Bad News für den Flughafen Linz: Corendon Airlines fährt ihr Angebot ab Hörsching im Sommer 2027 deutlich zurück. Hurghada fällt komplett aus dem Flugplan der türkischen Fluggesellschaft, auch bei Antalya und Heraklion wird gekürzt. Besonders bitter: Ausgerechnet der touristische Charterverkehr gilt als eine der letzten tragenden Säulen des schwächelnden Airports.
Noch in diesem Sommer bedient Corendon drei wichtige Urlaubsdestinationen ab Linz: Hurghada zweimal, Antalya viermal und Heraklion dreimal pro Woche. Mit Beginn des Sommerflugplans 2027 Ende März wird davon deutlich weniger übrig bleiben.
Die beiden wöchentlichen Hurghada-Flüge werden von Corendon komplett gestrichen. Antalya soll nach aktuellem Stand nur noch zweimal wöchentlich bedient werden, Heraklion ebenfalls nur noch zweimal. Immerhin konnte der Flughafen für Antalya bereits einen zusätzlichen Flug mit einem anderen Anbieter sichern.
„Strategische Neuausrichtung“ – oder Standortproblem?
Offiziell ist von einer „strategischen Neuausrichtung“ bei Corendon die Rede. Der Flughafen betont zudem, dass die Kürzungen nicht an mangelnder Nachfrage liegen würden. Die Maschinen seien gut ausgelastet. Corendon selbst formuliert es diplomatisch. Flugpläne würden laufend an Nachfrage, Wettbewerb und Kostenentwicklung angepasst. Aus der Branche werden zudem hohe Kerosinpreise als Belastung genannt. Doch diese treffen schließlich nicht nur Linz.
Bereits im Juni hatte Corendon einzelne Linz-Flüge gestrichen. Damals wurden geopolitische Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt als Grund genannt. Nun folgt eine wesentlich grundsätzlichere Reduktion für die gesamte Sommersaison 2027.
Ausgerechnet jetzt
Der Zeitpunkt könnte für den Flughafen kaum ungünstiger sein. Der Airport kämpft seit Jahren mit niedrigen Passagierzahlen, einem stark geschrumpften Linienangebot und roten Zahlen. Während früher zahlreiche europäische Metropolen direkt erreichbar waren, hängt das Passagiergeschäft heute stark am Urlaubsverkehr. Und auch dort gibt es Rückschläge: Ryanair bedient aktuell London, Bari und Alicante, nimmt London im Winter allerdings aus dem Programm. Als Grund wurde die österreichische Luftverkehrsabgabe genannt, tatsächlich lag auch die Auslastung klar unter dem (hohen) Ryanair-Schnitt von 94 Prozent. Nun wird auch noch Corendon, einer der wichtigsten Ferienflieger in Hörsching, deutlich kleiner.
Flughafen sucht bereits Ersatz
Am Flughafen versucht man, die entstandenen Löcher möglichst rasch zu stopfen. Sprecher Ingo Hagedorn zeigt sich optimistisch, dass Hurghada, Antalya und Heraklion auch im Sommer 2027 weiterhin ab Linz angeboten werden können – eben teilweise mit anderen Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern. Bei Antalya ist das zumindest teilweise bereits gelungen. Für die anderen wegfallenden Kapazitäten sollen laut Airport Gespräche.
Indes läuft im Hintergrund die Eigentümerdebatte weiter. Das Land Oberösterreich soll den 50-Prozent-Anteil der Stadt Linz übernehmen und den Flughafen damit zunächst vollständig kontrollieren. Danach steht eine Teilprivatisierung im Raum.















