327 Euro Flugpreis, aber 464,32 Euro oder 42 Prozent Aufschlag auf der Rechnung: Ein Austrian-Ticket von Wien nach Gran Canaria und retour zeigt, wie kräftig zusätzliche Gebühren, Abgaben und Steuern den Reisepreis nach oben schrauben.
Zum ausgewiesenen Flugpreis kommen 137,32 Euro unter dem Sammelposten „Tax/Gebühren“ hinzu. Das entspricht einem Aufschlag von satten 42 Prozent. Wer beim Ticketpreis ausschließlich an die Einnahmen der Fluggesellschaft denkt, übersieht, wie viele andere ebenfalls die Hand aufhalten.
Teilt man die 327 Euro gleichmäßig auf Hin- und Rückflug auf, sind das lediglich 163,50 Euro ausgewiesener Flugpreis pro Richtung. Dem stehen jeweils rund fünf Flugstunden gegenüber. Daraus muss Austrian unter anderem Cockpit- und Kabinenpersonal, Treibstoff, Wartung und Flugzeugfinanzierung bezahlen. Von Gewinn ist da noch keine Rede.
Die Flugabgabe ist nur ein Teil des Gebührenbergs
Die politische Diskussion konzentriert sich häufig auf die österreichische Flugabgabe. Dabei umfasst die Kostenbelastung wesentlich mehr: Allein am Flughafen Wien stehen Fluggastentgelt, Sicherheitsentgelt, Lande- und Parkentgelt sowie verschiedene Infrastrukturentgelte auf der Liste. Manche Positionen werden pro Passagier berechnet, andere betreffen das gesamte Flugzeug. Auch am Urlaubsort entstehen für den Rückflug Flughafenentgelte und allerlei Abgaben.
Selbst die Infrastruktur fürs Tanken kostet extra
Beispiel Flughafen Wien: Besonders skurril wird es beim Punkt „Infrastrukturentgelt Betankung“: Hier kostet bereits die Nutzung der Tankinfrastruktur Geld – zusätzlich zum eigentlichen Treibstoff. Daneben findet sich ein „Infrastrukturentgelt Rampe“. Und hinter dem Kürzel „PRM-Entgelt“ (0,86 Euro pro abfliegendem Passagier) steckt ein weiterer Beitrag, mit dem die Unterstützung von Reisenden mit eingeschränkter Mobilität finanziert wird. Vom Einsteigen übers Abstellen bis zum Betanken hat am Flughafen Wien – und nicht nur dort – praktisch jeder Handgriff seinen Preis.

Oder das Sicherheitsentgelt („Airport Security“): Der Flughafen Wien verlangt 10,52 Euro pro abfliegendem Passagier fürs Taschenkontrollieren und Zahnpastatuben-Überprüfen. Das gilt auch für bereits teils mehrfach kontrollierte Transferpassagiere. Bei 200 Passagieren kommen da gleich mal über 2.000 Euro extra pro Abflug zusammen, die die Airline extra berappen muss.
Auch beim Flughafen Linz gibt es einen ähnlichen, noch seltsamere Auflistung zwischen Abgaben und tatsächlichem Ertrag für die Airline: Der (hochsubventionierte) Flug von Linz nach Frankfurt kostet im günstigsten Tarif 139,99 Euro (hin und zurück). Der Flug löst aber laut einem aktuellen Buchungsbeleg für Dezember 2026 Abgaben, Gebühren und Steuern von 143,36 Euro aus – und damit mehr als das eigentliche Ticket kostet….














