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Na endlich: Parteien präsentieren Maßnahmenpaket zur Asylfrage

22. September 2015
in verQUERt I Satire
Aber hallo: In Nickelsdorf werden jetzt andere Saiten aufgezogen.

Aber hallo: In Nickelsdorf werden jetzt andere Saiten aufgezogen.

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Die ÖVP präsentierte heute ihren Aktionsplan zur Bewältigung der Flüchtlingssituation – und die anderen Parteien folgten umgehend mit ihren Konzepten. Unsere Freunde von der verQUERt-Redaktion haben die diversen Forderungen zusammengefasst. Flüchtlinge, schnallt euch an!

Bereits bisher wurde das Bundesheer bekanntlich an den Grenzen eingesetzt, um geharnischte „Kontrollen“ durchzuführen. Dabei wurden von den Soldaten jedoch nicht die Ausweise, sondern vorwiegend der Schuhputz, die Rasur und der Haarschnitt der Flüchtlinge kontrolliert. „Und natürlich auch, ob die Leute ordentlich marschieren, denn wie schaut das denn aus, wenn da jeder irgendwie einfach über die Grenze schlurft“, grollt Vizeleutnant Stefan Schnautz auf unsere Anfrage. Einige „nicht gscheid‘ frisierte und unrasierte Wilde irgendwo aus der Wüste“ habe man sogar mehrere Minuten an der Grenze festgehalten. Erst als ein Caritas-Mitarbeiter (in Begleitung seines Helfersyndroms) Einwegrasierer und einen Kamm heranschaffte, konnte der Grenzkonflikt beigelegt und die Einreise vollzogen werden.

„Aktion Ungustl“ soll Flüchtlingsstrom einbremsen
Aber das soll „noch lange nicht das Ende der rot-weiß-roten Fahnenstange“ gewesen sein, betonte Innenministerin Mikl-Leitner. Sie kündigt bei der heutigen Pressekonferenz eine mit allen Behörden und angrenzenden Staaten konzertierte „Aktion Ungustl“ an: „Unsere Soldaten und Polizeibeamten an der Grenze sind angewiesen, ab sofort ganz, ganz böse zu schauen, um speziell den Wirtschaftsflüchtlingen zu zeigen, dass es so nicht geht!“ Man scheue zukünftig nicht mal davor zurück, den Asylanten die eine oder andere Wurstsemmel wegzuessen: „Das aber nur, wenn uns einer ganz blöd kommt.“

Wattebäuschchen-Attacke gegen Flüchtlinge nicht durchführbar
Der Plan, die Flüchtlinge notfalls sogar mit Wattebäuschen zu bewerfen und sie so zurückzudrängen, scheiterte an der Allergene-Verordnung: „Da es durchaus sein kann, dass der eine oder andere an einer Watte-Allergie leidet, hätten wir zuerst ein entsprechendes Hinweisschreiben verteilen müssen, was logistisch leider unmöglich war, weil wir in Nickelsdorf keinen Kopierer haben“, so Mikl-Leitner. Auch an der Farbe soll es sich gespießt haben: NEOS hat etwa an der Forderung nach pinken Wattebällchen festgehalten: „Unfinanzierbar, diesem verdammten liberalen Gesindel sollte man eigentlich auch sofort die Rübe runterschneiden“, deutet Mikl-Leitner in nachvollziehbarer Erregung einen letalen Halsschnitt an.

FPÖ: „Endlich anurinieren“
Nachdem die FPÖ mit der Forderung nach Schusswaffengebrauch keine Mehrheit fand (Strache: „Mein Gott, ein Beinschuss ist heute sogar schon in vielen Wiener Bezirken salonfähig“) setzt man nun auf eine Light-Variante: Täuschend ähnliche Spritzpistolen könnten nicht nur Flüchtlinge abschrecken, sondern auch gleich das Hygieneproblem an der Grenze lösen. Strache spielt sogar mit dem Gedanken, die Spritzpistolen mit Urin zu füllen: „Dann können wir sie anurinieren, soviel wir wollen!“ jubelt Strache über „eine klare Win-Win-Situation.“

Grüne: „Sind offen für Quotenregelung“
Angesichts des enormen Ansturms lenken jetzt auch die Grünen ein – und könnten sich gar eine Quotenregelung vorstellen. Diese solle „maximal im moderaten, niedrigen dreistelligen Prozentbereich und keinesfalls darüber“ liegen. Damit will man den Vorwürfen, man sei für eine grenzenlose Einwanderung, endgültig den Wind aus den Segeln nehmen.

SPÖ will Konzept „noch nicht verraten“
Natürlich hat auch die SPÖ ein fixfertiges Flüchtlings-Konzept im Ladl. Dieses will man aber noch nicht veröffentlichen, wie es auf einer Pressekonferenz heißt: „Ich habe das Papier leider gerade nicht da. Ich bin nächste oder übernächste Woche bei Angela Merkel in Berlin und muss es mir da erst abholen“,  schnarrt Kanzler Werner Faymann, der in seinem etwas zu groß geratenen Anzug diesmal besonders winzig wirkt.

 

 

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