Einst sollte er die Linzer vor Bomben schützen, künftig könnte er Schutz vor extremer Sommerhitze bieten: Für den mächtigen Hochbunker im Andreas-Hofer-Park gibt es einen neuen Nutzungsvorschlag. Die KPÖ will prüfen lassen, ob der fast unzerstörbare Betonkoloss zum kühlen Zufluchtsort für die Bevölkerung werden kann. Es ist nicht die erste Idee, dem Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg neues Leben einzuhauchen.
Acht Meter hoch, meterdicke Mauern und seit mehr als 80 Jahren praktisch unverwüstlich: Der denkmalgeschützte Hochbunker am Andreas-Hofer-Park wurde während des Zweiten Weltkriegs errichtet und bot bei Luftangriffen bis zu 1.000 Menschen Schutz. Heute geht es im Inneren deutlich friedlicher zu: Der Bunker dient unter anderem als Lager für die Linzer Weihnachtsbeleuchtung.
Geht es nach der Linzer KPÖ, könnte der Betonklotz künftig wieder zu einem Schutzraum werden – diesmal allerdings vor Hitze. In der kommenden Gemeinderatssitzung soll geprüft werden, ob sich der Bunker als öffentlich zugänglicher kühler Ort während Hitzewellen eignet.

Ausgerechnet hier ist Linz besonders heiß
Der Standort wäre jedenfalls passend. Das Andreas-Hofer-Viertel gehört zu den am stärksten hitzebelasteten Gebieten der Stadt. Dichte Bebauung, wenig Grün und schlechte Durchlüftung verschärfen die Situation. An der Messstelle bei der Otto-Glöckel-Schule wurden 2024 gleich 28 Tropennächte registriert – mehr als an jeder anderen Messstation in Linz.
Die Stadt reagiert mittlerweile unter anderem mit einer Baumoffensive entlang der Wiener Straße. Rund 20 Baumstandorte zwischen Unionkreuzung und Bulgariplatz wurden in einer ersten Etappe neu geschaffen oder saniert.
Das 2025 gestartete Projekt „Cooles Linz“ soll Menschen bei hohen Temperaturen Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die Stadt startete damals mit 27 kostenlos zugänglichen Innenräumen. 2026 nennt die Plattform 33 teilnehmende „Coole Orte“. Gerade rund um den Bulgariplatz bleibt das Angebot an solchen Indoor-Rückzugsorten allerdings überschaubar – der Bunker könnte dieses „Klimaproblem“ lösen.
Der Bunker sollte schon einmal wachgeküsst werden
Neu ist die Idee, den mächtigen Betonbau besser zu nutzen, nicht. Bereits 2020 präsentierte der heutige LinzPlus-Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik einen völlig anderen Vorschlageinen völlig anderen Vorschlag: Nicht das Innere, sondern das rund 800 Quadratmeter große Bunkerdach sollte aktiviert werden.
Potocnik schlug eine begrünte Dachfläche samt kleinem Café und Lounge vor. Eine barrierefreie Rampe hätte auf das rund acht Meter hohe Dach führen können. Auch Anrainer und die Initiative „Rettet den Andreas Hofer Park“ standen der Idee positiv gegenüber. Damals wurde sogar eine Machbarkeitsstudie samt Kostenschätzung gefordert. Passiert ist seitdem freilich nichts, weil die großen Parteien wie so oft kein Interesse an den Vorschlägen der kleineren Fraktionen hatten.
Titelfoto: Andreas Hofer/linzwiki.at, CC BY-SA 4.0 (Linzwiki)















