2023, 2025 und zuletzt 2026 – es sollte längst gebaut werden, doch der Start wurde immer weiter nach hinten verschoben – mittlerweile ist offener denn je, wann auf dem Areal der alten Hauptpost tatsächlich die ersten Kräne für die „Post City Gardens“ auffahren. Das gigantische Projekt mit elf Gebäuden und rund 150.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche reiht sich damit in eine wachsende Liste spektakulärer Linzer Hochhauspläne ein, deren Renderings bislang deutlich konkreter sind als ihre Umsetzung.
Es sollte eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der vergangenen Jahrzehnte werden: Auf dem ehemaligen Post-Areal unmittelbar beim Hauptbahnhof sind elf großvolumige Gebäude mit Wohnungen, Büros, Geschäften und Hotel geplant. Dazu kommen Parks, begrünte Dächer und Freiflächen. Rund 150.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche umfasst das Vorhaben – das entspricht einer Fläche von zwei Fußballfeldern.
An großen Ankündigungen mangelte es jedenfalls nicht. Bereits 2019 wurde der Architekturwettbewerb entschieden. 2022 präsentierte die Stadt die „Post City Gardens“ als neue „städtebauliche Visitenkarte für Linz“ und kündigte den Baubeginn für 2024 an. Die erste Etappe mit vier Gebäuden sollte den Anfang machen, bis 2030 sollte das Quartier etappenweise entstehen.

Daraus wurde nichts. Die Suche nach Investoren entwickelte sich zum Stolperstein. Zwar sprach die Post von großem Interesse, aber unter strich dürfte nicht Konkretes dabei gewesen sein. Nach zwei möglichen „Baustarts“ kündigte die Post an, das Projekt zunächst selbst weiterzuentwickeln und die Lage am Immobilienmarkt abzuwarten. Und 2026? Von einem unmittelbar bevorstehenden Hochbau ist weiterhin wenig zu sehen. Teile des Areals werden aktuell sogar für die Baustelle des A26-Westrings benötigt und dafür der ausführenden Baufirma zur Verfügung gestellt – inklusive entsprechender Abrissarbeiten.

Damit droht den „Post City Gardens“ ein ähnliches Schicksal wie anderen, ebenfalls mehrfach angekündigten – Linzer Hochhausprojekten. Die „Tanzenden Türme“ an der Friedhofstraße etwa sorgen seit Jahren vor allem auf Renderings für Skyline-Feeling. Das bereits 2017 konzipierte Projekt wurde mehrfach überarbeitet und erhielt erst im April 2024 die finale Freigabe des Gestaltungsbeirats. Aktuell sind Höhen von 94, 72 und 51 Metern vorgesehen.
Auch die geplanten „Trinity Towers“ auf dem ehemaligen Nestlé-Areal sollten mit bis zu rund 100 Metern einen neuen markanten Akzent in der Linzer Skyline setzen. Einst wurden sie sogar bereits für 2025 im Linzer Hochhaus-Ranking geführt – gebaut wurden sie bislang nicht. Die Bagger sind bei der alten Hauptpost mittlerweile zwar aufgefahren, die dortigen Abrissarbeiten finden allerdings statt, weil der Platz wie erwähnt für die Westring-Baustelle benötigt wird. Apropos Westring: Der künftige XXL-Autobahnknoten samt Tunnelportal macht die Gegend als Wohn- und Arbeitsort – und somit als Investitionsobjekt – zusätzlich nicht unbedingt attraktiver…
ABOUT POST CITY GARDENS: Ein neues Stadtviertel auf 150.000 Quadratmetern
Die Dimensionen der Post City Gardens sind gewaltig: Auf dem ehemaligen Post-Areal am Linzer Hauptbahnhof soll auf rund 150.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche ein komplett neues Stadtquartier mit Wohnen, Büros, Gewerbe und Hotel entstehen. Geplant sind mehrere in der Höhe gestaffelte Gebäudetürme auf acht Baufeldern, verbunden durch eine bis zu zwölf Meter hohe Sockelzone. In den unteren Ebenen sollen Handel, Gastronomie und Entertainmenteinziehen, darüber Büros und ein Hotel. Dazwischen sind großzügige Grün- und Freiräume, Plätze sowie ein zentraler Boulevard als Verbindung zum Bahnhofsviertel vorgesehen. Unterirdisch verbinden zwei Geschoße die einzelnen Gebäude und nehmen unter anderem Park- und Verkehrsflächen auf. Das Konzept von Nussmüller Architekten ging 2019 als Sieger aus einem EU-weiten Architekturwettbewerb hervor.
Titelfoto/Rendering: Nussmüller Architekten
















