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International Anton Bruckner School wird für mindestens vier Jahre zur Containerschule

Schule erweitert Bildungsangebot, Anzahl der Klassen steigt

24. Februar 2026
in Land, Linz
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Jetzt wird auch die renommierte Anton Bruckner International School (ABIS) zur Containerschule: Weil das Angebot erweitert wird und damit die Schülerzahl weiter steigt, reichen die Räumlichkeiten im erst 2021 bezogenen Bruckner Tower nicht mehr aus. Nachdem bereits in der Vergangenheit erste ABIS-Klassen in Containern extern untergebracht wurden, sollen nun im mehrere Kilometer entfernten Linz-Auhof für mindestens vier Jahre weitere Containerklassen errichtet werden. 2030 soll ein 30 Millionen Euro teurer Neubau fertiggestellt sein, der Zeitplan ist allerdings mehr als straff, weil es noch nicht mal einen Standort für den Neubau geben soll.

Die Anton Bruckner International School ist eine private, internationale Schule mit Öffentlichkeitsrecht, die den englischsprachigen International Baccalaureate (IB) Lehrplan anbietet. Die Schule umfasst ein Early Learning Center (ab 3 Jahren), eine Primarstufe und eine Sekundarstufe. Im Juli 2021 wurde der neue Standort im Sockelbereich des 99 Meter hohen Bruckner Towers in Urfahr bezogen und medienwirksam von Landeshauptmann Thomas Stelzer, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Ex-Bürgermeister Klaus Luger eröffnet.

Die Anton Bruckner International School ist seit 2021 im Sockelbereich des 99 Meter hohen Bruckner Towers in Urfahr untergebracht und leidet seit Anbeginn unter Platzproblemen. (Foto: Redaktion)

Problematischer Standort im Bruckner Tower
Kritik gab es schon damals, weil das Hochhaus als Schulstandort ungeeignet erschien – es gab keinen Platz zum Wachsen, die Mieten sind enorm hoch und es fehlte jeglicher Freibereich (dieser wurde ein Jahr später im angrenzenden öffentlichen Park mit einem eingezäunten Sport- und Spielplatz nachträglich durchgeboxt, wodurch der Erholungsraum für die Öffentlichkeit stark schrumpfte). Mittlerweile wurde das Platzproblem noch virulenter – auch, weil neue Klassen dazugekommen sind und das Lehrangebot erweitert wird.

Mehr Klassen, aber kein Platz
Bereits 2023 beschloss das Land Oberösterreich den Ausbau des internationalen Bildungsangebots an der ABIS, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und der steigenden Nachfrage internationaler Fachkräfte gerecht zu werden. Künftig soll die Schule zweiklassig geführt und um das International Baccalaureate Diploma Programme erweitert werden, sodass eine durchgängige, international anerkannte Ausbildung vom Early Learning Center bis zum Abschluss angeboten wird. Pro Kind sind an der ABIS 396 Euro Schulgeld im Monat fällig, unterrichtet wird hier in Englisch und Spanisch.

Die bestehenden räumlichen Kapazitäten reichen aber nicht aus, um den Schulbetrieb in den kommenden Jahren entsprechend den geplanten Ausbauzielen sicherzustellen. „Deshalb ist es erforderlich, der Anton Bruckner International School ab dem Schuljahr 2026/27 für die Dauer von voraussichtlich vier Schuljahren ein geeignetes Ausweichquartier zur Verfügung zu stellen. Dieses dient der Überbrückung bis zur Realisierung einer baulichen Gesamtlösung bzw. eines Zubaus, deren Umfang und Standort derzeit in Prüfung sind“, heißt es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Haberlander.

„Wir bekennen wir uns klar zur Anton Bruckner International School und zu ihrem weiteren Ausbau und investieren deshalb auch allein drei Millionen in diese Übergangslösung. Denn eine internationale Schule ist für einen Standort wie Linz weit mehr als ein zusätzliches Bildungsangebot – sie ist ein zentraler Standortfaktor“, so Bildungslandesrätin Christine Haberlander.

Jahrelange Containerlösung für internationale Schüler
Differenzierter sehen das manche Eltern von Schülern der ABIS: „In der gestern anberaumten Präsentation durch die Schulleitung wurde uns Eltern und Schülern mitgeteilt, dass die Kinder für mehrere Jahre in Container-Klassen unterrichtet werden sollen, da es in Linz bzw. Urfahr scheinbar kein Dach über dem Kopf gibt für Schüler, die sich auf die Matura in mehreren Sprachen vorbereiten müssen. Die internationale Elternschaft war regelrecht entsetzt, dass bei uns so eine langfristige Containerlösung wie in einem Dritte-Welt-Land überhaupt möglich sein kann. Niemand hat diese Schule gewählt, um so zu enden“, berichtet die betroffene Mutter Sabine S. (Name geändert), im Gespräch mit dem LINZA stadtmagazin.

Für das Ausweichquartier seien laut dem Büro von Landesrätin Haberlander mehrere Varianten geprüft worden, die Entscheidung fiel schließlich auf den von der BIG angebotenen Standort bei der HLW Auhof. „Die voraussichtlichen Errichtungskosten des Ausweichquartiers belaufen sich auf rund drei Mio. Euro., der Beschluss dazu wurde am Montag in der Landesregierung getroffen, über diese Pläne wurden auch bereits die Eltern anlässlich eines Info-Abends unterrichtet“, so Haberlander.

„Leider hat uns die Schulleitung schon einmal uninformiert vor vollendete Tatsachen gestellt, als vor einiger Zeit aus Platzmangel Räumlichkeiten in der Berufsschule 1 in der Reindlstraße dazugenommen werden mussten. Was niemand erwähnt hat, dass seitdem der Hauptteil des Unterrichts seit zwei Jahren in stickigen, unzumutbaren, eiskalten oder überhitzen Containern stattfindet“, sagt dazu Elternteil Sabine S.

Drei Standorte mit mehreren Kilometern Entfernung
Zudem sei es laut S. „völlig inakzeptabel, dass es für Schüler und Lehrer neben der frustrierenden Umgebung einer „Container-Atmosphäre“ einen permanenten Wechsel zwischen drei Standorten, die bis zu vier Kilometer auseinanderliegen, geben wird. Das Ganze soll jetzt über Jahre weitergeführt werden.“ Vier Jahre Bauzeit seien zudem „höchstens ein Wunschtraum, wenn man sieht, wie lange Projekte in OÖ zur Umsetzung brauchen. Es werden wohl eher sieben oder acht Jahre. Unfassbar, dass eine Container-Schule der einzige Ausweg ist, den die Verantwortlichen seit 2023 gefunden haben.“

Zusätzlicher ABIS-Schulstandort beim neuen Nahverkehrsknoten Urfahr?
Die Realisierung einer baulichen Gesamtlösung bzw. eines Zubaus, deren Umfang und Standort laut Haberlander derzeit in Prüfung sind, soll vier Jahre dauern. Laut Sabine S. habe die Schulleitung beim Elternabend jedoch bereits bestätigt, dass der zweite ABIS-Standort auf der Grünfläche zwischen Berufsschule 1 und dem geplanten Nahverkehrsknoten Urfahr Ost errichtet werden soll.
Dort sind aber nicht nur die Platzverhältnisse sehr beengt, auch die Straßenbahn und die künftigen beiden S-Bahn-Linien fahren künftig direkt an der neuen Schule vorbei – von einem entsprechenden „Bahnhofs-Publikum“ in direkter Umgebung ganz zu schweigen. Auch der dort geplante öffentliche Park wäre damit stark beeinträchtigt.
Ein Teil des Schulbetriebs der ABIS wird bereits jetzt in drei Containerklassen am Parkplatz der Berufsschule 1 in der Reindlstraße durchgeführt. (Foto: Redaktion)
Dabei gäbe es mehrere denkbare Alternativen für einen neuen Standort der ABIS: So hätte man beim Neubau des PRO-Einkaufszentrums die ABIS als Untermieter mitdenken können. Auch das seit Jahrzehnten brachliegende Gelände neben dem Landsschulratsgebäude zwischen Ferihumer-, Wildberg- und Reindlstraße wäre ein perfekter Standort in direkter Nähe zur bestehenden ABIS gewesen (aktuell wird das Gelände mit Wohnbau erschlossen). Die geschlossene KIKA-Filiale in der Freistädter Straße wäre ebenfalls denkbar. Zudem soll die Sparkasse direkt gegenüber des Bruckner Towers ihren markanten Quader-Bau in den kommenden Jahren absiedeln – auch das wäre ein passender möglicher neuer Standort. Ob all diese Flächen aber je ernsthaft in Erwägung kamen  bzw. überhaupt geprüft worden sind, ist unklar.
„Wir Schüler wollen alle zusammen sein, miteinander wachsen und nicht in trostlosen Containern aufgesplittet die prägendsten Jahre unserer Schulzeit verbringen. Das ist keine gute Vorbereitung auf die Zukunft an internationalen Universitäten.“

Kritik kommt auch von MFG. Klubobmann Manuel Krautgartner: „Es gab offensichtlich wieder einmal keine professionelle Standortsuche – wie so oft bei Großprojekten in Oberösterreich.“ Das sei „völlig inakzeptabel“. Besonders in die Pflicht nimmt Krautgartner das Land Oberösterreich, das als Teil der „Association of Anton Bruckner International School“ an der ABIS beteiligt ist. „Es zeigt sich einmal mehr ein strukturelles Problem: mangelnde Kommunikation, fehlende Einbindung der Betroffenen und keine rechtzeitige, professionelle Standortplanung“, so Krautgartner. MFG fordert „Transparenz, eine echte Einbindung der betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer sowie eine nachhaltige und standortnahe Lösung anstelle langfristiger Provisorien“.

„Bei einem jahrelangen Container-Unterricht ist ein Schulgeld von mehreren hundert Euro pro Monat und Kind nicht mehr angemessen. Wir Eltern werden für eine halbe Lösung auch nur das halbe Schulgeld bezahlen.“

Eltern wollen nur mehr halbes Schulgeld zahlen
„Fakt ist, dass weder Eltern noch Schüler diese Situation akzeptieren werden und es von uns als fahrlässig angesehen wird, dass wir erst sechs Monate vor Beginn des neuen Schuljahres 26/27 miteinbezogen wurden. Darüber hinaus ist bei einem Container-Unterricht ein Schulgeld von mehreren hundert Euro pro Monat und Kind nicht mehr angemessen. Wir Eltern werden für eine halbe Lösung auch nur das halbe Schulgeld bezahlen“, sagt Sabine S.
Der Elternrat der ABIS kam überein, dass sich die Politik nun konkret mit der Problematik befassen muss. Sabine S.: „Ein leerstehendes Gebäude wie der geschlossene KIKA  in Urfahr mit Straßenbahnanbindung, Tiefgarage und genügend Parkplätzen und Platz, um auch einen Turnsaal zu installieren, muss umgehend geprüft werden, bevor man auch dieses Gebäude wieder zu Wohnungen umfunktioniert. Zudem ist dort bereits ein Schulstandort (VS 49) und die gesamte ABIS wäre an einem Ort vereint. Mit den vorgesehenen 30 Millionen Euro hätte man genug Spielraum, um das Gebäude in einen modernen Campus zu verwandeln.“
Der Sohn von Sabine S., der die ABIS besucht, sagt: „Wir Schüler wollen alle zusammen sein, miteinander wachsen und nicht in trostlosen Containern aufgesplittet die prägendsten Jahre unserer Schulzeit verbringen. Das ist keine gute Vorbereitung auf unsere Zukunft an internationalen Universitäten.“

Kommentar
Es war wohl bereits 2021 ein großer Fehler, die aufstrebende Anton Bruckner International School im Bruckner Tower einzumieten – mit hohen Mieten, keinem Freibereich und auch keinem Platz zum Wachsen. Bereits jetzt, nach nicht mal fünf Jahren, fällt der Politik diese kurzsichtige Entscheidung auf den Kopf.

Schwer nachvollziehbar scheint auch, warum man das Bildungsangebot der ABIS erweitert, obwohl die räumlichen Gegebenheiten fehlen. Der richtige Weg – nona – wäre gewesen, ERST das Platzproblem zu lösen und DANN das Angebot zu erweitern. Vier oder mehr Jahre in zugigen, engen Containern zuzubringen geht gar nicht, noch dazu wenn es sich um eine hochwertige International School wie der ABIS handelt – mit für Linz relativ knackigen 400 Euro Schulgeld pro Monat. Das ist absolut kein Renommee für Linz und OÖ. 

 

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