Gut eine Woche nach dem schweren Unfall in der Schleuse Freudenau in Wien befindet sich das Flusskreuzfahrtschiff MS Anna Katharina in der Schiffswerft Linz. Dort haben die Reparaturarbeiten bereits begonnen: Die massiv beschädigte Bugsektion wurde mittlerweile entfernt und soll in den kommenden Wochen ersetzt werden.
Der Bug des Schiffes war am 24. Juli bei einem Frontalaufprall auf die Kaimauer und das Schleusentor schwer deformiert worden. An Bord befanden sich rund 200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. 14 Menschen wurden leicht verletzt, sechs davon vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Trotz der enormen Wucht des Aufpralls blieb der Rumpf dicht, die Unfallursache ist weiterhin ungeklärt.

Reparatur dürfte mehrere Millionen Euro kosten
Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Reparatur – abhängig vom tatsächlichen Ausmaß der strukturellen Schäden – auf etwa drei bis fünf Millionen Euro belaufen könnte. Neben dem kompletten Neubau des Bugs müssen voraussichtlich auch tragende Stahlstrukturen, Leitungen, technische Anlagen sowie das Bugstrahlruder überprüft beziehungsweise ersetzt werden. Wird bei der Vermessung keine größere Verformung des Schiffskörpers festgestellt, dürfte die Werft die Arbeiten innerhalb von acht bis zwölf Wochen abschließen können.

Nach dem Unfall am 24. Juli 2026 hätte die MS Anna Katharina – die in Linz regelmäßiger Stammgast war – bereits zwei Tage später wieder von Passau zu ihrer nächsten siebentägigen Donaukreuzfahrt mit dem Titel „Donauharmonie“ auslaufen sollen. Die Route hätte über Melk, Wien, Budapest, Bratislava, Weißenkirchen und Linz zurück nach Passau geführt. Danach waren weitere Kreuzfahrten geplant am 2. und 9. August und weiter bis Mitte November geplant. Auf Basis des Schadensbildes dürfte das Schiff jedoch frühestens Ende September oder Anfang Oktober 2026 wieder einsatzbereit sein
Die MS Anna Katharina
Die MS Anna Katharina wurde 2019 gebaut und zählt zu den modernen Flusskreuzfahrtschiffen auf der Donau. Das rund 135 Meter lange und 11,4 Meter breite Schiff bietet Platz für 182 Passagiere in 90 Kabinen auf vier Decks. Es wird von der Schweizer Reederei Scylla AG betrieben und kommt für Phoenix Reisen auf Donaukreuzfahrten zwischen Passau, Wien, Bratislava und Budapest zum Einsatz.















