Diesen Freitag (30.1.2026 / 18 Uhr) startet die Pflichtspielsaison im österreichischen Profifußball – und es kommt gleich zu einem ganz großen Knaller: Im ÖFB Cup-Viertelfinale trifft der Liga-Titelanwärter LASK zuhause auf Lokalrivalen und Abstiegskandidaten FC Blau-Weiß Linz. So weit scheint alles klar, aber: Der Cup hatte immer schon eigene Gesetze. Und auch wenn die Wettquoten klar für den LASK sprechen, sollten sich die Athletiker nicht zu sicher sein, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt…
Am 27. August 2002 waren die Vorzeichen ähnlich: Der LASK als Titelanwärter in der zweiten Liga spielte in der ersten ÖFB-Cuprunde gegen den damaligen Regionalisten FC Blau-Weiß Linz, es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Linzer Klubs nach der beschämenden „Fusion“ im Sommer 1997. Der blau-weiße Underdog zerlegte die weit höher eingeschätzten Landstrassler zur Überraschung der 8.000 Zuschauer auf der Gugl mit 3:1.
Liga-Sponsor Admiral zahlt für einen LASK-Sieg lediglich den 1,58-fachen Einsatz, während es für einen blau-weißen Sieg eine Quote von 4,8 gibt.
Eine ähnliche Sternstunde gelang den Blau-Weißen am 19. September 2010, als der Drittligist auf der Gugl ebenfalls mit 3:1 siegte und die roten Bullen aus Salzburg unter Trainer Huub Stevens vor 4.100 Zuschauern bereits in der zweiten Runde aus dem Cup warf.

Diesmal stehen die Vorzeichen ähnlich gegen die Blau-Weißen, die derzeit mit vier Punkten Rückstand und nur elf Zähler nach 17 Runden am Tabellenende stehen, während der LASK nur drei Punkte hinter RB Salzburg auf dem zweiten Rang lauert. Auch die Buchmacher sehen das so: Liga-Sponsor Admiral zahlt für einen LASK-Sieg lediglich den 1,58-fachen Einsatz, während es für einen blau-weißen Sieg eine Quote von 4,8 gibt (es zählt der Spielstand nach 90 Minuten).
Kommentar
Vorsicht LASK! Es ist eine trügerische Favoritenrolle, in der die Athletiker stecken – ganz besonders im Cup, wo sich eine Allerweltsfloskel jedes mal aufs Neue bewahrheitet: „Da Cup hod eigene Gesetze“ – ein Satz, der zwar jedesmal fünf Euro fürs Phrasenschwein bringt, aber sich ist genauso oft immer wieder bewahrheitet. Dazu kommt: Die Blau-Weißen sind für den LASK diesmal quasi ein unbeschriebenes Blatt – neuer Trainer, eine zumindest in Ansätzen andere Spielweise, plus drei neue Spieler auf entscheidenden Positionen – im Tor, in der Verteidigung und im Mittelfeld.
„Mehr zu verlieren gibt’s in so einer Partie immer für den großen Favoriten.“
Im Gegenzug kann der LASK den neuen Blau-Weiß-Trainer Michel „Kölle“ Köllner eher nicht überraschen. Über die Stärken (und wenigen Schwächen) der Athletiker weiß er trotz der kurzen Vorbereitungszeit wohl bestens Bescheid. Mehr zu verlieren gibt’s in so einer Partie immer für den großen Favoriten. Dazu kommt: Die Kühbauer-Elf stand bis jetzt kaum unter Siegdruck – im Gegenteil: Man spielte nach einem unterirdischen Saisonstart als Underdog befreit auf und ballerte sich in einem wahren Rausch fast bis ganz nach oben.
Apropos Underdog: Was so eine Rolle mit Spielern gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner macht, hat die Vergangenheit mehr als einmal gezeigt. Das Publikum (die Hütte auf der Gugl wird alle Voraussicht nach ausverkauft sein) darf sich auf einen echten Cupthriller freuen – und auf einen fixen Linzer Halbfinalisten im heurigen ÖFB-Cup. Gentlemen, start your Engines!
Titelfoto: Redaktion, Grafik-Screenshot: Admiral



























