus höher werden kann, ist nicht auszuschließen. Was jetzt an Informationen unterwegs ist, ist für mich noch reine Spekulation, denn es soll ja ein Wettbewerb ausgelobt werden.“

    Opposition: „Nur Nachteile für unsere Stadt“
    Hellhörig ist dagegen die Opposition. Gewohnt forsch die Stellungnahme von Lorenz Potocnik (NEOS Linz): „Wird  schon wieder die Flächenwidmung und der Bebauungsplan auf Wunsch privater Bauherren hingebogen? Wurde nicht vor ein paar Jahren die Landstraße dort  beruhigt? Warum ziehen wir den motorisierten Individualverkehr schon wieder mitten in die Stadt – noch dazu an einen bestens öffentlich angeschlossenem Standort? Solche Hochhäuser dienen nur dazu, maximalen Gewinn auf kleinen Grundstücken zu erzielen. Die Wohnungen da drin sind Luxus- und Anlegerobjekte. Das ist nicht das, was wir in unserer wachsenden Stadt so dringend brauchen.“
    Und Umweltstadträtin Eva Schobesberger: „Dieses Hochhausprojekt stellt die Profitinteressen eines Investors auf allen Ebenen über das Wohl der Linzerinnen und Linzer. Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass man überhaupt darüber nachdenkt, so etwas zu genehmigen. Wir brauchen mehr Stadtgrün, nicht weniger. Es kann doch nicht sein, dass jetzt der Schillerpark als eine der wenigen öffentlichen Grünflächen in der Innenstadt einer Tiefgarage weichen soll. Das geht in die völlig verkehrte Richtung. Auch für das Stadtbild ist ein Hochhaus am Schillerpark ein riesiger Fremdkörper.“

    „Vorhaben ist UVP-pflichtig“
    Geht es nach der Umweltanwaltschaft, wird der Projektbetreiber um eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht umhin kommen: „
    Auf Basis der derzeit vorliegenden Unterlagen beurteilt die Oö. Umweltanwaltschaft im Rahmen der Kumulation die (Zusatz-)Belastungen als relevant und erheblich und hält das Vorhaben daher für UVP-pflichtig.“ Weiters heißt es im Schreiben: „Nicht nachvollziehbar ist – neben der unzutreffenden Bewertung über die Irrelevanz der Zusatzbelastung im Bereich Luft – die Beurteilungsprämisse, dass der Beitrag des Verkehrs an der Hintergrundbelastung für N02 als rückläufig eingeschätzt wird. Dies widerspricht jeglicher Erfahrung und auch der projekteigenen Verkehrsstromanalyse.“

     

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