Jahrelang wurde diskutiert, geplant und wieder verworfen – nun zeichnet sich endlich ein konkreter Neustart für die Hauptstraße in Linz-Urfahr ab. Mobilitätsreferent und Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) will die traditionsreiche Straße Schritt für Schritt zu einer modernen Begegnungszone mit mehr Aufenthaltsqualität, Begrünung und attraktiven Freiräumen entwickeln.
Rund 7.000 Fahrzeuge täglich nutzen die Hauptstraße. Jetzt soll sie deutlich mehr Aufenthaltsqualität verpasst bekommen: „Die Hauptstraße soll zur Begegnungszone aufgewertet werden. Die Voraussetzungen dafür entwickeln und erproben wir gemeinsam mit Verkehrsplanern, Architekten, der Wohnbevölkerung und den Wirtschaftstreibenden“, so Hajart.
Erste sichtbare Veränderungen bereits heuer
Bereits 2016 gewann das Projekt „Lebensraum Hauptstraße“ einen Linzer Stadtentwicklungswettbewerb. Schon damals war eine Verkehrsberuhigung mit mehr Aufenthaltsqualität das Ziel. Seit rund zehn Jahren wird intensiv über die Neugestaltung diskutiert, allerdings ohne Folgen.
Anders als in den vergangenen Jahren bleibt es diesmal aber nicht bei Visionen. Bereits heuer sollen mit den sogenannten „Urfahraner Kisterln“ die ersten sichtbaren Maßnahmen umgesetzt werden. An drei Standorten entstehen temporäre Parklets mit Sitzgelegenheiten, Pflanztrögen und Begrünung. Sie sollen zeigen, wie sich der öffentliche Raum künftig lebenswerter gestalten lässt und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen für die endgültige Umgestaltung liefern. Die modularen Elemente schaffen konsumfreie Aufenthaltsbereiche, bringen zusätzliches Grün in die dicht verbaute Straße und sollen die Hauptstraße wieder stärker zum Verweilen einladen.
Mehr Lebensqualität statt Durchzugsstraße
Langfristig verfolgt die Stadt ein klares Ziel: Die Hauptstraße soll sich von einer reinen Verkehrsachse zu einem lebendigen Stadtteilzentrum entwickeln. Vorgesehen sind mehr Bäume und Schatten, bessere Bedingungen für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Verkehr sowie eine Verkehrsberuhigung, bei der der Durchzugsverkehr verstärkt auf die Hauptachsen gelenkt wird.
Große Beteiligung der Bevölkerung
Dass die Zukunft der Hauptstraße viele Menschen bewegt, zeigte auch die zweite Informationsveranstaltung im Neuen Rathaus. Rund 100 Interessierte informierten sich über die Planungen und brachten ihre Ideen ein. Bereits im Vorjahr hatten sich rund 80 Bürger aktiv an der Entwicklung beteiligt. Die Anregungen fließen nun in die nächsten Planungsschritte ein.
Neues Kapitel für Urfahr
Zwischen traditionellen Gastronomiebetrieben, neuen Cafés und aktuellen Wohnbauprojekten befindet sich die Hauptstraße ohnehin im Wandel. Mit dem nun gestarteten Gestaltungsprozess könnte daraus erstmals seit vielen Jahren eine echte Gesamtentwicklung entstehen. Die Detailplanung für den ersten Bauabschnitt ist derzeit für 2027 vorgesehen. Der Baubeschluss und die Ausschreibung sollen 2028 erfolgen, ein Baubeginn wäre frühestens Sommer 2028 möglich.
















