Die Stadt Linz baut ihr Radwegenetz seit Jahren kontinuierlich aus. Wo für eigene Radwege der Platz fehlt, kommen sogenannte Mehrzweckstreifen zum Einsatz – unter anderem in der Wiener Straße, der Stockhofstraße und seit 2023 auch in der Herrenstraße. Zwei Jahre später stellt sich jedoch die Frage, ob die Maßnahme an dieser Stelle die gewünschten Effekte gebracht hat.
Während der verkehrsberuhigte Abschnitt zwischen Promenade und Bischofstraße gut angenommen wird, wurden etwas weiter südlich auf beiden Straßenseiten breite, rot markierte Mehrzweckstreifen errichtet. Dafür fielen rund zehn Parkplätze direkt vor den dortigen Geschäftslokalen weg. Gerade diese Stellplätze waren für viele Kunden praktisch, denn im unmittelbaren Umfeld stehen nur wenige Alternativen zur Verfügung. Gleichzeitig ist der Straßenraum in diesem Bereich durch den starken Durchzugsverkehr nur bedingt als Einkaufs- und Flaniermeile attraktiv.

Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt: Genau in jenem Abschnitt, in dem die Parkplätze weggefallen sind, stehen inzwischen drei Geschäftslokale leer. Ob dies ausschließlich auf den Entfall der Stellplätze zurückzuführen ist, lässt sich nicht eindeutig sagen, es liegt aber auf der Hand. Lediglich Brillen Pippig ist in diesem Bereich als langjähriger Standort verblieben.

Die Entwicklung zeigt, dass Verkehrsmaßnahmen immer auch Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort haben können. Der Ausbau des Radverkehrs ist ein wichtiges Ziel – es bleibt die Frage, ob eine ausgewogenere Lösung möglich gewesen wäre, die sowohl den Bedürfnissen der Radfahrer als auch jenen der ansässigen Betriebe gerecht wird. Eine mögliche Lösung wäre gewesen, den Autoverkehr mit strikten Tempolimits, die auch entsprechend überwacht werden, zu mehr Rücksicht zu zwingen.














