Heute Abend trifft Österreich in der Linzer Raiffeisen Arena auf Israel. Bereits Stunden vor dem Anpfiff ist am Linzer Hauptbahnhof – nur einen Kilometer vom Stadion entfernt – unter dem Motto „Rote Karte für Völkermord“ eine Kundgebung angekündigt. Damit rückt neben dem Sport auch die politische Situation im Nahen Osten in den Mittelpunkt.
Um 18 Uhr, knapp drei Stunden vor dem Nations-League-Spiel Österreich gegen Israel, haben die Gruppen „Palästina Solidarität Österreich“, „Palästina Solidarität Linz“ und „Solidarwerkstatt Österreich“ zu einer Kundgebung am Linzer Hauptbahnhof aufgerufen. Das Länderspiel selbst beginnt um 20:45 Uhr in der Raiffeisen Arena.

Die Veranstalter erheben dabei schwere Vorwürfe gegen Israel und thematisieren auch die Zusammenarbeit Österreichs mit Israel. Zu ihren Forderungen zählen unter anderem ein Ende von Rüstungsgeschäften und militärischer Kooperation sowie Sanktionen gegen Israel.
Die Forderungen im Original-Wortlaut:
- Sofortiger Austritt Österreichs aus dem EU-Israel-Assoziierungsabkommen
- Keine Rüstungsgeschäfte mit Israel! – Schluss mit der Lieferung von Drohnenmotoren, Schusswaffen u.a. Rüstungsgütern
- Keine Unterstützung der israelischen Rüstungsindustrie durch Beschaffung von Tötungsmaschinen durch das Bundesheer.
- Sofortige Aufkündigung des Kooperationsabkommens des Bundesheeres mit Israel!
- Nicht Lockerung sondern Verschärfung der Beschränkungen von Rüstungsexporten an Kräfte, die Völker- und Menschenrecht verletzen, auf Grundlage der Verpflichtungen, die sich aus der Neutralität und anderen völkerrechtlichen Verpflichtungen (Völkermordkonvention, Arms Trade Treaty) ergeben.
- Strafrechtliche Verfolgung derjenigen, die mit ihren Geschäften im Rüstungs- und Sicherheitsbereich bei der Zerstörung der Menschenrechte Profit machen.
Damit treffen an diesem Abend in Linz Sport und eine hoch emotional geführte politische Debatte unmittelbar aufeinander. Während tausende Fans zum Länderspiel unterwegs sein werden, wollen die Demonstranten die Partie nutzen, um auf ihre politischen Forderungen und die Situation der palästinensischen Bevölkerung aufmerksam zu machen.
Das Nations-League-Spiel Österreich gegen Israel erhält damit bereits vor dem Anpfiff eine politische Begleiterscheinung, die mit dem eigentlichen sportlichen Geschehen nur indirekt zu tun hat.















