Landesrat zieht Bilanz über erstes Regierungsjahr – Schwerpunkte bei Kinder- und Jugendschutz, Tierschutz und Gemeinden – SPÖ profitiert in Umfragen bislang kaum.
Ein Jahr nach seinem Amtsantritt zieht Landesrat Martin Winkler (SPÖ) Bilanz. Mit einem klaren Schwerpunkt auf Prävention im Kinderschutz, konsequenten Maßnahmen im Tierschutz und dem Ausbau des Jugendschutzes sieht der SPÖ-Politiker wichtige Projekte auf Schiene gebracht. Politisch hat sich dieser Einsatz bisher allerdings kaum in den Umfragewerten niedergeschlagen. Einen spürbaren Aufwärtstrend für die SPÖ Oberösterreich lassen die bisher veröffentlichten Erhebungen nicht erkennen. Winkler betont dennoch, dass für ihn nicht Schlagzeilen oder kurzfristige Popularität, sondern nachhaltige Verbesserungen für die Menschen im Mittelpunkt stehen.
Laut politpro.eu liegt die SPOÖ aktuell bei 19 Prozent – und damit lediglich 0,4 Prozent über ihrem schlechtesten je eingefahrenen Wahlergebnis aus 2021.
„Mein Maßstab ist nicht der Applaus am Regierungstisch, sondern der sorgsame Umgang mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – und die Frage, ob wir Oberösterreich damit wirklich weiterbringen. Dafür bin ich angetreten: mit mehr Energie für unsere Gemeinden, für den Tierschutz und für den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen“, erklärt Winkler.
Einen zentralen Schwerpunkt setzte der Landesrat im vergangenen Jahr auf den Kinder- und Jugendschutz. Mit der österreichweit einzigartigen Hochrisiko-Studie wurde erstmals systematisch untersucht, unter welchen Bedingungen Kinder besonders gefährdet sind. Die Ergebnisse zeigen, wie entscheidend die ersten Lebensjahre für die spätere Entwicklung sind.
Auch die Eltern- und Mutterberatung soll ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem „Willkommensbesuche“ bei frischgebackenen Eltern sowie neue digitale Angebote wie eine Online-Stillgruppe. Zum Kinderschutz gehörte für Winkler auch eine Sonderprüfung der oberösterreichischen Standorte von SOS-Kinderdorf. Diese brachte keine Hinweise auf Verletzungen der sexuellen Integrität oder sexuellen Missbrauch durch Mitarbeitende in Oberösterreich.
Konsequentes Vorgehen im Tierschutz
Auch im Tierschutz setzt Winkler auf praktische Lösungen. Mit der Kampagne „Tiere, die ins Leben passen“ soll die verantwortungsvolle Anschaffung von Haustieren gefördert und die Vermittlung von Tierheimtieren erleichtert werden. Gleichzeitig wurde das Tierschutzportal modernisiert.
Bei schwierigen Themen will der Landesrat ebenfalls nicht ausweichen. Derzeit entstehen in Freistadt neue Unterbringungsplätze für gefährliche Hunde, mit der Stadt Wels laufen entsprechende Gespräche.
Testkäufe zeigen Wirkung
Positiv fällt laut Landesrat auch die Entwicklung im Jugendschutz aus. Die oberösterreichischen Testkäufe hätten dazu beigetragen, dass Alkohol und Tabakwaren immer seltener an Minderjährige verkauft werden. Künftig sollen auch E-Zigaretten und Vapes in das Kontrollsystem aufgenommen werden. Winkler spricht von einem Modell mit Vorbildwirkung für ganz Österreich.
Zählbarer Erfolg lässt (noch) auf sich warten
Inhaltlich kann der Landesrat nach seinem ersten Jahr mehrere umgesetzte Projekte und angestoßene Reformen vorweisen. Ob sich diese Arbeit auch politisch auszahlt, wird sich allerdings erst zeigen. Bisher ist es der SPÖ Oberösterreich trotz der Regierungsverantwortung nicht gelungen, in den veröffentlichten Umfragen einen klaren Aufwärtstrend zu erzielen.
Laut politpro.eu liegt die SPOÖ aktuell bei 19 Prozent – und damit lediglich 0,4 Prozent über ihrem schlechtesten je eingefahrenen Wahlergebnis aus 2021. Auch eine Umfrage der OÖN – allerdings vom November 2025 – sieht die Winkler-SPÖ bei 19 Prozent.
Winkler selbst richtet den Blick dennoch nach vorne. Für das kommende Jahr stehen unter anderem der weitere Ausbau der Präventionsarbeit, neue Angebote für Familien sowie die Evaluierung des Hundehaltegesetzes auf dem Programm.
















